Werner Grünbauer sieht die Eselfarm kritisch.
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Werner Grünbauer sieht die Eselfarm kritisch.

Pähls Bürgermeister Werner Grünbauer über den Streit um die „Asinella“-Eselfarm

„Das ist Freizeitvergnügen und Gewerbe“

  • vonKatrin Kleinschmidt
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Wenn es um das Thema „Asinella“ geht, fällt immer wieder der Name Werner Grünbauer. Der Pähler Bürgermeister war es, der die Kontrolle des Landratsamtes erbat. Seitdem kämpft die Eselfarm um die Privilegierung und Baurecht für bereits bestehende Gebäude – und damit um ihre Existenz. Aufgrund einer Petition befasst sich auch ein Landtags-Ausschuss mit dem Fall. Im Interview schildert Grünbauer seine Sicht der Dinge.

Herr Grünbauer, Sie haben im Oktober 2019 das Landratsamt gebeten, das Baurecht auf dem Grundstück der Eselfarm überprüfen zu lassen. Wie kamen Sie darauf?

Zum einen hatte damals Frau Klotz (Betreiberin der Eselfarm, Anm. d. Red.) in Umlauf gebracht, dass ich einen illegalen Stadel in diesem Gebiet hätte. Das stimmt nicht. Als Privatperson wäre mir so etwas egal, aber als Bürgermeister kann ich mir solche Vorwürfe nicht leisten. Zum anderen ist auf der Eselfarm mittlerweile ein regelrechter Gewerbebetrieb entstanden, der da hinten im Außenbereich nichts zu suchen hat. Deshalb habe ich das Landratsamt gebeten, alle Anlagen in dem Gebiet zu überprüfen – auch meinen Stadel.

Im Petitionsausschuss warf Ihnen die Grünen-Abgeordnete Anne Franke zwei andere Beweggründe vor. Zum einen ginge es um einen Weg zum Stadel, der über das Grundstück von Anahid Klotz und Gerhard Gregori führt. Sie hätten versucht, ihn öffentlich widmen zu lassen.

Mit dem Weg gibt es überhaupt keine Probleme. Der Weg ist bereits als nicht abgemarkter, öffentlicher Feld- und Waldweg gewidmet. Lediglich der hinterste Teil ist nicht gewidmet. Ich wollte den auch nicht widmen lassen. Womöglich meint sie einen Fußweg nach Fischen, den wir bauen und widmen lassen wollten. Aber der hat keinerlei Bedeutung. Die Pläne haben sich längst zerschlagen, weil zwei Grundstücksbesitzer nicht mitgemacht hätten.

Zum anderen sagte Frau Franke, Ihnen ginge es auch um die Jagd.

Ja, das stimmt. Die Jagd ist ein zentrales Thema. Das Wild braucht besonderen Schutz, vor allem in der Dämmerung kommt es raus auf die Weiden. Wenn dann zu viel los ist, ist das Stress für die Tiere. Und auch der Jäger hat mir gesagt, dass er nicht vernünftig bejagen kann. Dabei ging es zum einen um die Nachtwanderungen mit Eseln, aber auch um Reiter. Mit den Reitern aber gibt es schon lange keine Probleme mehr.

Wie haben Sie diese lösen können?

Es gab mal eine Versammlung mit allen, die in diesem Gebiet betroffen sind. Das war am 11. Juli 2017. Da haben wir erklärt, wie problematisch die Situation für Wild und Jagd ist. Die Reiter haben das verstanden und sich seitdem zurückgenommen. Aber Frau Klotz zeigt sich überhaupt nicht einsichtig, sie will nicht auf die Eselwanderungen durch den Wald und Wildeinstandsgebiete verzichten. Das Wild wird dadurch noch mehr gestresst – zusätzlich zu den immer zahlreicher werdenden Freizeitnutzern. Das Verhalten von Frau Klotz ist uneinsichtig, falsch und ignorant. Ich verstehe auch nicht, warum sich mit Frau Franke ausgerechnet eine Grünen-Abgeordnete so für den Erhalt einsetzt.

Warum?

Was da hinten passiert, ist nicht mit dem Umweltschutz vereinbar. Wenn da mehrmals in der Woche 15 Autos hinter fahren, ist das für das Gebiet nicht mehr verträglich. Die Eselfarm hat auch nichts mit Landwirtschaft zu tun, das ist Freizeitvergnügen und Gewerbe.

Und Therapie.

Ja, auch. Ich habe auch Therapietiere in allen Ausprägungen. Tiere sind Therapie. Aber es geht um den Außenbereich, um Naturschutz. Und die Eselfarm ist nicht mit einer Landwirtschaft und mit einer Privilegierung im Außenbereich in Einklang zu bringen. Frau Franke möchte doch die Natur schützen – dann muss sie aber auch wissen, dass sie Flächenkonkurrenz schafft, wenn solche Gewerbebetriebe auch im Außenbereich privilegiert werden. Ungeachtet dessen ist es fatal, wenn dies Schule macht, dass ohne Genehmigung einfach gebaut wird und man anschließend mit allen Mitteln versucht, dies zu legalisieren – bis hin zum Landtag.

Frau Franke sprach von Seilschaften zwischen Ihnen und Behördenvertretern. Was sagen Sie dazu?

Bitte? Wir haben keine Seilschaften. Wir haben ein Baurecht. Medien, Politik und alle, die hier Unrecht der Behörden wittern, sollten auch die andere, nicht glänzende Seite der Medaille betrachten. Bevor sich Frau Klotz angesiedelt hat, war dort die Welt noch in Ordnung.

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