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Die Bürgerinitiative veranstaltet immer wieder Radldemos. Das Bild stammt aus dem Jahr 2015 .

 Nachdem der Bürgerentscheid zum Radweg an der Birkenallee bei Fischen abgelehnt wurde

Bürgerinitiative will nicht locker lassen

Der Bürgerentscheid, bei dem es um den Bau eines Radwegs an der Birkenallee zwischen Fischen und Dießen gehen sollte, ist abgelehnt worden. Was ist jetzt geplant?

Pähl – „Es ist ja nicht der Radweg abgelehnt worden, sondern nur der Bürgerentscheid, wir werden also weitermachen wie bisher“, so Heinz Störig auf die Frage, wie es mit der Bürgerinitiative für den Bau eines Radwegs entlang der Birkenallee weitergeht. Die Situation sei unverändert, zumal die Ablehnung nur aus formalen Gründen – wegen der Nicht-Zuständigkeit der Gemeinde – erfolgt sei.

An der Notwendigkeit des Radwegs entlang der Birkenallee zwischen dem Pähler Ortsteil Fischen und Dießen habe sich nichts geändert, so Störig, der einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens ist. Er ist davon überzeugt, dass es in Pähl und Fischen eine breite Unterstützung für den Radweg gibt. „Die Bürger haben sich regelrecht darum gerissen, unterschreiben zu dürfen“, erinnert er sich an das Unterschriften-Sammeln.

Nur wenige hätten das Bürgerbegehren nicht unterzeichnet – und dafür verschiedene Gründe genannt. Einige hätten hohe Kosten befürchtet, die mit dem Bau des Radwegs auf die Gemeinde zukommen könnten. Nur wenige hätten Bedenken wegen des Naturschutzes gehabt.

Die Mitglieder der Initiative wollen laut einer Pressemitteilung „in den nächsten Wochen insbesondere auch bei den Pähler Bürgern intensiv für den Bau des Birkenallee-Radwegs werben und weitere Unterschriften sammeln“. „Wir wollen der Politik zeigen, dass die gesamte Mehrheit der Gemeinde Pähl hinter unserer Forderung steht“, wird Lorenz Baumann von der „Lebensraumplanung Pähl“ zitiert.

Auch Pähls Bürgermeister Werner Grünbauer sieht das Thema „Birkenallee-Radweg“ noch nicht als erledigt an. Die Rechtsaufsicht des Landratsamts habe der Gemeinde mitgeteilt, „dass ein fahrbahnbegleitender Radweg entlang der Birkenallee nicht in den Zuständigkeitsbereich der Gemeinde Pähl fällt und folglich ein Bürgerentscheid nicht zugelassen werden kann“. Mit dieser Ablehnung sei aber der Bau des Radwegs „keineswegs in Frage gestellt worden“, so der Bürgermeister. Von den Vertretern der Initiative, die die Unterschriften sammelte, wisse er, dass über 90 Prozent der Bürger in Fischen das Bürgerbegehren unterstützt hätten, erklärte Grünbauer. Dies sei „ein mehr als eindeutiges Signal an die Staatsregierung“. Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf habe signalisiert, dass sie den Bau des Radwegs befürworte, wenn eine Mehrheit der Bürger diesen wolle. Die hohe Zustimmung – von rund 700 wahlberechtigten Fischener Bürgern hätten 640 das Bürgerbegehren unterzeichnet – sei ein klares politisches Signal für das Umweltministerium und die Oberste Baubehörde.

Das Problem für Radfahrer liegt darin, dass zwischen Ost- und Westseite des Ammersees kein alltagstauglicher Radweg vorhanden ist. Ein Befahren der Birkenallee ist wegen des hohen Verkehrsaufkommens gefährlich, der Umweg über die „Raistinger Scheife“ ist für Radfahrer aufgrund ihrer Beschaffenheit und Länge wenig attraktiv.

Bestrebungen, eine Direktverbindung für Radfahrer zwischen Fischen und Dießen zu bauen, gibt es seit über 30 Jahren. Die relativ junge Bürgerinitiative für den Bau des Radwegs veranstaltet auch Radl-Demos auf der Birkenallee, um auf ihre Forderung aufmerksam zu machen. Das Bürgerbegehren sollte nun dem Anliegen Nachdruck verleihen.

Radl-Demos soll es laut Bürgerinitiative weiter geben. Die nächste ist für Freitag, 1. September, geplant. Start ist am Maibaum in Raisting.

Alfred Schubert

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