Pähler Bürgerversammlungen

Freizeitgelände und Altersarmut

Pähl - Die Zukunftsplanung bestimmte die beiden Pähler Bürgerversammlungen. Es ging um Altersarmut und ums Freizeitgelände in Aidenried.

Nach einer mehrjährigen Pause gab es am Dienstag wieder zwei Bürgerversammlungen in Pähl – allerdings nicht mehr getrennt nach Ortsteilen, sondern nach Altergruppen. Da Senioren seiner Erfahrung nach an dunklen Novemberabenden nicht mehr so gerne Veranstaltungen besuchen, hatte Werner Grünbauer für den Nachmittag zu einer separaten Versammlung für ältere Pähler eingeladen. Gekommen waren gut 30 Besucher, was der Bürgermeister als Bestätigung seiner Annahme wertet.

Am Dienstagabend kamen weitere rund 80 Bürger ins Pfarr- und Gemeindezentrum. Grünbauer stieg mit fünf Erfolgsmeldungen in den Abend ein. Der Breitbandausbau wurde am 20. September abgeschlossen, bei den anderen vier Vorhaben ist die Planung weitgehend fertig. Der zweite Bauabschnitt des „Gewerbegebiet Süd“ soll nächstes Jahr erschlossen werden. Er biete Platz für fünf Unternehmen, darunter vier einheimische. Die Unternehmen sind laut Grünbauer wichtig für den Ort: „Die bezahlen mit ihrer Gewerbesteuer unsere sozialen Einrichtungen.“ Auch die Arbeitsplätze seien wichtig für Pähl.

Im Baugebiet an der Tassilostraße wird es laut Grünbauer auch Bauplätze geben, die im so genannten Einheimischen-Modell vergeben werden. Der Preis betrage 160 Euro zuzüglich Erschließungskosten, sei also deutlich günstiger als auf dem freien Markt. In dem Baugebiet sei auch ein Platz für ein Mehrfamilienhaus geplant, dessen Wohnungen zu bezahlbaren Preisen an Bürger vermietet werden sollen, die kein hohes Einkommen haben. Laut Grünbauer führt die derzeitige Politik auch zu einer zunehmenden Altersarmut, die sich auch in Pähl bemerkbar machen wird. In der Ortsmitte soll der Dorfcharakter durch einen Bebauungsplan geschützt werden, wobei Bebauung in zweiter Reihe an einigen Stellen ermöglicht wird.

In Aidenried steht die Neugestaltung des Freizeitgeländes (wir berichteten) an. Wann die Seewirtschaft in Aidenried wieder aufgebaut werde, wollte ein Besucher wissen. Grünbauer: „Die Gemeinde hat darauf keinen Einfluss.“ Ein Pächter habe das Gelände in Erbpacht, und er entscheide über den Baubeginn. Noch nicht umgesetzt werden kann laut Grünbauer auch ein Vorhaben, das seit 28 Jahren geplant ist: der Radweg an der Birkenallee. Ein Gutachten habe zwar belegt, dass die Natur durch den Radweg nicht gefährdet werde, die Regierung von Oberbayern sei aber trotzdem dagegen. Auf die Nachfrage eines Bürgers, wie es weitergehe, versicherte Grünbauer: „Da bleibe ich sicher dran.“ Im Zusammenhang mit dem Radweg übten mehrere Besucher Kritik an den Naturschützern, die den Radweg verhindern wollen. Radfahren sei ein Beitrag zum Umweltschutz, brauche aber auch Radwege. Für die Kritik an den Radweggegnern gab es spontanen Applaus.

Noch geklärt werden muss auch die Verkehrsführung durch Pähl während der für nächstes Jahr geplanten Sanierung der Tutzinger Straße. Ein Anwohner fürchtete, dass die im Ort fast parallel verlaufenden Urtlangerstraße den Verkehr nicht aufnehmen kann.

Angesichts des bevorstehenden Winters rief Grünbauer die Pähler Autofahrer auf, ihre Fahrzeuge bei Schneefall nicht auf der Straße abzustellen. Dadurch würden die Räumfahrzeuge behindert. Im ungünstigsten Fall könnten enge Straßen gar nicht mehr geräumt werden.

Alfred Schubert

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