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So soll das neue Dorfladen-Gebäude aussehen.

Neuer Dorfladen wächst

Heute Hebauf für Obersöcherings schöne neue Mitte

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Heute soll Hebauf für den neuen Dorfladen in Obersöchering gefeiert werden. Das Projekt ist weit mehr als bloß ein Nahversorger. Es ist ein geschickt geplantes neues Ortszentrum.

Obersöchering – Man merkt es Bürgermeister Reinald Huber und Architekt Hans Hagleitner aus Waakirchen schon an – sie sind stolz auf das Gebäude, das derzeit im Herzen der Gemeinde Obersöchering kontinuierlich wächst. Heute soll im Feuerwehrgerätehaus Hebauf für den Neubau gefeiert werden.

Am Anfang war der Wunsch nach einem Dorfladen, berichtet Bürgermeister Huber: „Da war irgendwann einer von diesen Projektentwicklern da. Der wollte uns so einen flachen Supermarkt mitten in den Ort stellen und behauptete, er habe schon ein Grundstück.“ Da wurde Huber hellhörig. „Ich habe gefragt, welches Grundstück er meint. Es war eines, das der Gemeinde gehört. Da habe ich ihm gesagt, dass wir das ganz bestimmt nicht verkaufen“, sagt Huber.

Optimale Ausnutzung eines prominenten Platzes im Ort

Stattdessen begann die Gemeinde mit den Planungen für den Dorfladen. Im Laufe des Architektenwettbewerbs reichte auch Hans Hagleitner seinen Entwurf ein. „Uns ging es darum, dass der prominente Platz in der Mitte des Ortes optimal ausgenutzt wird“, berichtet er. Schnell war klar: Es sollte nicht nur ein Supermarkt werden, sondern ein Dorfladen mit Metzgerei, Café und bezahlbaren Wohnungen im Obergeschoss.

Lange wurde geplant, nun wird gebaut. Im Erdgeschoss entsteht ein Dorfladen mit gerade einmal 205 Quadratmetern Verkaufsfläche. Wo viele Discounter müde abwinken – sie steigen meist erst bei mindestens 800 Quadratmetern Verkaufsfläche ein – sieht Edeka-Kaufmann Siegfried Wunder aus Ohlstadt eine Chance. Er will den Laden pachten und auch auf der kleinen Fläche das komplette Sortiment unterbringen. Damit das klappt, hat Architekt Hagleitner die Statik so berechnen lassen, dass so gut wie keine Stützstreben im Verkaufsraum nötig sind.

Elf bezahlbare und barrierefreie Wohnungen 

Die Metzgerei und das Café wird Dorfmetzger Martin Lederer übernehmen. Er betreibt derzeit ein EU-zertifiziertes Schlachthaus und einen kleinen Laden direkt an der Gemeindeverwaltung, berichtet Bürgermeister Huber. Das Schlachthaus bleibt, wo es ist, der Laden zieht aber nach Fertigstellung rüber in den Neubau. Das Café wird auch einen Freisitz unter den vorgelagerten Arkaden anbieten – direkt unter den alten Bäumen, die erhalten bleiben.

Vorfreude: Architekt Hans Hagleitner (l.) und Bürgermeister Reinald Huber vor dem Neubau.

Obendrüber entstehen elf barrierefreie Wohnungen in verschiedenen Größen. Von der Zweizimmerwohnung mit rund 50 Quadratmetern bis hin zur geräumigen Fünfzimmerwohnung. Bürgermeister Huber hat bereits einen Ordner mit 19 Bewerbungen für die einzelnen Wohnungen. Das liegt auch an den vergleichsweise günstigen Mietpreisen: „Wir haben noch nicht alles kalkuliert, gehen aber davon aus, dass wir bei eine Kaltmiete landen, die zwischen 7,50 und 8,50 Euro liegt“, sagt er.

Denn die Wohnungen wurden so geplant, dass sie alle förderfähig sind. Und so übernimmt der Freistaat Bayern 90 Prozent der Kosten: 30 Prozent schießt er sofort zu, 60 Prozent gibt er als Kredit mit 0,99 Prozent Zinsen auf 30 Jahre. So rechnet sich der Neubau, der rund 5,3 Millionen Euro kosten wird, sagt Huber weiter.

Alte Molkerei wird abgerissen

Und damit rund um den Dorfladen auch wirklich ein Ort entsteht, der zum Verweilen einlädt, wird im Herbst die alte Molkerei, die auf dem Nachbargrundstück steht, abgerissen. „Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen“, sagt Huber im Namen des Gemeinderates. Das Gebäude sei schon schön und präge das Ortsbild durchaus, aber eine Sanierung wäre finanziell zu aufwändig geworden. Nun soll auf dem Areal eine ausgedehnte Grünfläche, fast ein kleiner Park, entstehen.

Wenn alles klappt, soll das alles im Frühjahr 2019 fertig sein. Dann ist der Laden eingeräumt, sind die Wohnungen bezogen und Obersöchering hat seine schöne neue Mitte. Die Vorfreude ist groß, weswegen heute beim Hebauf sicher schon einmal das eine oder andere Helle auf die geglückte Fertigstellung des Rohbaus getrunken wird.

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