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Stroblwirt lockt Kulturliebhaber: Abwechslungsreiches Programm geplant

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Sara Brandhuber.
Gibt sich beim Stroblwirt die Ehre: Sara Brandhuber. © Veranstalter

Viele Auflagen, kaum Gäste und Kunstschaffende, die hadern und zwischen weitermachen und aufgeben schwanken. Der Kulturbranche hat die Pandemie deutlich zugesetzt. Ein Grund für das Ehepaar Strobl, im Stroblwirt den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten.

Oberhausen – „Als Gastronomie dürfen wir den Saal voll besetzten“, erklärt Katja Strobl. Sie habe dies juristisch abklären lassen und grünes Licht bekommen. Trotzdem werde mit etwas großzügigerem Abstand zwischen den Stuhlreihen aufgebaut, es gelte 2G und abseits des Sitzplatzes die FFP2-Maskenpflicht. „Es ist derzeit nicht einfach“, gesteht Strobl. Daher hoffen sie und ihr Mann, dass die angebotenen Musik-, Kabarett- und Theaterabende in den nächsten Monaten trotz der angespannten Coronalage Zuspruch finden. Anreiz für die Besucher tatsächlich zu kommen, soll ein Kleinkunstabo schaffen.

Für 144 Euro gibt es sechs Eintrittskarten für je zwei Personen. Zum Preis von zwölf Euro pro Karte können sich die Inhaber des Abos dann auf ganz unterschiedliche Darbietungen freuen. Losgehen sollte es eigentlich schon. Da aber zunächst noch Unklarheit wegen der Auflagen herrschte, wurde die erste geplante Veranstaltung nach hinten verlegt.

Den Auftakt macht Angelika Beier am Donnerstag, 10. Februar, um 20 Uhr. „Höhepunkte zwischen Sex und 60“ verspricht die Münchnerin in ihrem Programm. Ob als Fanny, die bei einem Tantraseminar auf die Suche nach Abwechslung ist, Gisa, die aus Fesselspielchen nur durch die Feuerwehr gerettet werden kann oder Tante Else mit einer Vorliebe für Callboys: In jeder ihrer Rollen bietet die Kabarettisten absurde und unterhaltsame Episoden, die von abwechslungsreichen musikalischen Darbietungen begleitet werden.

Angelika Beier
Angelika Beier © Veranstalter

Musikalisch geht es auch am Sonntag, 6. März, um 19 Uhr mit Sarah Straub weiter. Nach mehreren englischen Alben ist die Liedermacherin inzwischen auf Deutsch umgestiegen. Ihr neuestes Werk „Tacheles“ entstand während der Corona-Zwangspause. Die gefühlvollen Lieder daraus, die mal einladen zum Träumen, mal zum Lachen, dann wieder zum Weinen, präsentiert die Musikerin auch in Oberhausen.

Noch mehr hochkarätigen Musikgenuss gibt es am Freitag, 25. März, ab 20 Uhr von der Gruppe „Uncle Sally“. Die Band hat sich der „American Roots Music“ verschrieben. Mit Banjo, Geige, Kontrabass, Waschbrett und vielen weiteren akustischen Instrumenten lassen die vier Musiker um Leadsängerin Ulrike Dirschl den Wilden Westen auch im tiefsten Bayern aufleben.

In Bayern ist auch Sara Brandhuber zu Hause. Sie hat drei lange Jahre lang an ihrem neuen Programm gebastelt, das sie am Sonntag, 2. April, um 20 Uhr, präsentiert. In „Gschneizt und kampelt“ wird deutlich, dass der Landshuterin der Dialektpreis des Freistaates im Jahr 2017 nicht ohne Grund verliehen wurde. Sie begeistert mit blitzschneller Wortakrobatik auf Bairisch und begleitet sich dabei selbst mit der Gitarre.

Dialekt erwartet das Publikum ebenfalls am Donnerstag, 28. April, um 20 Uhr bei „TBC“. „Wann, wenn nicht wir?“, fragt sich das „Totale Bamberger Cabaret“ – natürlich auf Fränkisch. Georg Koeniger, Michael A. Tomis und Florian Hoffmann bieten eine Mischung aus Sketchen sowie bissigen Songs und beschäftigen sich dabei mit Fake News, gefühlten Wahrheiten und gezielter Verwirrung.

Niko Formanek.
Niko Formanek. © Jan Frank

Zum Abschluss des Kleinkunstabos tritt am Donnerstag, 12. Mai, um 20 Uhr Niko Formanek auf. In seinem Bühnenprogramm „Gleich, Schatz… 30 Jahre Ehe, Kinder und andere Baustellen“ erzählt er vom wirklichen Leben. Es geht um die täglichen Peinlichkeiten und Katastrophen eines Familienvaters, der versucht, seine Überforderung mit Improvisation, Naivität und männlicher Überheblichkeit in den Griff zu bekommen.

Katja Strobl ist froh, dass diese sechs Veranstaltungen mit hoher Wahrscheinlichkeit stattfinden können. „Es sind Künstler, die noch nicht so bekannt sind und hoffen, noch ein bisschen bekannter zu werden. Sie kommen auch für wenige Leute.“ Selbst hat sie alle schon live erlebt und war begeistert: „Wir laden ohnehin nur ein, wen wir gut finden.“

Ein Problem könnte es noch durch die aktuelle Sperrstunde um 22 Uhr geben. „Wir überlegen, die Veranstaltungen, die um 20 Uhr geplant sind, früher zu beginnen“, erwägt die Gastwirtin. Welche Auswirkungen weitere Regelungen haben könnten, kann Strobl nicht beurteilen. Jede neue Anordnung der Regierung bringe Ungewissheit. Dennoch: „Nichts zu machen wäre ja auch blöd“, findet sie. Einerseits wegen des Umsatzes, der – auch wenn er gering ist – sonst verloren ginge, andererseits zur Unterstützung der Kulturschaffenden. „Viele spielen seit zwei Jahren kaum und sind froh, wenn sie überhaupt auftreten dürfen.“ Um aktuelle Entwicklungen mitzubekommen, bittet Stronb alle, die zu Veranstaltungen kommen möchten, sich tagesaktuell auf der Homepage www.stroblwirt.de oder unter Tel. 08802/222 zu informieren. Eine komplette Absage hält Strobl für unwahrscheinlich: „Wir hangeln uns jetzt einfach so weiter.“

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