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Die Todesursache von Siegfried Rauch ist nun bekannt.

Todesursache ist inzwischen klar

Siegfried Rauch (†85) gestorben: Feuerwehrchef kämpfte um sein Leben

Schauspieler Siegfried Rauch („Traumschiff“, „Bergdoktor“) ist in Untersöchering gestorben. Der Feuerwehrchef kämpfte noch um sein Leben.

Update vom 16. März 2018: Nicht nur die TV-Fans haben sich mittlerweile vom am Montag verstorbenen Siegfried Rauch verabschiedet - Auch seine engsten Angehörigen nahmen mit einer Todesanzeige im Münchner Merkur und tz Abschied vom Bergdoktor-Schauspieler.

Update vom 12. März 2018, 18.20 Uhr: Zunächst schien es so, als sei Rauch an den Folgen eines Treppensturzes gestorben.

Am Montagabend steht allerdings fest: Siegfried Rauch ist an Herzversagen gestorben. Wie sein Manager Michael Jodl mitteilt, habe dies die Obduktion ergeben. Der Treppensturz se nicht die Todesursache gewesen.

Siegfried Rauch gestorben: Am Montag war er im Feuerwehrhaus

Der Schulungsraum im Feuerwehrgerätehaus in Untersöchering ist so etwas wie die inoffizielle Wirtschaft des Ortes. "Meistens sonntags treffen sich dort die Kameraden auf einen Schoppen", sagt der Bürgermeister der Gemeinde Obersöchering, Reinald Huber. Die Nachbarn aus dem winzigen Ortsteil sind dabei natürlich auch eingeladen. Regelmäßig bei den Feuerwehrlern zu Gast war auch Schauspieler Siegfried Rauch, dessen Haus direkt neben der Feuerwehr liegt.

So auch am Sonntagabend. "Er hatte auf ein Glaserl Wein vorbeigeschaut, um ein bisschen zu ratschen", berichtet Huber. Als sich der 85-Jährige auf den Heimweg machen wollte, schickte Feuerwehrkommandant Sebastian Leis extra noch einen Kameraden mit. Der Schulungsraum im erst kürzlich sanierten Gerätehaus liegt im Obergeschoss, "die Treppe ist nicht ohne", so Huber. Den Feuerwehrleuten sei aufgefallen, dass Rauch "a bisserl wackelig auf den Beinen war".

Siegfried Rauchs Leiche wird aus dem Feuwerwehrhaus in Untersöchering getragen.

Siegfried Rauch gestorben: Feuwehrchef leitete Wiederbelebung ein

Trotz Begleitung stürzte Rauch die Treppe herunter. "Unser Feuerwehrchef hat umgehend selbst die Reanimierung eingeleitet, während der Rettungswagen alarmiert wurde", berichtet der Bürgermeister. Doch jede Hilfe kam zu spät. Die Kriminalpolizei Rosenheim hat die Ermittlungen aufgenommen, lehnt aber derzeit jede Stellungnahme ab: "Wir sehen keine Veranlassung, über das Thema Auskunft zu geben", hieß es am Montagmorgen auf Anfrage des Weilheimer Tagblatt/Penzberger Merkurs.

Im Obersöchering herrscht derweil Fassungslosigkeit. Rauch war ein überaus beliebter Dorfbewohner, sagt Bürgermeistrer Rainald Huber. Seit 1973 habe der Schauspieler in dem Haus direkt neben der Feuerwehr gewohnt. Und obwohl dort Weltstars wie Steve McQueen ein- und ausgingen, "war er ein richtig unkomplizierter Bürger. Er war halt der Sigi und gut is", sagt Huber.

Große Trauer auch in Murnau: Der Schauspieler hatte einen engen Bezug zum Markt, wie merkur.de berichtet

Große Trauer um Siegfried Rauch in Obersöchering

Als die Gemeinde sich unlängst ein Goldenes Buch zulegte, sei Traumschiff-Kapitän Siegfried Rauch natürlich der erste gewesen, der sich eintrug: "Das war eine schöne Feier", erinnert sich Huber. Er habe sich regelmäßig mit "dem Sigi" zum Ratschen getroffen, beim 50. Geburtstag des Bürgermeisters hätten sie gemütlich eine Pfeife miteinander geraucht. Gesprächsthema dabei war oft die Natur: "Der Siegfried Rauch war sehr naturverbunden. Regelmäßig war er im Holz unterwegs - ihm gehörte ein Stück Wald bei Söchering".

Noch ist unklar, wie die Gemeinde ihres berühmtesten Bewohners gedenken wird: "Das ist zu früh für Pläne", sagt Huber. Er geht aber davon aus, dass Rauch in seinem geliebten Untersöchering zur letzten Ruhe gebettet wird.

Das Wohnhaus (l) des verstorbenen Schauspielers Siegfried Rauch in Untersöchering neben der Feuerwehr.

Siegfried Rauch hinterlässt einen Lücke in der Region

Doch nicht nur in Untersöchering, in der gesamten Region hinterlässt Rauch eine große Lücke. Denn er war eben nicht nur der Film- und Fernsehstar, der in über 500 Produktionen in Deutschland und Hollywood mitgewirkt hat, sondern auch ein gern gesehener Gast auf vielen Veranstaltungen. Erst Ende des vergangenen Jahres begeisterte er über 500 Besucher in Murnau mit einer Lesung von Weihnachtsgeschichten, im Sommer setzte er den heiteren Schlusspunkt bei der „Weilheimer Lesepause“ im Pfarrheim „Miteinander“. Rauch war allerdings weit mehr als nur ein Schauspieler. Eine seiner zahllosen Leidenschaften war auch die Musik. Vielen Weilheimern unvergessen ist nach wie vor sein Auftritt bei der „1. Weilheimer Einkaufsnacht“, als er sein Gesangstalent unter Beweis stellte und sie mit „It’s wonderful“ in die Ära des Swing entführte.

Auch den Pinsel schwang der gebürtige Landsberger, der seine Kindertage am Ammersee verbrachte, gern, wenn ihm die Zeit dazu blieb. Die dabei entstandenen Aquarelle wurden oft für den guten Zweck versteigert.

Rauch, Oberbayer durch und durch, scheute sich allerdings auch nicht davor, deutliche Worte auszusprechen, wenn ihm etwas gegen den Strich ging. So kritisierte er 2004 deutlich die vom damaligen Staatskanzleichef Erwin Huber angestoßene Reform der Staatsforstverwaltung, prägte den Begriff der „ministerialen Schreibtischförster“.

Im Gespräch mit der Heimatzeitung verriet Rauch vor einigen Jahren, dass er auf seinen wochen-, teils monatelangen Reisen, die er für die „Traumschiff“-Drehs absolvieren musste und die ihn in die weite Welt führten, immer ein paar Bilder von der Heimat dabei habe. Wenn die Sehnsucht nach dem „blauen Land“ überhand nahm, dann schloss er sich in seine Kabine ein und schaute sich die Fotos an.

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