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Das neue Team beim Maschinenring: (vorn, von links.) Stephan Palkowitsch (Prem), Hans-Georg Off (Sindelsdorf), Johann Engel (Peißenberg), Herbert Thurner (Bayersoien), Ulrike Jörg (Prem), Josef Sellmaier (Peiting), Herbert Holzmann (Eglfing) sowie (hinten, v.l.) Stefan Neumeier (Steingaden), Thomas Mayr (Deutenhausen), Franz Seidel (Peiting), Thomas Kees (Schwabniederhofen), Hans Leis (Uffing), ganz rechts Georg Saur. 

Versammlung des Maschinenrings

Personalmangel in der Landwirtschaft

Oberhausen - In der Landwirtschaft herrscht Personalmangel. Dieser und mehr wurde in der Jahresversammlung des Maschinenrings diskutiert.

Die Landwirtschaft durchlebt schwierige Zeiten. Die Preise für Milch und Fleisch, bei Ferkeln und Getreide sind alles andere als gut. Es werde „sehr eng“, betonte Stephan Palkowitsch, Vorsitzender des Maschinen- und Betriebshilfsrings (MR) Oberland bei der Jahresversammlung im Oberhausener „Stroblwirt“. Daher rief er in Erinnerung, was vielleicht schon in Vergessenheit geraten sei. Nämlich, dass es „eine wesentliche Aufgabe ist, kostengünstige, effiziente Technik zu organisieren“.

Das gelte nach wie vor. „Nur hat sich mittlerweile der Fokus verschoben.“ Die Inititialzündung, etwas zu verändern, habe immer mehr mit Personalmangel zu tun, mit permanenter Arbeitsüberlastung. Palkowitsch ist sich sicher: Die Bedeutung des MR werde zunehmen. „Weil es mehr zu lösen gibt, weil es mehr Engpässe gibt.“ Klar ist: Ein Familienbetrieb mit 100 Milchkühen oder mehr könne in der Regel die Arbeit allein nicht mehr bewältigen. Den MR erreichen Anfragen, ob er nicht jemanden habe, der dauerhaft auf den Hof kommen könnte. „Unsere Betriebe verlangen nach immer mehr Personal, aber auch nach mehr Anstellungsmöglichkeiten“, so Palkowitsch.

Der MR will aus diesem Grund an einer Plattform mitwirken. Dabei handelt es sich um die „Maschinenring Personaldienste GmbH“. Das Unternehmen vermittelt Arbeitskräfte in ganz Bayern. Momentan wird ein Standortleiter gesucht, wie Andreas Müller, Vorstand der „MR Oberland AG“, mitteilte. Er ist überzeugt: „Wir werden immer mehr soziale Verantwortung für die Bevölkerung und die Mitglieder übernehmen müssen.“

Der Garmisch-Partenkirchener Landrat Anton Speer kennt die Probleme der Landwirte zur Genüge. Schließlich ist er selber einer. Er riet den MR-Mitgliedern, zusätzliche Standbeine zu schaffen, etwa „Urlaub auf dem Bauernhof“. „Man muss versuchen, solche Nischen zu besetzen.“ Sorge bereitet ihm das Freihandelsabkommen TTIP. Er fürchtet nicht nur Probleme in der kommunalen Daseinsvorsorge, sondern auch bezüglich der Standards im Umwelt- und Verbraucherschutz.

Damit rannte er bei Weilheim-Schongaus Vize-Landrat Karl-Heinz Grehl offene Türen ein. Er sprach mit einem Mitglied des Bundestags, der TTIP-Dokumente einsehen konnte. „Da gehen bei uns die Lichter aus.“ Grehls Tipp: „Seien Sie aufmerksam, hören Sie zu und legen Sie rechtzeitig Protest ein!“ Im Genossenschaftsgedanken sieht er eines der Erfolgsmodelle. „Der Maschinenring ist zwar keine Genossenschaft im engeren Sinn, aber Ihr Verein entspricht diesem Gedanken in Reinform.“

Personell hat sich der MR neu formiert. Dem Vorstand gehören nach den Wahlen viele neue Gesichter an. Sieben Beiräte sind neu im Team, auch beim 2. Vorsitzenden gab es einen Wechsel. Diesen Posten hat nun Thomas Kees aus Schwabniederhofen inne. Er ist 42 Jahre alt, verheiratet, hat drei Kinder und bewirtschaftet einen Betrieb mit gut 100 Milchkühen. Kees löst Hans Brunner (Eberfing) ab. Im Amt bestätigt wurde Vorsitzender Stephan Palkowitsch (Prem), der seit 2006 an der Spitze steht. Ausgeschieden aus dem Vorstand sind auch Bernhard Heger, Michael Niggl, Rupert Sedlmayr, Hans Winkler, Michael Brüderle und Martin Gerold. Für sie gab es Geschenke, ebenso wie für die beiden MR-Mitarbeiterinnen Gisela Henn und Melanie Maatz. Sie sind seit 20 beziehungsweise 10 Jahren in der Geschäftsstelle tätig.

Geschäftsführer Georg Saur vermeldete in seinem Kassenbericht für 2015 ein Minus von 14 000 Euro. Das sei aber „kein Drama“, schließlich verfüge der MR über eine Kapitalausstattung von gut 400 000 Euro.

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