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Nach der Schließung der Filialen

VR-Bank: Bürgermeister suchen Lösungen

  • Sebastian Tauchnitz
    vonSebastian Tauchnitz
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Die Nachricht von der Schließung der VR-Bank-Filialen in Obersöchering, Pähl und Wessobrunn traf nicht nur die Kunden, sondern auch die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden unvorbereitet. Nun wird intensiv nach Lösungen gesucht.

Landkreis – Georg Guggemos, der neue Bürgermeister von Wessobrunn, hätte sich sicher auch einen angenehmeren Start ins neue Amt vorstellen können. Und doch trudelte ihm wenige Tage nach Amtsantritt dieNachricht von der Schließung der VR-Bank-Filiale (wir berichteten) auf den Tisch. „Ich bin sehr enttäuscht von der Vorgehensweise der VR-Bank Werdenfels. Die als Begründung angegebene Zusatzbelastung durch die Corona-Krise kann ich nicht erkennen“, so Guggemos. Gerade für die älteren Bewohner des Dorfes sei die Filialschließung eine schlechte Nachricht.

Lesen Sie auch unseren Kommentar zu den Filialschließungen

Er kündigte an, das Thema sowohl bei der gestrigen Bürgermeister-Dienstbesprechung als auch im Gemeinderat noch einmal zur Sprache bringen zu wollen. Jedoch: „Die Möglichkeit der Einflussnahme für uns ist gering. Allerdings haben wir versprochen, uns für die Leute in der Gemeinde einzusetzen“, so Guggemos. Für ihn gehe es nun vor allem darum, ein möglichst umfangreiches verbleibendes Angebot vor Ort zu erreichen. „Ich möchte nicht nur einen EC-Automaten, sondern ein richtiges Selbstbedienungszentrum mit Kontoauszudrucker usw.“, sagte er.

Pähls Bürgermeister: „Ich habe einen Plan“

Pähls Bürgermeister Werner Grünbauer geht sogar noch einen Schritt weiter: „Ich habe schon einen fertigen Plan im Schreibtisch“, kündigte er an. Die Schließung der VR-Bank-Filale in Pähl kam für ihn nicht überraschend: „Ich rechne schon seit einiger Zeit damit“, bekannte Grünbauer. Er habe auch Verständnis für die Entscheidung. „Die VR-Bank Werdenfels ist ein Betrieb, der gezwungen ist, nach wirtschaftlichen Bedingungen zu handeln“, so der Bürgermeister. Natürlich bedauere man die Entscheidung, die Filiale nach der Corona-Krise nicht wieder zu öffnen, aber nun gehe es darum, eine Lösung zu finden, damit die Bankkunden aus Pähl nicht nach Weilheim fahren müssen. 

Unternehmensübergreifende Filiale als Lösung?

Grünbauer schwebt eine Art unternehmensübergreifende Filiale vor, die in einem der Nutzungsräume der geplanten Tagespflege in Pähl untergebracht werden soll. „Beim Neubau des Rewe-Marktes haben wir ähnlich agiert. Damals gab es die Auflage, eine Postfiliale zu integrieren“, berichtete der Pähler Bürgermeister im Gespräch mit der Heimatzeitung. Diese Bankfiliale könne dann von verschiedenen Banken genutzt werden. Nun müsse das Konzept allerdings zunächst einmal mit dem Bauherrn, dem Gemeinderat und den möglichen Nutzern der Räumlichkeiten besprochen werden.

VR-Bank: An allen Standorten EC-Automaten und Kontoauszugdrucker

Michael Schuldes, Leiter des Vorstandsstabs bei der VR-Bank Werdenfels, kündigte gestern an, dass an allen drei betroffenen Standorten in Obersöchering, Pähl und Wessobrunn SB-Standorte mit EC-Automat und Kontoauszugdrucker eingerichtet werden sollen. Die Kunden sollen ihre gewohnten Ansprechpartner weiter behalten, auch wenn diese in Zukunft an anderen Standorten eingesetzt seien. 

Zum Vorschlag, in Pähl eine gemeinsame Filiale mit der Sparkasse zu betreiben, meinte Schuldes: „Das werden wir prüfen“. Beide Banken betreiben schon in Polling und Oberhausen gemeinsam EC-Automaten. Auch bei der Sparkasse Oberland war man überrascht vom Vorschlag des Pähler Bürgermeisters: „Darüber kann man nachdenken“, meinte Pressesprecher Robert Christian Mayer.

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