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Urgestein auf der „Stroblbühne“: die Band „Table for Two“ bei ihrem Auftritt am Freitag. 

„Table for Two“ auf der „ Stroblbühne“

Das Feuer brennt noch

Oberhausen - Die Band „Table for Two“ hatte gerufen, und die Fans waren gekommen, um das musikalische Quartett zu erleben: Am Freitagabend war die „ Stroblbühne“ nahezu ausverkauft.

 „Table for Two“ gehört zu den Urgesteinen der Bühne, denn – so erinnerte Wirt und Impresario Franz Strobl – „es war die allererste Band, wo wir selber Veranstalter waren“, diese war also rund ums Jahr 2000 der Zündfunken der „Stroblbühne“. Niemand nahm daher übel, dass die Instrumentalisten heute teils schon silberhaarig daherkommen, denn das Feuer aus Jazz, Poprock und Boogie brennt noch.

Der unbestrittene Frontmann sitzt bei diesem Quartett an der Seite: Es ist Harry Kulzer, der am E-Piano mit schalkhaften Blicken und unterhaltsamen Ansagen auch bereits ohne Musik für Laune sorgt. Doch wehe, wenn er losgelassen! Beim Einstiegs-Song, dem Boogie-basierten Standard „Sweet Home Chicago“, wechselt Kulzer so oft das Tempo, dass einfach irgendwann jeder im Saal gepackt wird: Der Laune und Energie des Pianisten kann man quasi nicht entrinnen.

Neben schnellen Takten ist die Band auch Schmachtfetzen zugetan. Die Eigenkomposition „With you tonight“ hat Popsong-Qualität und bringt in den wohligen Gesangs-Duetten von Harry Kulzer und Wolfgang Opitz sogar einen warmen Country-Anklang in den Saal.

Opitz ist sonst zuständig fürs Saxofon, und seine exakt dosierten, manchmal fein-jazzigen Einstiege sind wie eine glänzende Girlande zu jedem Stück. Das exakte, schlanke Drumming von Thomas Froschmaier und die fast schon etwas zu wenig hörbare Kontrabassgrundierung von Willi Lichtenberg lassen nicht nur der Musik viel Entfaltungsspielraum, sondern auch den Stimm-Spielereien.

Überaus komödiantisch wird es, wenn Kulzer den Gesang eines zahnlosen Uralt-Bluesers imitiert und so kehlig-vernuschelt dahersingt, als wäre seine Kehle von der Trockenheit der US-Südstaaten ausgezehrt. Passend setzt er hierzu gekonnte Akzente auf der Mundharmonika, dass es wirklich eine Freude ist.

Etwas Luft zur Authentizität hätten die am Dixie angelehnten Nummern gehabt, wie die „Hot Nuts“ – da wäre ein Wechsel zu Trompete oder Posaune und ein Aufklang des Banjos natürlich noch die Perfektionierung gewesen. Doch angesichts der inspirierten kabarettistischen Einlagen war das ein zu vernachlässigender Kritikpunkt, denn viel länger blieb in Erinnerung, wie Froschmaier in sonorem Bayerisch den englischen Blues „I was standing at the station“ übersetzte: eine Zeile Kulzer, angestrengt bis zum Weinerlichen, danach der Schlagzeuger ganz tiefenentspannt mit der Übersetzung – eine einfach perfekte Nummer.

Mit ihrer Mischung aus Blues, Boogie, etwas Rock ’n’ Roll und mit etwas weichgespülter Poppigkeit boten „Table for Two“ eine bestens unterhaltsame Rezeptur. Es wurde von einigen Zuhörern nachgefragt, ob der Abstand der Auftritte von zwei Jahren nicht verkürzt werden könne – schließlich steht das 30-jährige Bandjubiläum im Jahr 2017 an, und an der „geschichtsträchtigen Stätte“ der „Stroblbühne“ wäre dieses sicher gut aufgehoben.

Andreas Bretting

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