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Borkenkäfer

Waldbesitzervereinigung Oberhausen

Käfer macht mehr Schaden als der Sturm

Der Holzpreis ist niedrig. Dies ist aber nicht die einzige Sorge, die die Waldbauern haben. In der Hauptversammlung der Waldbesitzervereinigung Weilheim (WBV Weilheim), zu der am Dienstag über 100 Waldbauern ins Gasthaus „Stroblwirt“ nach Oberhausen gekommen waren, kamen auch andere Probleme zur Sprache.

Oberhausen - Die Stürme sind ein Problem. Sie bringen durch den Windbruch so viel Holz auf den Markt, dass von den Sägewerken auch in nicht sturmgeschädigten Gebieten weniger gezahlt wird. Der folgende Käferbefall ist das nächste Problem. WBV-Geschäftsführer Klaus Deibel schätzt: „Der Käfer frisst dreimal so viel, wie der Wind geworfen hat.“ Der Käfer frisst zwar nicht die Bäume, aber „Käferholz“ wird mit Abschlägen von 20 bis 35 Euro pro Festmeter deutlich schlechter bezahlt als gute Ware. Außerdem drückt die Menge des Käferholzes zusätzlich den Preis. Deibel ist besorgt, dass im Wald immer mehr Leute mitreden, die mit der Waldarbeit nichts zu tun hätten. Die Arbeit müssten aber dann die Waldbauern machen. Er finde, dies „müsse mal gesagt werden“.

Immer weniger Waldbesitzer arbeiten selbst in ihrem Holz

Ähnlich sieht es Harald Kühn. Der Landtagsabgeordnete stellte in seinem Grußwort fest, dass sich die Wahrnehmung der Waldarbeit in der Öffentlichkeit auseinander entwickle. Dies liege auch daran, dass die Zahl der „urbanen Waldbesitzer“, die nicht im Wald arbeiten können oder wollen, ständig zunehme.

Deibel hatte auch gute Nachrichten: Die Nachfrage nach Eiche sei gut. Bei der Submission wurden wieder hohe Preise erzielt: 505 Euro für einen Festmeter Eiche. Für Ulme wurden sogar 511 Euro gezahlt. Den Verkaufspreis können Waldbauern sogar selbst festsetzen, wenn sie ofenfertiges Brennholz an Endverbraucher liefern.

Die Aktiven in der WBV Weilheim: (vorn, von links) Klaus Deibel, Jakob Promberger, Georg Adlwart, Johann Lößl und Peter Stemmer mit der geehrten Obfrau und den geehrten Obmännern. F oto: Schubert

Die Wahlen brachten eine Veränderung. Da der zweite Vorsitzende Moritz Sappl nicht mehr kandidierte, wurde ein Nachfolger gesucht. Als einziger erklärte sich Georg Adlwart aus Rieden bei Antdorf zur Kandidatur bereit, der zehn Jahre Erfahrung als Waldarbeiter in sein Amt einbringt. Er wurde einstimmig gewählt. Die beiden anderen Vorsitzenden, Jakob Promberger und Georg Lampl, wurden ebenso einstimmig im Amt bestätigt wie die Beisitzer Johann Lößl und Peter Stemmer. Auch die Kassenprüfer Ulrich Rast und Christian Pölt erhielten die ungeteilte Zustimmung.

Anlässlich der Versammlung wurden langjährige, engagierte Mitglieder geehrt. Moritz Sappl war 35 Jahre Obmann in Frauenrain und zudem 30 Jahre in der Vorstandschaft der WBV Weilheim. Seit 25 Jahren ehrenamtlich als Ortsobmann tätig sind Franz Nocker, Matthias Leis (beide Eberfing), Johann Promberger (Etting), Franz Brich, Leopold Jungwirth (beide Fischen), Helmut Müller (Forst), Klaus Sonner (Habach), Josef Staltmair, Anton Mayr (beide Oberhausen), Manfred Rohrmoser (Wessobrunn), Heribert Müller (Wielenbach), Georg Lampl und Johann Bartl (beide Wilzhofen). Sie bleiben im Amt.

Dank an langjährige Aktive

Verabschiedet wurden Florian Tafertshofer (Weilheim) und Georg Kergl (Peißenberg), die 25 Jahre Ortsobmann waren. Andreas Ernst (Seeshaupt) hatte dieses Amt 20 Jahre inne, Franz-Xaver März und Georg Orterer (beide Antdorf) waren 15 Jahre als Obmann tätig, ebenso lange die einzige Obfrau in der WBV, Gabriela Ganz (Iffeldorf). Besonders dankte Promberger dem Geschäftsführer Klaus Deibel, der seit 25 Jahren für die WBV arbeitet. Er habe einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau der Organisation geleistet. Als Anerkennung erhielten die Geehrten ein Exemplar des „Baumes des Jahres“, eine Esskastanie. Die WBV plant laut Promberger für heuer einen Mitgliederausflug. Für dieFahrt nach Görlitz können sich Interessenten in der Geschäftsstelle anmelden. 

Von Alfred Schubert

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