Dr. Corina Jantke gab in der Versammlung einen Überblick über den weltweiten Milchmarkt.  Gronau

Milchviehtag

Wachstum über Werte, nicht über Mengen

Die Situation auf dem Milchmarkt und Markttrends waren Themen des Milchviehtags, zu dem der „Verband für landwirtschaftliche Fortbildung“ und das „Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten“ Weilheim eingeladen hatten. 150 Landwirte ließen sich beim „Stroblwirt“ über den Weltmarkt und die Strategien zweier Molkereien informieren.

Oberhausen – Der Milchmarkt ist in Bewegung. Dies war eine der Kernaussagen der Referenten. Dies gelte für konventionelle Milch ebenso wie für Biomilch, allerdings würden für die beiden Produkte unterschiedliche Spielregeln gelten. Einen Überblick über den Weltmarkt gab Dr. Corina Jantke vom „Institut für Ernährungswirtschaft und Märkte“. Nach ihren Statistiken werden derzeit weltweit 829 Millionen Tonnen Milch erzeugt. Es gebe in allen Regionen ein Wachstum, am größten sei es in Asien, das aber nur einen Selbstversorgungsgrad von 91 Prozent habe. Die Hauptimporteure seien nach wie vor China und Russland. Global gesehen hätten die Milcherzeuger kein Problem. Jantke: „Es gibt genügend Nachfrage.“

Für die Europäische Union, wo der Selbstversorgungsgrad 113,9 Prozent betrage, sieht sie daher Chancen im Export. Diesen sieht Bernhard Heger vom BDM kritisch. Mit dem Export von billigen Milchprodukten könnten die Bauern in anderen Ländern, etwa im Senegal, ruiniert werden.

Für Norbert Holzer von der Molkerei „Hochland“ ist Zusammenarbeit eine Chance: „Wir sollen uns nicht gegenseitig bekriegen, sondern gemeinsam arbeiten.“ Zusammenarbeit sei erfolgreich, wenn man die gleichen Werte habe wie sein Partner. So sei es nicht Strategie von „Hochland“, Überschüsse zu exportieren, sondern in den Ländern zu produzieren, wo es Nachfrage gebe, entsprechend wachse das Unternehmen in Russland. Holzer fordert gesamtheitliches Denken. Wachstum müsse künftig über Werte erfolgen, nicht über Mengen. Es gehe darum, die Zukunft zu gestalten – unter Berücksichtigung von Entwicklungen, wie etwa dem Trend zu vegetarischer und veganer Ernährung.

Der Biomilchmarkt ist laut Christian Wagner von der Andechser Molkerei „Scheitz“ eher regional, also vom Weltmarktgeschehen weniger betroffen. Für den Biomarkt sieht er noch Wachstumschancen, wie in Österreich zu sehen sei. Dort liege der Bio-Anteil an der Milch bei 15 Prozent, in Deutschland erst bei drei Prozent. Erfreulich hoch seien die Zuwächse, so etwa in Frankreich binnen Jahresfrist um 41 Prozent. Der Preisabstand zur konventionellen Milch von derzeit 22 Cent pro Kilogramm werde aber trotz steigender Nachfrage „nicht langfristig zu halten sein“.

Alfred Schubert

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