Ein Team der Johanniter war mit (v. l.) Miriam Fieser, Ramona Köck und Ärztin Rita Seen-Hibler im Einsatz. Geimpft wurde Christoph Ginter.
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Ein Team der Johanniter war mit (v. l.) Miriam Fieser, Ramona Köck und Ärztin Rita Seen-Hibler im Einsatz. Geimpft wurde Christoph Ginter.

Aktion in Fischen

Wenn der Supermarkt zum Impfzentrum wird: „Die tägliche Testerei nervt einfach“

Gut angenommen wurde das Angebot der Johanniter, die in Fischen im Rahmen der Impfwoche gegen Corona impften – und dabei nicht nur auf Zustimmung stießen.

Fischen – Versteckt zwischen Holzkohle und Blumenerde in einem von einem Käfig aus Stahl umschlossenen Nebengebäude am Rewe-Supermarkt in Fischen herrscht reger Betrieb. Eine kleine Schlange hat sich gegen 14 Uhr vor dem improvisierten Impfzentrum der Johanniter gebildet. Walter Finkbeiner (65) war einer der Ersten, der das Angebot im Rahmen der Impfwoche am gestrigen Freitag in Anspruch genommen hat. „Ich war fast ein halbes Jahr bei meiner Tochter in Lissabon und habe am Donnerstag von dem Angebot gelesen und sofort die Gelegenheit ergriffen“, sagt der 65-jährige Dießener, der in Portugal als Ausländer keine Gelegenheit zum Impfen gehabt habe.

Rund zwei Dutzend Impfungen

Er ließ sich mit Moderna impfen. Christoph Ginter (21) setzt hingegen auf Johnson & Johnson – weil es da nur eine Impfung braucht. Der Haunshofener, der von seiner Mutter Ines begleitet wird, hat sich den Schritt lange überlegt. „Aber die tägliche Testerei nervt einfach.“ Ginter besucht die BOS in Weilheim und musste sich in den vergangenen Tagen täglich testen lassen, weil es an seiner Schule einen Corona-Fall gegeben hat. Das Angebot in Pähl habe er genutzt, weil sein Hausarzt derzeit im Urlaub ist.

Neben den beiden Männern ließen sich gestern in den ersten beiden Stunden rund ein Dutzend weiterer Männer, Frauen und Jugendlicher impfen – sie konnten zwischen Moderna, Johnson & Johnson und Biontech wählen. Für jeden, der sich impfen ließ, gab es ein Fresspaket mit Süßigkeiten, Getränken und Obst.

Von Lissabon nach Fischen: Walter Finkbeiner ließ sich im Impfzentrum beim Supermarkt in Fischen impfen.

Für Dr. Rita Seen-Hibler, die betreuende Ärztin vor Ort, kommt der Andrang durchaus überraschend. Vor einigen Wochen machten die Johanniter mit ihrem Angebot in Schongau und Weilheim jeweils vor einem Schnellrestaurant Station – Ergebnis nach neun Stunden: fünf Geimpfte in Schongau, fünf Geimpfte in Weilheim.

Impfaktion: Einer meckert, andere loben

In einer Impfpause wird Seen-Hibler von einem Mann auf einem Motorrad angesprochen, der keinerlei Verständnis für die Aktion hat: Wer gesund sei, brauche keine Impfung, sagt er sichtlich erregt. Seen-Hibler verzichtet auf eine weitere Diskussion.

Ein Mann aus dem Nachbarlandkreis Landsberg hingegen ist dankbar für das Angebot. Er arbeitet im Schichtdienst und sein Hausarzt hat keinen Impfstoff erhalten. „Für mich ist das Angebot ideal.“ Bis zum Abend ließen sich übrigens rund zwei Dutzend Menschen impfen.

Johannes Thoma

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