Gemeinderat segnet Bauantrag der Firma "Schmid" ab

Garagen statt Gewerbegebiet

Obersöchering – Der Gemeinderat segnet den Bauantrag der Firma „Schmid“ für eine Fahrzeughalle an der B 472 ab – Das soll auch den Ort entlasten.

Eine ebenso langwierige wie schwierige Geschichte neigt sich dem Ende zu: Der Obersöcheringer Gemeinderat segnete in seiner jüngsten Sitzung einstimmig den Bauantrag der Firma „Schmid Gastro Service“ auf Neubau von Lastwagen-Garagen im südlichen Ortsbereich nahe der B 472 ab. Das Grundstück liegt im Gewerbegebiet „Söchering Ost“.

Bürgermeister Reinald Huber spricht von einem „langen Findungsprozess“. Eigentlich wollte die Gemeinde für das Unternehmen, das seit seiner Gründung im Jahr 1968 in Obersöchering ansässig ist, in einem eigens für den Betrieb gedachten neuen Gewerbegebiet circa 220 Meter südwestlich von Untersöchering ansiedeln. „Schmid“ wollte umziehen, denn der heimische Standort am Blumenweg ist beengt. Der Gastronomie-Lieferant beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 60 Mitarbeiter und betreut circa 2500 Kunden, das Sortiment umfasst rund 5000 Artikel. Neben dem Oberland hat „Schmid“ eine Niederlassung in Traunstein. In Untersöchering sollten neben einer großen Tiefkühlhalle, Lastwagen-Garagen und Bürogebäude auch ein Trockenlager und ein Abwasser-Sickerbecken entstehen. Wie berichtet, sorgten erst Proteste der Anwohner dafür, dass die Pläne abgespeckt wurden, dann legte sich vor einem Jahr die Regierung von Oberbayern quer: Sie lehnte das Vorhaben aus optischen Gründen und vor allem wegen fehlender Ortsanbindung ab. Das Gewerbegebiet sei auf der „grünen Wiese“ geplant und widerspreche dem Landesentwicklungsplan, hieß es damals. Geschäftsführer Anton Schmid, gebürtiger Obersöcheringer, war dementsprechend enttäuscht und sprach davon, seine Niederlassung Traunstein auszubauen. Selbst ein Komplettabzug seines Betriebs nach Tirol konnte er sich vorstellen.

Die Gemeinde versuchte, eine Lösung zu finden. Das Unternehmen habe ja „im Ort bleiben wollen“, wie Rathauschef Huber erklärt. Ergebnis: Die Firma bekam wenigstens ein Grundstück für die Auslagerung seiner Fahrzeuge im Gewerbegebiet „Söchering Ost“ angeboten. Eine Teilfläche in Richtung B 472 erhielt „Schmid“, die andere ist laut Huber für eine Erweiterung des Nachbar-Betriebs „Floringo“ gedacht. Laut Bauantrag soll eine 50 Meter lange, 10,50 Meter breite und 5,75 Meter hohe Halle entstehen. Platz ist für zwölf Lastwagen, „die uns dann innerorts nicht mehr belasten“, so Huber.

Das Grundstück gehörte der Gemeinde, die es per Tausch an das Unternehmen abgab. Dafür erhält Obersöchering rund zwei Hektar „Öko-Ausgleichsflächen“. Eigentlich wollte die Kommune der Firma das Areal verpachten, nun gab es doch einen Kauf, was Huber begrüßt: „Das ist wichtig für die Gemeinde, sie tut etwas für ihr Ökokonto.“ Das von der Regierung abgelehnte Gewerbegrundstück in Untersöchering befindet sich wieder im Besitz der Kommune: Sie hat die rund drei Hektar Fläche von „Schmid“ und einem Landwirt zurückgekauft.

Andras Baar

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