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Mussten mit dem Publikum erst warm werden: Sebastian Hackl (links) und Thomas Graf.

Tom und Basti auf der „Stroblbühne“

Wirtshaussänger mit sehr speziellem Humor

Aus dem Bayerischen Wald stammen Tom und Basti. Auf der „Stroblbühne“ sorgten sie mit Musik, Schlagfertigkeit und Nonsens für Unterhaltung.

Oberhausen – Im wahrsten Sinn des Wortes hemdsärmelig stehen Tom und Basti am Freitag auf der „Stroblbühne“ in Oberhausen. So etwa um die 30 sind die beiden, die zusammen in der Mauth im Bayerischen Wald aufgewachsen sind. Sebastian Hackl, an der Steirischen und am nimmer versiegenden Mundwerk, hat erst Handelskaufmann gelernt, ehe er sich mit Haut und Haar, Leib und Seel’ dem Wirtshaussingen verschrieb. Bei Gitarrist Thomas Graf, dem Kontrapart mit pardon: furztrockenen Kommentaren, Grantler-Augenaufschlag und auch mal leidig gequältem Achselzucken, wurde die Begeisterung bereits auf den Knien vom Opa geweckt, die dann in ein Instrumentalstudium mündete. Er ist der trinkfeste Teil des Gespanns, redet nicht ganz so unermüdlich viel, schleudert dafür rassige Gitarrenakkorde in den Saal.

Es braucht erst eine Aufwärmphase, bis sich Künstler und Publikum aufeinander einlassen, denn woidlerischer Humor, Dialekt und Gesang sind speziell. „Also, rein vom Anfangsapplaus sind wir was besseres gewohnt“, gibt Basti zurück. Was an diesem Abend vor allem punktet, ist die Schlagfertigkeit, die sich im Dialog mit dem Publikum entwickelt.

Wirt Franz Strobl hat die Künstler mit „was sich reimt und Sinn macht“ angekündigt. Reimen tut sich das meiste, aber über die Sache mit dem Sinn kann man geteilter Meinung sein. Denn Basti versprüht eine krude Mischung aus Nonsens-Slapstick und Alltagskomik, die zwischen gelebter Sat1-Gold-Vox-TV-Banalität und fabulierender Spielkasino-Phantasie behände hin und her springt. Auf die Schippe genommen werden die klassischen, immerwährenden Klischees von bekleidungssüchtigen Frauen und der sich dem vorzugsweise Weißbier-Rausch ergebenden Männerwelt. Da das allerdings im ausgeprägten Woidler-Dialekt passiert, kann man sich dem Charme dieser lustvoll g’schmackig, bisweilen auch gerotzten Sprache nur schwerlich entziehen. Doch geht es ans Singen und Musizieren, kommen beinahe vergessen geglaubte, kraftstrotzende, durchaus derbe ins Herz zielende Lieder und Gstanzl zum Vorschein. Und das ist es, was diese beiden unbeugsamen Unikate auszeichnet. Kein volksmusikalischer Schöngesang, sondern bei Bedarf auch, wie im „Lusenliad“, aus tiefer Seele geröhrtes Heimatgefühl – auf einmal total ernst genommen.

Dorothe Gschnaidner

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