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Gewitterzelle hinterlässt Spur der Verwüstung im Landkreis Weilheim-Schongau - Bundesstraße gesperrt

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Von: Jörg von Rohland, Sebastian Tauchnitz, Veronika Ahn-Tauchnitz, Kathrin Brack

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Eine Gewitter-Superzelle hat am Sonntag eine Spur der Verwüstung im Landkreis Weilheim-Schongau hinterlassen. Betroffen ist vor allem Obersöchering. Rettungskräfte sind im Dauereinsatz.

Landkreis - Drohend hatten sich die Gewitterwolken am späten Sonntagnachmittag über dem Landkreis Weilheim-Schongau zusammengebraut. Während es an vielen Stellen heftig regnete und auch kleinkörnig hagelte, traf es den Bereich rund um die Gemeinde Obersöchering mit voller Wucht. Orkanböen, Starkregen und große Hagelkörner schlugen eine Schneise der Verwüstung.

In einem Waldgebiet bei Eglfing riss das Unwetter einen Jägerstand um, ein darauf sitzender Jäger stürzte in die Tiefe und verletzte sich tödlich.

Bundesstraße 2 472, Obersöchering, Unwetter
Auf der Bundesstraße kam der Verkehr zum Erliegen. © Sebastian Tauchnitz

Gewitter in Obersöchering: Reihenweise werden Bäume entwurzelt

Entlang der B2/B472 wurden reihenweise große Bäume entwurzelt. Äste, Laub, gesplitterte Holzstämme versperrten die Bundesstraße. Zahlreiche Einsatzkräfte, aber auch andere freiwillige Helfer mit schwerem Gerät sind zur Stunde noch vor Ort, um zumindest die Fahrbahn wieder frei zu bekommen. Der Verkehr kam zwischenzeitlich komplett zum Erliegen. Die Bundesstraße wurde gesperrt. Die Polizei ist vor Ort. Auch zahlreiche Feuerwehrleute sind im Dauereinsatz.

Update: 25. Juli, 19.45 Uhr:

Die Polizei in Schongau hatte am Abend noch keine Übersicht zu den Schäden des kurzen, aber umso heftigeren Unwetters. Die Gewitterzellen waren nach Angaben der Beamten gegen 17 Uhr von Südwesten her aufgezogen und wüteten in Prem, Steingaden und Rottenbuch, bevor sie weiter Richtung Nordosten weiterzogen und Eglfing, Obersöchering, Iffeldorf und Habach mit voller Wucht trafen. In Prem fiel der Maibaum um und beschädigte mehrere Autos. Menschen kam ersten Meldungen zufolge nicht zu Schaden. „Wir haben ziemlich viel Glück gehabt“, meinte ein Beamter. Die Feuerwehren im südwestlichen Landkreis waren nach Auskunft der Polizisten im Dauereinsatz. Wegen des Starkregens waren zahlreiche Keller vollgelaufen, die ausgepumpt werden mussten.

Die Integrierte Leitstelle (ILS) Oberland in Weilheim, die auch die Einsätze in den Nachbarlandkreisen Garmisch-Partenkirchen und Bad Tölz-Wolfratshausen koordiniert, zählte bis 19.30 Uhr allein 87 Einsätze im Landkreis. Garmisch-Partenkirchen und Bad Tölz-Wolfratshausen kamen mit 35 beziehungsweise 18 Alarmierungen etwas glimpflicher davon. „Nicht mitgerechnet sind alle Einsätze, die über die Feuerwehren eingegangen sind“, erklärte ein Sprecher. Die Schwerpunkte lagen laut der ILS in Prem, Iffeldorf und Habach – dort stürzte ein Baum auf ein Auto, zwei Personen wurden dabei leicht verletzt. Außerdem sei der Kirchturm in Huglfing abgedeckt worden. „Die restlichen Einsätze waren einfache Unwettereinsätze.“ 

Weitere Informationen folgen

Auch andere Landkreise am Alpenrand hat es am heutigen Sonntag schwer getroffen. Gewitter zogen über große Teile Südbayerns hinweg. Der DWD hatte zuvor in einigen Regionen sogar eine Unwetterwarnung der Stufe drei herausgegeben.

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