Die Esel durften entspannen, für (v.l.) Gerhard Gregori und Anahid Klotz sowie die Landtagsabgeordneten Berthold Rüth und Anne Franke gab’s beim Ortstermin mit Behörden-Vertretern hingegen viel auszudiskutieren.
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Beim Ortstermin im Juni gab es für (v.l.) Gerhard Gregori und Anahid Klotz sowie die Landtagsabgeordneten Berthold Rüth und Anne Franke viel auszudiskutieren.

Landratsamt entscheidet

Asinella: Gemeinderat stimmt für Bauantrag - trotzdem ist die Zukunft ungewiss

  • Katrin Kleinschmidt
    VonKatrin Kleinschmidt
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Es ist ein positives Signal, mehr aber auch nicht: Der Gemeinderat Pähl hat mit knapper Mehrheit den Bauantrag von Anahid Klotz und Gerhard Gregori befürwortet. Das Zittern ist für die Familie damit noch nicht vorbei.

Pähl – Der Gemeinderat Pähl hat den Bauantrag von Anahid Klotz und Gerhard Gregori für einen Esel- und Schafstall mit Heulager und Mistlege befürwortet – es ist ein erster Fingerzeig, dass die Eselsfarm womöglich doch erhalten bleiben kann. In Sicherheit kann sich die Familie trotz der Abstimmung nicht wiegen. Denn das letzte Wort hat das Landratsamt.

Die Gemeinde hat den Bauantrag sowie den Beschluss am 12. Juli an die Behörde weitergeleitet. „Der Antrag wird derzeit von uns geprüft“, sagt Klaus Mergel, stellvertretender Sprecher des Landratsamtes. Die Einschätzung des Gemeinderats ist nur ein Aspekt im Genehmigungsverfahren. „Unabhängig davon muss das Landratsamt prüfen und entscheiden, ob die baurechtlichen Voraussetzungen für die Erteilung einer Baugenehmigung vorliegen oder nicht“, sagt Mergel. Zusätzlich wird betrachtet, ob die Unterlagen vollständig sind, zudem werden Stellungnahmen vom Landwirtschaftsamt, dem Veterinäramt und dem Wasserwirtschaftsamt eingeholt. Wenn alles vorliegt, trifft das Bauamt eine Entscheidung.

Asinella-Eselfarm: Verschiedene Szenarien denkbar

Dafür gibt es mehrere Szenarien: Wird der Bauantrag genehmigt, dann gilt das Mehrzweckgebäude nicht mehr als Schwarzbau und kann stehen bleiben.

Ist das Landratsamt aber der Meinung, der Antrag könne so nicht genehmigt werden, können ihn Klotz und Gregori laut Mergel „zurückziehen oder einen ablehnenden Bescheid erhalten“. Letzteren könnte die Familie vor Gericht anfechten. Das Zittern für Klotz und Gregori geht also trotz der knappen Zustimmung im Gemeinderat – die Abstimmung endete mit sechs zu fünf Stimmen – weiter.

Müssen weitere Bauanträge folgen?

Das Paar hatte im vergangenen Jahr eine Abrissandrohung des Landratsamtes bekommen, weil es den Hof als Schwarzbau ansieht. Eine nachträgliche Genehmigung der Anlagen ist nur möglich, wenn der Betrieb der Familie als Landwirtschaft eingestuft wird – denn der Hof befindet sich im Pähler Außenbereich, dort sind nur privilegierte Vorhaben zulässig. Neben den Eseln haben Klotz und Gregori Rinder, Ziegen, Schafe und Bienen.

Wie es nach einem positiven Bescheid weiter ginge, ist aktuell unklar. Im Raum steht, dass weitere Bauanträge nötig wären – womöglich für das Wohnhaus und das Toilettenhäuschen. Darüber entscheidet das Landratsamt – das war das Fazit eines Vor-Ort-Termins im Juni, zu dem der Petitionsausschuss des Landtags eingeladen hatte. Das Gremium hat das Thema damit für sich als beendet erklärt. Das Landratsamt hat auf Nachfrage der Heimatzeitung bisher keine Auskunft dazu gegeben, welche Anträge es einfordert. Der zuständige Mitarbeiter ist im Urlaub.

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