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Petitionsübergabe mit Eseldame „Lolo“: (v.l.) Landrätin Andrea Jochner-Weiß mit den Initiatorinnen Nadine Lerf, Diemut Walde, „Asinella“-Betreiberin Anahid Klotz, Nicki Petersen und Martina Kaiser. 

Petition an Landratsamt

7223 Unterschriften für „Asinella“-Eselfarm

  • Andreas Baar
    vonAndreas Baar
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Für den Erhalt der Eselfarm „Asinella“ in Pähl haben über 7000 Menschen unterschrieben. Die Petition wurde gestern im Landratsamt übergeben. Die Kreisbehörde rechnet diesen Monat mit einer Entscheidung aus München.

Pähl/Weilheim – Neue Hoffnung für die Eselfarm „Asinella“ in Pähl: Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU) kündigte gestern an, sich für eine Lösung einzusetzen. Dies teilte sie bei einer Übergabe von tausenden Unterstützerunterschriften im Landratsamt mit. Diese waren von den Administratoren der Facebook-Gruppe „Du kommst aus Weilheim, wenn...“ in vier Wochen gesammelt worden. Sie fordern in einer Petition den Erhalt der Farm. 

Viele Unterschriften aus Landkreis

Laut Initiatorin Diemut Walde aus Wielenbach kamen 7223 Unterschriften zusammen, mehr als 2000 aus dem Landkreis. Wie berichtet, droht den Gebäuden der seit 2005 existierenden Eselfarm der Abriss, weil laut Landratsamt keine landwirtschaftliche Privilegierung samt Baugenehmigung vorliegt. Außerdem sei sie als Gewerbe nicht im Außenbereich zulässig.

„Nachfrage“ nach Baurecht

Die Kreisbehörde war Ende vergangenen Jahres durch „eine „Nachfrage“, ob Baurecht vorliege, aktiv geworden. So sagt es die Landrätin gegenüber der Heimatzeitung. Im Januar gab es eine Baukontrolle. Ende März flatterte der Betreiberin ein behördliches Schreiben ins Haus: Die Gebäude müssen abgerissen werden. Klotz hat nach eigener Aussage einen Antrag auf Privilegierung gestellt. Man habe dies vorher „nicht für dringend empfunden“. Die Eselfarm war aus finanzrechtlichen Gründen als Gewerbe angemeldet worden, hatte Klotz unlängst der Heimatzeitung erklärt.

Bezirksregierung entscheidet

Seitdem wartet sie auf eine Antwort. Das Thema beschäftigt neben dem Landratsamt das Weilheimer Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie die Regierung von Oberbayern. Die Prüfungen laufen, heißt es von der Landrätin. Nach Angaben von Jochner-Weiß liegt eine erste Stellungnahme des Landwirtschaftsamts in München vor. In der Kreisbehörde rechnet man damit, dass sich die Bezirksregierung in den nächsten 14 Tagen zur Privilegierung äußert.

Eseldame bei Übergabe dabei

Die Facebook-Gruppe sowie „Asinella“-Betreiberin Klotz hatten zum Übergabetermin mehrere Anhänger mitgebracht – darunter Eseldame „Lolo“, mit 22 Jahren das dienstälteste Tier auf der Farm. Initiatorin Walde ist glücklich über das Ergebnis. Man habe nur positive Meldungen bekommen, „es gab keine einzige negative Reaktion“, sagt sie. Walde betont die „Einmaligkeit“ der Eselfarm – auch aus Gründen des Tierwohles. Betreiberin Klotz zeigt sich gegenüber der zahlreich erschienenen Medien sichtlich verzweifelt ob der unsicheren Zukunft. Die Farm bietet neben therapeutischem Reiten noch Kurse im Umgang mit den Tieren an. Elf Esel, 30 Schafe, vier Rinder und 31 Bienenvölker sind beheimatet. Der Betrieb läuft weiter, betont Klotz. Schulklassen werden wieder erwartet. Beim Ferienprogramm der Stadt Weilheim macht man erneut mit.

Landrätin: „Geht um Baurecht“

Von der Landrätin gibt es bei der Übergabe lobende Worte. Die Petition sei „eine tolle Aktion“, sagt Jochner-Weiß. Allerdings bekräftigt die Behördenchefin („Ich liebe Tiere“) auch: „Es geht nicht um Tiere, es geht um Baurecht.“ Und dieses gebe es nun mal nicht. Die Tür zuschlagen möchte Jochner-Weiß allerdings nicht: „Wir müssen die Privilegierung irgendwie auf die Reihe bringen.“ Allerdings weist sie auf die Schwierigkeiten hin – ohne Baugenehmigung handelt es sich bei den betreffenden Gebäuden eigentlich um Schwarzbauten. „So etwas zu heilen, ist nicht leicht.“

Betreiberin nicht zufrieden

Die Reaktionen auf die Aussagen der Landrätin fallen unterschiedlich aus. Initiatorin Diemut Walde ist zufrieden. „Es bleibt auch in eine positive Richtung hin offen“, sagt sie. „Es gibt Spielraum.“ Anders sieht es bei „Asinella“-Betreiberin Anahid Klotz aus: „Ich bin überhaupt nicht zufrieden.“ Sie hätte sich mehr von der Landrätin erwartet, lautet die spontane Bilanz der 54-Jährigen. Zum drohenden Verlust ihres Lebenswerks kommt die Sorge um die Schützlinge. „Ich weiß nicht, wo die Tiere hin sollen.“

Zur Not ein Anhörungsverfahren

Stimmt die Regierung von Oberbayern einer nachträglichen Privilegierung zu, gibt es vom Landratsamt eine Aufforderung, einen offiziellen Bauantrag zu stellen. Sagen die Behören jedoch „Nein“, muss nicht gleich abgerissen werden. Es wird ein Anhörungsverfahren gestartet, heißt es von der Kreisbehörde. In diesem werden unter anderem die Nutzungen der Gebäude unter die Lupe genommen, außerdem müssen Belange des Naturschutzes berücksichtigt werden.

Lesen Sie auch: Eselfarm am Ammersee droht das Aus - Betreiberin kämpft um ihr Lebenswerk.

Ebenfalls interessant: Aprilscherz: Ein Esel in der Sparkasse.

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