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Viele Besucher und Oldtimer-Fahrer lockt die Veranstaltung jedes Jahr zur Tiefstollenhalle. 

Veranstaltung am 17. Juni

Oldtimertreffen wieder Fall für Gericht

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In zwei Wochen soll in Peißenberg das Oldtimertreffen der „Gasoline Gang“ stattfinden. Ein Anwohner will das verhindern.

Peißenberg – Die „Gasoline Gang“ fiebert schon darauf hin: In zwei Wochen, am 17. Juni, will sie zum sechsten Mal ihr Oldtimertreffen an und in der Peißenberger Tiefstollenhalle veranstalten. Das passt einem Anwohner gar nicht. Er hat gegen den Genehmigungsbescheid der Gemeinde Klage eingereicht – nun muss das Verwaltungsgericht München entscheiden: Darf das „Vintage Motor & Music Festival“, wie es offiziell heißt, steigen?

Es ist nicht das erste Mal, dass der Mann gegen die Veranstaltung vorgeht. Mehrfach schon beschwerte er sich bei den Organisatoren und der Gemeinde wegen des Lärms. Im vergangenen Jahr reichte er eine Unterlassungsklage ein, die im Oktober vor dem Verwaltungsgericht behandelt wurde. Eine Entscheidung gab es damals nicht. Der Richter machte aber deutlich: „Im Grundsatz ist die Veranstaltung genehmigungsfähig.“ Einzig der Lärm müsse in Grenzen gehalten werden. Dafür regte er an, dass die „Gasoline Gang“ eine lärmschutzrechtliche Einschätzung vorlegt, auf deren Grundlage die Gemeinde das Festival genehmigen kann.

Eine solche liegt nun aber nicht vor. „Es wurde versucht, eine Einschätzung einzuholen“, sagt Bürgermeisterin Manuela Vanni. Allerdings fand sich kein Experte, der so etwas erstellt. Damit wäre als Alternative ein Gutachten geblieben. „Das hätte aber 5000 bis 7000 Euro gekostet“, sagt Vanni. Sie schlug dem Gemeinderat vor, es in Auftrag zu geben, „damit wir auch für andere Veranstaltungen auf der sicheren Seite sind“. Doch das Gremium lehnte ab – die klamme Gemeinde muss sparen.

Und so ging der Anwohner gegen die Genehmigung des Oldtimertreffens vor. „Er behauptet, er sei dadurch gesundheitlich gefährdet“, sagt Rechtsanwalt Joachim Münzberg, der sowohl die Gemeinde als auch die „Gasoline Gang“ in dem Fall vertritt. Der Kläger befürchte, dass bei einem gesundheitliche Notfall nicht rechtzeitig Retter zu seinem Haus kämen. „Das ist etwas absurd“, kommentiert Münzberg – in direkter Nähe des Wohnhauses sei während des Festivals ein Fahrzeug der Johanniter stationiert.

Münzberg betont, dass es zu keiner weiteren Auseinandersetzung zwischen seinen Mandanten und dem Anwohner kommen soll. Deshalb werde mit mehreren Vorkehrungen dafür gesorgt, dass der Lärmpegel möglichst niedrig bleibt. So werden unter anderem elektronische Lautstärkebegrenzer an den Lautsprecheranlagen angebracht, damit die vorgeschriebenen Werte nicht überschritten werden. Zudem erhält jeder Teilnehmer, der mit einem Oldtimer an der Tiefstollenhalle vorfährt, „eine schriftliche Anweisung über Verhaltensregeln, um sicherzustellen, dass kein Fahrzeugeigentümer unnötigen Lärm macht“. Und auch die Besucherzahl wird durch drei Eingänge geregelt, sodass es nicht zur Überfüllung des Platzes kommen kann. „Das ist in den vergangenen Jahren aber ohnehin noch nie vorgekommen“, sagt Münzberg. Die Einhaltung der Vorschriften überprüft ein Beauftragter der Gemeinde, der bei Problemen dem Veranstalter, der „Gasoline Gang“, Anweisungen geben kann.

Münzberg ist bei all den Vorkehrungen „sehr zuversichtlich, dass die Veranstaltung stattfinden kann“. Der Anwohner sei schließlich auch „der einzige, der sich bei der Gemeinde gegen das Oldtimertreffen wehrt“.

Eine Entscheidung zu dem Fall soll laut Dr. Claus Fischer, Pressesprecher des Verwaltungsgerichts München, im Eilverfahren noch vor dem 17. Juni getroffen werden. Eine mündliche Verhandlung wird es laut Fischer voraussichtlich nicht geben. Der Sachverhalt wurde ja bereits bei der Verhandlung im Oktober vor Gericht erörtert.

Die Entscheidung hat laut Anwalt Münzberg weitreichende Folgen. „Wenn der Anwohner durchkommen würde, wäre es der Gemeinde Peißenberg in Zukunft unter Umständen verwehrt, andere Kulturveranstaltungen, zum Beispiel der Sportvereine oder Trachtenvereine, mit Aufenthalten im Freien durchzuführen“ – und das auf einer Fläche, „die für Veranstaltungen vorgesehen ist“.

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