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Aufmerksame Zuhörer hatte Gutachter Hans Ulrich (r.) bei der Mobilfunk-Bürgerversammlung.

Gutachten zu Standorten

Mobilfunk: 40-Meter-Mast für Oberhausen?

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Die Gemeinde Oberhausen könnte der Telekom zwei Standorte für Mobilfunkmasten anbieten. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten. Dieses wurde in einer Bürgerversammlung vorgestellt.

Oberhausen – Das Thema beschäftigt Oberhausen schon länger: Die Telekom möchte zwei Mobilfunkmasten im Dorfgebiet aufstellen und hat die Gemeinde um Standortvorschläge gebeten. Es wären die ersten Anlagen. 

Gutachter untersucht Strahlenberlastung

Der Gemeinderat hatte beschlossen, ein Fachbüro Standorte auf ihre Strahlenbelastung hin zu überprüfen. Hans Ulrich vom Münchner Ingenieurbüro „funktechanalyse“ stellte bei einer Bürgerversammlung vor rund 150 Interessierten im „Strobl“ sein Gutachten vor. Ergebnis: zwei Areale wären geeignet – eins nördlich des Oberhausener Sportplatzes und eins beim Bauhof in Maxlried. Beide Flächen sind im Besitz der Gemeinde.

Sechs Standorte geprüft

Ulrich – nach eigener Aussage als unabhängiger Mobilfunk-Gutachter bereits für 150 Kommunen tätig, unter anderem Böbing und Wildsteig – hatte heuer Oberhausen unter die Lupe genommen. Sechs Standorte standen auf der Liste: nördlich und südlich des Sportplatzes, auf dem „Stroblwirt“, auf dem Kreuzbichl in Berg, nahe des Wasserbehälters sowie beim Bauhof in Maxlried. 

Grenzwerte unterschritten

Grundsätzlich gilt laut Fachmann für alle Areale: Die gesetzlichen Grenzwerte bei der Strahlbelastung würden nicht überschritten. Am Ende kristallisierten sich zwei Standorte heraus, die gemäß Ulrich deutlich unter den Grenzwerten liegen sowie technisch und wirtschaftlich für das Unternehmen tragbar wären. 

Zweiter Mast nötig

Einen Mast nördlich des Sportplatzes, nahe des Parkplatzes, „kann sich die Telekom als Kompromiss gerade so vorstellen“, sagte Ulrich. Ein Kompromiss, der mit dem Konzern „sehr hart abgerungen“ sei. Allerdings braucht es für eine gute Ortsabdeckung einen zweiten Mast in Maxlried („ein vergleichsweise schonend versorgender Standort“).

30 und 40 Meter Höhe

Technisch gesehen wären es geeignete Standorte, die allerdings entsprechende Höhen für eine optimale Versorgung brauchen. Während Ulrich in Maxlried von einem 30 Meter hohen Mast ausgeht, nannte er für den Sportplatz-Bereich gar 40 Meter – nur so ließe sich der höher gelegene Ortsteil Berg mitversorgen. „Das ist leider physikalisch bedingt“, so Ulrich, der ein „optisches Problem“ einräumte. 

Badeweiher nicht betroffen

Zudem sind Betreiber laut Lizenz verpflichtet, Bundesstraßen und Bahnstrecken abzudecken. Immerhin verringere ein 40-Meter-Mast die Strahlenbelastung des nahen Badeweihers und der Sportanlagen.

Derzeit schlechtes Netz

Mit den Mobilfunkmasten würde Oberhausen ein Versorgungsproblem lösen. „Das Netz ist so schlecht, dass man nicht überall telefonieren kann“, sagte Bürgermeister Thomas Feistl. Eine Einschätzung, die die Mehrheit im Saal teilte. 

Grundsätzliche Kritik

Allerdings gab es kritische Stimmen. Mancher Zuhörer warnte vor Strahlenbelastung und gesundheitlichen Schäden. Einige Besucher, nicht aus Oberhausen selbst, nutzten die Gelegenheit, Mobilfunk grundsätzlich kritisch zu betrachten.

Bürgermeister: „Vernünftige Lösung“

Für den Bürgermeister sind die zwei Standorte eine „vernünftige Lösung“, wie Feistl auf Nachfrage sagte. „Wir entscheiden nicht über das Ob, sondern über das Wie“, hatte der Rathauschef in der Bürgerversammlung betont. 

Frist bis Jahresende

Bietet die Kommune bis Jahresende der Telekom nichts an, wird der Konzern aktiv. „Jetzt kann die Gemeinde bei der Standortwahl mitwirken“, mahnte Gutachter Ulrich. Sonst drohe eine „eigene Akquise“ des Betreibers, der sich dann einen privaten Objektvermieter suche.

Gemeinderat muss entscheiden

Am Donnerstag, 7. November, entscheidet der Gemeinderat (19.30 Uhr im Rathaus), die zwei Standorte der Telekom anzubieten. Auf der Tagesordnung steht noch ein Antrag: Eine Untermaxlriederin will eine „5G-freie Gemeinde“ haben.

Lesen Sie auch: Aktionsgruppe gegründet: Bürger machen gegen 5G-Netz mobil.

Ebenfalls interessant: Oberhausens Dorfplatz wird live geplant.

Mehr zum Thema: Wildsteig bekommt Mobilfunkmasten.

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