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David Glöckler mit einem Kind auf der Baustelle.

Bauen auf südamerikanische Art

David Glöckler aus Fischen engagierte sich in Ecuador

Die Planung für das Kinderhaus in Ecuador, an der David Glöckler aus Fischen beteiligt war, ist in Deutschland nach deutschen Maßstäben gemacht worden. Gebaut wurde in Chamanga in Ecuador – unter südamerikanischen Bedingungen. „Die Hitze – wir hatte 30 bis 35 Grad – und die enorme Luftfeuchtigkeit haben uns schon zu schaffen gemacht“, so der Architektur-Student.

Fischen/Chamanga Die Münchner Hochschule für angewandte Wissenschaften, an der Glöckler studiert, hatte die Aktion in dem Erdbebengebiet organisiert. Aufgabe war, in Rekordzeit ein Haus für Kinder und Jugendliche zu bauen, das ihnen neben der Schule zusätzliche Bildungsmöglichkeiten bieten sollte. Daher auch der Name des Hauses: „Opción Mas“ („eine Option mehr“).

Obwohl das Klima nicht das einzige Problem war, ist Glöckler zufrieden: „Wir haben es geschafft.“

Das Lernen war laut Glöckler ein wichtiger Nebeneffekt beim Bau. Nicht nur die Einheimischen haben von den Studenten aus Deutschland gelernt, auch die Studenten haben etwas gelernt – wie und unter welchen Bedingungen man in Südamerika arbeitet. Zuerst wollten sie die Erdarbeiten von Hand machen, dann aber hätten sie es vorgezogen, einen Bagger einzusetzen. Zum Glück konnten sie sich einen Bagger ausleihen – und einer von ihnen hatte Erfahrung in der Bedienung des Geräts.

Viel Handarbeit war nötig, um das Haus in Chamanga zu errichten.

Eine weitere Erfahrung war, dass es besser ist, für 70 Tonnen Beton einem Betonmischer zu benutzen. Zum Glück konnten sie in einem Baugeschäft einen ausleihen. Trotz weiterer Unvorhersehbarkeiten – der angelieferte Bambus für das Obergeschoss war nicht gesäubert und einige schwere Balken mussten auf der Schulter aus dem Wald getragen werden – klappte die Aktion.

Die 22 Studenten schafften es in 28 Tagen mit einem Einsatz von 35 000 Euro für Material, das Haus bis zur Benutzbarkeit zu bauen.

Glöckler: „Die Gebäudehülle steht, das Dach ist dicht und die Haustechnik funktioniert.“ Bei der Haustechnik – Glöckler war für die Bereiche „Sanitär“ und „Elektrik“ zuständig – wurde bewusst auf Einfachheit geachtet. So wird zum Beispiel die Kompost-Toilette durch ein Rohr entlüftet, in dem die Luft aufgrund von Temperaturunterschieden selbst zirkuliert. Das System ist ausfallsicher.

Und als Dacheindeckung wurden gewellte Platten aus Recycling-Kunststoff gewählt. „Das ist bei Regen nicht so laut und heizt sich bei Sonne nicht so auf wie Blech“, so Glöckler.

Alfred Schubert

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