Großbrand in Oberau: Anwohner sollen Fenster und Türen schließen

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Die „Hirschberg-Alm“ wird seit 2016 als Asylbewerber-Unterkunft genutzt.

Mietvertrag läuft aus

Asylbewerber verlassen „Hirschberg-Alm“

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Die Ära der „Hirschber-Alm“ bei Pähl als Asylbewerber-Unterkunft geht zu Ende. Ende September läuft der Mietvertrag des Freistaats mit dem Besitzer aus. Die Bewohner werden im Landkreis verteilt.

Pähl – Die „Hirschberg-Alm“ bei Pähl hat eine bewegte jüngere Vergangenheit hinter sich. Einst gehobene Gastronomie mit Hotelbetrieb und Panoramablick über das Voralpenland an der B 2, stand das Objekt nach diversen Flops leer und wurde zum Kauf angeboten – bis der Freistaat Bayern mit der Münchner „Gruber Grundstücks Verwaltungs GmbH“ 2015 einen Mietvertrag schloss. Inhalt: Vom 1. Januar 2016 bis 30. September 2018 wird die Immobilie als Unterkunft für Asylbewerber genutzt, mit einer Belegung von bis zu 70 Personen.

Heuer im Februar mussten rund 30 Asylbewerber zwangsweise ausziehen, weil bei einer Feuerschau der Gemeinde Lücken im Brandschutz zutage kamen. „Die baulichen Mängel wurden durch den Vermieter sehr schnell beseitigt“, sagt Helmut Hartl, Sachgebietsleiter „Ausländeramt“ am Landratsamt. Seit 15. März war eine Neubelegung wieder möglich. Derzeit sind laut Hartl 17 Männer aus Afghanistan, Brasilien, Uganda, Kongo, Peru, Nigeria, Tunesien, Südafrika, Äthiopien und Pakistan untergebracht. Für sie endet im September die Zeit in Pähl, der Mietvertrag wurde nicht verlängert. Lage und Beherbergung in der „Hirschberg-Alm“ – es gibt eine Security und die Asylbewerber werden dort verpflegt – ist nicht ideal, resümiert Hartl. Die Nutzung war der damaligen „Dringlichkeit der Situation“ geschuldet – vor zwei Jahren hatte auch der Landkreis auf einen Schlag viele Flüchtlinge aufnehmen müssen. Die Pläne für Auszug stehen. „Die Bewohner werden im gesamten Landkreis untergebracht“, ist von Hartl zu erfahren. Hauptsächlich kommen sie in die Unterkünfte in Weilheim, Rottenbuch und Steingaden.

Im Pähler Helferkreis sieht man den Umzug mit Sorge. „Wir haben wirklich nette Jungs“, sagt Koordinatorin Angela Pietzcker. „Wir sind traurig, wenn die weg sind.“ Vor allem hoffen die Aktiven, dass ihre Schützlinge gut untergebracht werden. Man habe „Bauchschmerzen“, sollten die Asylbewerber in größere Unterkünfte kommen, „die voll sind mit einer großen Anzahl enttäuschter, frustrierter junger Männer, die nichts zu tun haben“, schreibt Pietzcker im jüngsten Infobrief des Helferkreises. Die Umquartierung ist eine Belastung für die Betroffenen: „Dass bisschen Heimat, dass man hat, ist in Gefahr.“ Die Koordinatorin hebt trotzdem, die „sehr gute Zusammenarbeit“ mit der Kreisbehörde hervor – man sei über die Pläne informiert wurden.

Im Landratsamt hört Helmut Hartl dies gern. Nach „anfänglichen unterschiedlichen Auffassungen“ zwischen Helferkreis und Landratsamt, habe sich ein sehr gutes Verhältnis zwischen allen Beteiligten entwickelt, bilanziert der Sachgebietsleiter. Er teilt jedoch die Bedenken der Helfer nicht. Man präferiere wie bislang die Unterbringung in kleineren Objekten, werde aber auch die vorhandenen größeren Unterkünfte nutzen. Hartl bekräftigt aber: „Wir haben die sozialen Aspekte bei der Umverteilung berücksichtigt.“ Die Betreuung der Asylbewerber – falls gewünscht – sei auch in den neuen Einrichtungen möglich.

In Landkreis Weilheim-Schongau wurden laut Landratsamt Ende Juli 1299 Asylbewerber registriert, bei einer Gesamteinwohnerzahl von 134 012 Menschen machte das einen Anteil von 0,97 Prozent aus. Größte Unterkünfte sind Altenstadt (bis zu 123 Personen), Rottenbuch (99) und Weilheim/Leprosenweg (88). Der Belegungsstand aller Heime liegt laut Hartl bei etwa 80 Prozent.

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