Die Freileitungen in Obersöchering sollen aus dem Landschaftsbild verschwinden.
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Die Freileitungen in Obersöchering sollen aus dem Landschaftsbild verschwinden.

Bayernwerk AG plant Sonderprojekt - Gemeinde nur passiv involviert

67 Kilometer Stromkabel sollen in die Erde

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Die Bayernwerk AG plant ein Sonderprojekt. Auf dem Gebiet der „Oberland Stromnetz GmbH & Co. KG“ sollen rund 67 Kilometer Mittelspannungsfreileitungen in die Erde verlegt werden. Ziel der Maßnahme ist es, die Versorgungssicherheit zu steigern und den Unterhalt zu reduzieren.

Obersöchering – Stefan Drexl hat zu Stromfreileitungen eine klare Meinung: „Das sind Relikte aus der Vergangenheit, sie werden Zug um Zug verschwinden.“ Im Vergleich zu Erdverkabelungen seien Freileitungen wesentlich störanfälliger, außerdem müssten sie regelmäßig freigeschnitten werden. Drexl ist bei der Bayernwerk AG für das Aufgabengebiet „Kommunen und Kooperationen“ zuständig, außerdem sitzt er als Vertreter des Eon-Tochterunternehmens in der Geschäftsführung der „Oberland Stromnetz GmbH & Co. KG“, die die Stromortsnetze von Murnau, Uffing, Seehausen, Eglfing, Oberhausen, Spatzenhausen, Riegsee, Großweil und Huglfing unter dem Dach einer Gesellschaft vereint. Auch Obersöchering ist der „Oberland Stromnetz GmbH“ angeschlossen. Doch um das Obersöcheringer Ortsnetz ging es in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats ebenso wenig wie um die über die Dorfluren verlaufende Hochspannungsleitung.

Auf der Tagesordnung stand das Projekt „Mittelspannungsverkabelung“. Demnach möchte die Bayernwerk AG in diesem Jahr neun Millionen Euro investieren, um die den Gemeindenetzen übergeordnete Mittelspannungsnetzebene in die Erde zu verlegen. Insgesamt sollen 67 Kilometer Freileitungen aus dem Landschaftsbild verschwinden. Auf Obersöcheringer Flur sind das überwiegend Holz- und kleinere Gittermasten. Eine Mittelspannungstrasse führt zum Beispiel von Murnau kommend über Spatzenhausen Richtung Eberfing. Die Planungen für die Erdtrassen sind derzeit am Laufen. „Es handelt sich heute um eine reine Information – das Projekt steht erst am Anfang“, äußerte sich Bürgermeister Reinald Huber (Allgemeine Wählergruppe) im Gemeinderat noch zurückhaltend.

Gemeinde nur passiv in das Projekt involviert

Die Gemeinde ist ohnehin nur passiv in das Projekt involviert. Die Verhandlungen mit den Grundeigentümern führt die Bayernwerk AG. Bislang gibt es nur Trassenvorschläge, deren konkrete Linienführungen aber noch nicht abschließend gesichert sind. Mit Auskünften hält sich das Unternehmen deshalb noch zurück. Erst in ein paar Wochen wolle man mit näheren Details an die Öffentlichkeit treten, teilt Drexl auf Anfrage der Heimatzeitung mit. Die Gemeinden seien lediglich vorab über das Projekt informiert, um im Bedarfsfall Leerrohre für andere Versorgungssparten in die Verkabelungstrassen mitverlegen zu können.

Im Obersöcheringer Gemeinderat wurden die Bayernwerk-Pläne allgemein mit Wohlwollen aufgenommen – schon allein aus landschaftsoptischen Gründen. „Aber ob es genauso kommt“, relativierte Huber, „das wissen wir noch nicht. Die Grundeigentümer können noch Einspruch einlegen.“

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