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Auf der Bank im Garten seines Hauses in Untersöchering, die blaue Schürze um und die Pfeife in der Hand – so kannten und schätzten ihn seine Nachbarn, so werden sie Siegfried Rauch in Erinnerung behalten.

Bürgermeister schildert den dramatischen Abend

Siegfried Rauch (†85): Den Feuerwehrlern war schon vor dem Sturz was aufgefallen

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Er brachte Millionen Fernsehzuschauern die weite Welt nach Hause und war doch heimatverbundener Söcheringer durch und durch: „Traumschiff“-Kapitän Siegfried Rauch starb in der Nacht zum Montag bei einem Unglück in Untersöchering.

Untersöchering – Der Schulungsraum im Feuerwehrgerätehaus in Untersöchering ist so etwas wie die inoffizielle Wirtschaft des Ortes. „Meistens sonntags treffen sich dort die Kameraden auf einen Schoppen“, sagt der Bürgermeister der Gemeinde Obersöchering, Reinald Huber. Die Nachbarn aus dem kleinen Ortsteil sind dabei natürlich auch eingeladen. Regelmäßig bei den Feuerwehrlern zu Gast war auch Schauspieler Siegfried Rauch, dessen Haus direkt neben der Feuerwehr liegt.

So auch am Sonntagabend. „Er hatte auf ein Glaserl Wein vorbeigeschaut, um ein bisschen zu ratschen“, berichtet Huber. Als sich der 85-Jährige auf den Heimweg machen wollte, schickte Feuerwehrkommandant Sebastian Leis sicherheitshalber noch einen Kameraden mit. Der Schulungsraum im erst kürzlich sanierten Gerätehaus liegt im Obergeschoss, „die Treppe ist nicht ohne“, so Huber. Den Feuerwehrleuten sei aufgefallen, dass Rauch „a bisserl wackelig auf den Beinen war“.

Trotz Begleitung stürzte Rauch um kurz nach halb neun die Treppe herunter, verletzte sich schwer. „Unser Feuerwehrchef hat umgehend selbst die Reanimierung eingeleitet, während der Rettungswagen alarmiert wurde“, berichtet der Bürgermeister. Doch jede Hilfe kam zu spät, Rauch verstarb noch am Unfallort. Die Kriminalpolizei Rosenheim hat die Ermittlungen aufgenommen, lehnt aber derzeit jede Stellungnahme ab.

Letztes Jahr trug sich Rauch, begleitet von seiner Frau Karin und im Beisein des Obersöcheringer Bürgermeisters Reinald Huber, ins Goldene Buch d er Gemeinde ein.

„Er war halt der Sigi und gut is“

Im Obersöchering herrscht derweil Fassungslosigkeit. Rauch war ein überaus beliebter Dorfbewohner, sagt Bürgermeister Huber. Seit 1973 habe der Schauspieler in dem Haus direkt neben der Feuerwehr gewohnt. Und obwohl dort Weltstars wie Steve McQueen ein- und ausgingen, „war er ein richtig unkomplizierter Bürger. Er war halt der Sigi und gut is“, sagt Huber. Als die Gemeinde sich im vergangenen Jahr ein Goldenes Buch zulegte, sei „Traumschiff“-Kapitän Siegfried Rauch natürlich der Erste gewesen, der sich eintrug: „Das war eine schöne Feier“, erinnert sich Huber. Er habe sich regelmäßig mit „dem Sigi“ zum Ratschen getroffen, beim 50. Geburtstag des Bürgermeisters hätten sie gemütlich eine Pfeife miteinander geraucht. Gesprächsthema dabei sei oft die Natur gewesen: „Der Siegfried Rauch war sehr naturverbunden. Regelmäßig war er im Holz unterwegs – ihm gehörte ein Stück Wald bei Söchering“.

Noch ist unklar, wie die Gemeinde ihres berühmtesten Bewohners gedenken wird: „Das ist noch viel zu früh für Pläne“, sagt Huber. Er geht aber davon aus, dass Rauch in seinem geliebten Untersöchering zur letzten Ruhe gebettet wird.

Doch nicht nur in Untersöchering, in der gesamten Region hinterlässt Rauch eine große Lücke. Denn er war eben nicht nur der Film- und Fernsehstar, der in über 500 Produktionen in Deutschland und Hollywood mitgewirkt hat, sondern auch ein gern gesehener Gast auf vielen Veranstaltungen. Erst Ende des vergangenen Jahres begeisterte er über 500 Besucher in Murnau mit einer Lesung von Weihnachtsgeschichten, im Sommer setzte er den heiteren Schlusspunkt bei der „Weilheimer Lesepause“ im Pfarrheim „Miteinander“. Rauch war allerdings weit mehr als nur ein Schauspieler. Eine seiner zahllosen Leidenschaften war auch die Musik. Vielen Weilheimern unvergessen ist nach wie vor sein Auftritt bei der „1. Weilheimer Einkaufsnacht“, als er sein Gesangstalent unter Beweis stellte und sie mit „It’s wonderful“ in die Ära des Swing entführte.

Auch den Pinsel schwang der gebürtige Landsberger, der seine Kindertage am Ammersee verbrachte, gern, wenn ihm die Zeit dazu blieb. Die dabei entstandenen Aquarelle wurden oft für den guten Zweck versteigert.

Als Musiker wusste Siegfried Rauch ebenso zu begeistern wie als Schauspieler. Unvergessen sein Swing-Auftritt bei der 1. Weilheimer Einkaufsnacht im Oktober 2010.

Rauch, Oberbayer durch und durch, scheute sich allerdings auch nicht davor, deutliche Worte auszusprechen, wenn ihm etwas gegen den Strich ging. So kritisierte er 2004 deutlich die vom damaligen Staatskanzleichef Erwin Huber angestoßene Reform der Staatsforstverwaltung, prägte den Begriff der „ministerialen Schreibtischförster“.

Im Gespräch mit der Heimatzeitung verriet Rauch vor einigen Jahren, dass er auf seinen wochen-, teils monatelangen Reisen, die er für die „Traumschiff“-Drehs absolvieren musste und die ihn in die weite Welt führten, immer ein paar Bilder von der Heimat dabei habe. Wenn die Sehnsucht nach dem „blauen Land“ überhand nahm, dann schloss er sich in seine Kabine ein und schaute sich die Fotos an.

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