Die Asinella von oben: Auf dem Gelände stehen das Wohnhaus (1), die Bienenhäuser (2), das Mehrzweckgebäude (3) mit Schaf- und Eselstall, Heulager sowie Mistlege und das Toilettenhäuschen (4).
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Die Asinella von oben: Auf dem Gelände stehen das Wohnhaus (1), die Bienenhäuser (2), das Mehrzweckgebäude (3) mit Schaf- und Eselstall, Heulager sowie Mistlege und das Toilettenhäuschen (4).

Diskussion im Petitionsausschuss

Asinella: Mehr Bauanträge gefordert - Landtagsabgeordnete sprechen sich für Erhalt aus

  • Katrin Kleinschmidt
    VonKatrin Kleinschmidt
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Hoffnungsvoll hatten sich Anahid Klotz und Gerhard Gregori im Kampf um die Asinella-Eselfarm an den Landtag gewandt. Der zuständige Ausschuss hat das Thema für sich für erledigt erklärt. Für die Hofbesitzer bleibt die Zukunft ungewiss – sie sollen weitere Bauanträge einreichen.

Pähl – Es wurde bereits viel diskutiert und gestritten. Doch ein Ergebnis, ob die Asinella-Eselfarm im Außenbereich Pähls bestehen bleiben kann, gibt es bisher nicht. Zuletzt hatte der Petitionsausschuss des bayerischen Landtags im Juni mit Behördenvertretern einen Ortstermin auf dem Hof absolviert, dem das Landratsamt im vergangenen Jahr wegen fehlender Genehmigungen mit Abriss drohte. Das Treffen wurde nun im Gremium ausgewertet. Für den Ausschuss ist das Thema damit beendet – auch ohne endgültige Klärung. Der Ball liegt wieder bei den Hofbesitzern – Anahid Klotz, ihrem Mann Gerhard Gregori und dessen Vater Josef Gregori – sowie dem Gemeinderat Pähl und dem Landratsamt.

In der Sitzung ließen die Berichterstatter des Landtags, Anne Franke (Bündnis 90/Die Grünen) und Berthold Rüth (CSU), erneut wissen, dass ihnen der Bestand der Eselfarm am Herzen liegt. Doch der Einsatz für den Erhalt sieht bei beiden sehr unterschiedlich aus: Franke sieht die Fehler vor allem beim Landratsamt, will diese aufdecken. „Die oberste Aufgabe des Petitionsausschusses ist es, Behördenfehler zu rügen, zu untersuchen und zu heilen“, sagt sie im Gespräch mit der Heimatzeitung. Sie wollte durchsetzen, dass die Privilegierung, die das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weilheim der Eselfarm bescheinigt, vom Landratsamt anerkannt wird – dann wären die Gebäude genehmigungsfrei oder zumindest genehmigungsfähig. Doch ihr Antrag wurde mit großer Mehrheit abgelehnt.

Asinella: Bauanträge für alle Gebäude?

Rüth betonte in der Ausschusssitzung zwar ebenfalls, dass er den Hof als privilegiert ansieht, gibt die Verantwortung für die Entscheidung aber trotzdem zurück an die Behörden. „Ich bin nicht derjenige, der am Ende des Tages entscheidet, ob sie privilegiert sind.“

Rüth schwebt stattdessen nun „ein Gesamtkonzept“ vor – das hatten Alexander Gallus vom Bayerischen Bauministerium und Bürgermeister Werner Grünbauer beim Ortstermin ins Spiel gebracht. Der CSU-Abgeordnete nahm die Idee auf, dass Bauanträge für alle Anlagen eingereicht werden müssten, also auch für das Toilettenhäuschen und das Wohnhaus, das laut Klotz seit 1945 steht. Bei Letzterem sind Klotz und Gregori überzeugt, dass es seit Jahrzehnten genehmigt sei – allerdings fehlt in den Akten ein wichtiger Stempel.

Erste Bauanträge längst eingereicht

Für das Mehrzweckgebäude hat die Familie den Bauantrag längst eingereicht, er soll demnächst im Pähler Gemeinderat behandelt werden. Auch die Verbesserung der Abwassersituation wurde in die Wege geleitet. Nun also werden noch mehr Unterlagen eingefordert. Rüth appellierte an die Familie, „dass sie den aufgezeigten Weg geht und eng mit dem AELF kooperiert“. Mit den Gegenstimmen der beiden Grünen-Abgeordneten wurde sein Antrag, das Thema damit für den Ausschuss abzuschließen, beschlossen.

Mehr Anträge bedeuten für Klotz und die Gregoris neben mehr Aufwand und Kosten auch mehr Möglichkeiten zum Scheitern. Das scheint auch Rüth klar zu sein, der in Richtung der Genehmigungsbehörden die Bitte äußerte, „dass sie ihren Ermessensspielraum nutzen, um in der Tat dieses Vorhaben wohlwollend zu begleiten. Weil es unstrittig ist, dass dort sehr engagierte Menschen leben, die einer Profession nachgehen, mit Leib und Seele“.

Ex-Umweltminister Goppel: Auch ein Streit zwischen Ministerien

Neben den Landtagsabgeordneten durfte sich in der Sitzung auch Thomas Goppel zu Wort melden. Der ehemalige bayerische Umweltminister hatte sich wochenlang mit dem Thema auseinandergesetzt und vermittelt. Der Streit zwischen Asinella und Behörden sei auch ein Streit zwischen Landwirtschafts- und Bauministerium, sagt er. Denn während die einen vor allem auf die Bauvorschriften achteten, konzentriere sich das AELF auf die landwirtschaftlichen Aspekte. Werde die Privilegierung anerkannt, seien die Nebengebäude „entsprechend genehmigungssicher“, ist Goppels überzeugt.

Wie das das Landratsamt im weiteren Verfahren sieht, ist nun abzuwarten. Auf Nachfrage der Heimatzeitung gab es noch keine Auskunft darüber, welche Bauanträge es konkret einfordert – und wann. Die Familie soll das zuerst erfahren.

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