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Die Verkrampfung lösen: Matthias Bischl will bei der EM in Polen wesentlich lockerer auftreten als zuletzt beim Weltcup in Antholz, wo er nur 81. im Einzelrennen wurde.

Biathlon

Bischl sucht nach der verlorenen Leichtigkeit

Obersöchering - Nach seinem enttäuschenden 81. Platz beim Weltcup will Matthias Bischl bei der EM Selbstvertrauen holen.

Matthias Bischl sprach nicht mehr von Platzierungen und schon gar nicht von Medaillen. Einen Tag vor dem Beginn der Europameisterschaft im polnischen Duszniki Zdroj hegte der Biathlet vom SV Söchering nur einen einzigen Wunsch, und zwar, „dass ich wieder locker laufe.“ Mit der Lockerheit war es spätestens nach dem Weltcup in Antholz vorbei. Der 81. Platz im Einzelrennen bereitete ihm großes Kopfzerbrechen, aber erklären konnte er sich den Verlust seiner Form nicht so recht. „Ich weiß nicht, woran es liegt.“

Der 28-Jährige hat sich extra ein ganzes Wochenende in Wallgau Zeit genommen, um diese Frage zu lösen. Die Tage, die er zu Hause verbrachte, sorgten immerhin dafür, dass er wieder „ein bisschen Kraft“ gefunden hat, die er bei seinen Weltcup-Einsätzen in Oberhof und Ruhpolding völlig verbraucht zu haben schien. Warum ihm diese Rennen so sehr an die Substanz gegangen waren, erscheint ihm auch ein wenig rätselhaft.

Eigentlich wies seine Formkurve kontinuierlich nach oben, Bundestrainer Mark Kirchner vertraute ihm. Eigentlich war er jetzt nach Jahren des geduldigen Wartens an der Reihe. „Der erste Schritt im Weltcup war gemacht“, so Bischl, „da will man zeigen, was man kann“. Vor allem wollte sich der Sportsoldat empfehlen für den fünften Platz im Team hinter Simon Schempp, Arnd Pfeiffer, Erik Lesser und Benedikt Doll. Aber Bischl zeigte beide Seiten, die seine Auftritte in den vergangenen Jahren bestimmten. Da war der Athlet zu sehen, der an guten Tagen fast alles in Grund und Boden zu laufen und zu schießen vermag. Aber es offenbarte auch den Wettkämpfer, der sich selbst zu sehr unter Druck setzt und unter dieser Belastung nicht mehr vorwärts kommt.

Obwohl das Tor zur Weltcup-Mannschaft sperrangelweit offenstand, schaffte er es nicht, dort einzutreten. „Manchmal stehe ich mir selbst ein bisschen im Weg“, stellte er freimütig fest. Und so verkrampfte er beim Versuch, eine schnelle Entscheidung herbeizuführen, obwohl er spürte, dass er sich damit keinen Gefallen tat. „Ich hätte es so laufen lassen müssen“, gestand er im Nachhinein ein.

Nun sucht er im Schnee von Niederschlesien nach seiner verlorenen Leichtigkeit. Bei einem strengen Programm von vier Rennen in fünf Tagen ist der Erfolg nicht unbedingt programmiert. Denn die teilnehmenden Nationen schicken besonders jene Athleten nach Polen, die sich eventuell noch Hoffnungen auf einen Startplatz bei der Weltmeisterschaft in Hochfilzen machen dürfen. Allen voran der Deutsche Ski-Verband, der neben Bischl auch noch Florian Graf, Michael Willeitner, Matthias Dorfer, Roman Rees und Philipp Nawrath aufgeboten hat.

Das Sextett ist sowohl für das Einzelrennen am heutigen Mittwoch (10 Uhr) als auch für den Sprint am Freitag (10 Uhr), die Verfolgung am Samstag (10 Uhr) und die Staffeln am Sonntag (10 Uhr) gesetzt. „Wenn ich locker bin, kommt alles von allein“, lautet Bischls Formel, von der einmal mehr sein Wohl und Wehe abhängig ist. Die Gefahr, allen guten Vorsätzen zum Trotz im ehemaligen Bad Reinerz zu verkrampfen, ist aber groß. Vielleicht jedoch findet der Biathlet im Kurort auch sein Heil, wenn er sich einmal von seinen eigenen zentnerschweren Erwartungen freimacht.

Christian Heinrich

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