Nach den Festreden in der Werkstatt, wo eifrig gearbeitet wurde (v.l.): Betriebsleiter Hermann Soyer, Bürgermeisterin Felicitas Betz, Vize-Landrat Karl-Heinz Grehl und „Oberland Werkstätten“-Geschäftsführer Oliver Gosolits. foto: Ruder

Polling

„Oberland Werkstätten“ bauten kräftig aus

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Wie routiniert sie arbeiten, haben Mitarbeiter der „Oberland Werkstätten für Menschen mit Behinderungen“ in Polling gezeigt, als viele Besucher durch ihren Arbeitsbereich schlenderten. Anlass war die Einweihung des für etwa 1,4 Millionen Euro neu gestalteten Holzbearbeitungs-Bereichs.

Wie wichtig die Baumaßnahmen für diesen Teil der Werkstätten waren, machte nicht nur Betriebsleiter Hermann Soyer in seiner Ansprache deutlich, aber er brachte die Dringlichkeit ganz besonders auf den Punkt: „Schließen oder grundlegend umbauen“, hätten die Alternativen für den Bereich „Holzbearbeitung“ der „Oberland Werkstätten“ gelautet. Unter anderem sei der Platz beengt gewesen, so Soyer.

Was sich bei der Neugestaltung in drei Bauabschnitten getan hat, erläuterten die beiden Gruppenleiter Peter Albrecht und Christian Staltmeir: Es wurden nicht nur eine Lager- und eine Sägehalle neu errichtet, sondern es wurde zum Beispiel auch eine neue Absauganlage eingebaut. Da der Montagebereich jetzt „lärmbefreit“ sei, könnten dort auch Mitarbeiter tätig sein, die solche ruhigen Arbeitsbedingungen brauchen, so Soyer.

Am Donnerstag waren in der Montagehalle die Festreden zu hören, im Anschluss an diese zeigten Mitarbeiter aber, dass dort normalerweise etwa Platten für Holztische zusammengeschraubt werden. Deutlich lauter ging es in den benachbarten Hallen zu, wo mit Maschinen gesägt und gehobelt wird. Auch über eine moderne CNC-Fräse verfügen die „Oberland Werkstätten“. Der Betrieb hat ein eigenes Holzsortiment, zu dem etwa Nist- und Blumenkästen und Grabkreuze gehören, er bietet aber auch Auftragsfertigung an.

Die Holzbearbeitung in den Werkstätten sei so alt wie der Betrieb selbst, der heute auch in vielen anderen Bereich tätig sei, erklärte Geschäftsführer Oliver Gosolits bei der Feier. Behinderte Menschen arbeiten nach seinen Worten gern mit dem natürlichen Werkstoff „Holz“.

Felicitas Betz, Bürgermeisterin von Polling, wies darauf hin, dass die „Oberland Werkstätten“ eine „gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ erfüllen, dass sie sich aber auch „im Wettbewerb behaupten“ müssen. Vize-Landrat Karl-Heinz Grehl sprach den Appell aus, an die Werkstätten zu denken, wenn Aufträge zu vergeben sind.

Pfarrer Martin Weber, der mit Pfarrerin Ulrike FriesWagner den neu gestalteten Bereich weihte, tat sich leicht, einen Bogen zwischen der Bibel und der Holzbearbeitung der „Oberland Werkstätten“ zu spannen: Schießlich sei Jesus der Pflegesohn eines Zimmermanns gewesen – als solcher wird er auf alten Darstellungen auch gezeigt. Fries-Wagner erklärte, „lebenslang auf andere angewiesen“ zu sein, sei ein Kennzeichen aller Menschen. Sie wünschte den Beschäftigen, dass für sie „gegenseitige Hilfe“ im Betrieb erlebbar wird.u

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