Haushalt verabschiedet

Pähl investiert auch in Rathaus und Kita

Einen  „rundum soliden Haushalt“  hat Pähl laut Bürgermeister Werner Grünbauer. Die Steuerkraft steigt sogar.  

Pähl – Alles im grünen Bereich: So könnte man kurz und knapp den Etatplan für 2018 beschreiben, den der Pähler Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einhellig verabschiedet hat. Trotz eines ambitionierten Investitionsprogramms – unter anderem mit dem ersten Bauabschnitt zum Rathausneubau und der Erweiterung der Kita im Pfarr- und Gemeindezentrum – sind im 8,8 Millionen Euro schweren Kommunalhaushalt für die laufende Periode keine neuen Kredite eingeplant. Der Wermutstropfen: Zur Gegenfinanzierung wird das Rücklagenpolster vermutlich um rund 1,8 Millionen Euro schrumpfen.

Bürgermeister Werner Grünbauer sprach bei der Etatverabschiedung von einem „rundum soliden Haushalt“ und „sehr stabilen Finanzen“: „Wir können investieren – und wir müssen es auch, wenn wir zukunftsorientiert denken wollen“, betonte der Rathauschef.

Ein wesentliches Indiz für Pähls komfortable Finanzlage ist die Entwicklung der Steuerkraftzahl. Die liegt im laufenden Jahr bei 1230,19 Euro je Einwohner und damit um satte acht Prozent über dem Vorjahreswert (1138,98 Euro). 2010 rangierte Pähls Steuerkraft noch bei spärlichen 669,13 Euro je Einwohner: „Das ist ein bemerkenswert kontinuierlicher Anstieg“, konstatierte Grünbauer. Die Kehrseite der Medaille: Pähl bekommt aufgrund seines guten Steueraufkommens wie schon in den vergangenen beiden Jahren keine Schlüsselzuweisungen vom Freistaat. Der Verwaltungshaushalt finanziert sich damit zum größten Teil über den stetig wachsenden Einnahmenanteil aus der Einkommensteuer: Flossen 2012 rund 1,3 Millionen Euro in die Gemeindekasse, werden es 2018 vermutlich 1,9 Millionen Euro sein.

Der zweitgrößte Einnahmeposten im Verwaltungshaushalt ist die Gewerbesteuer mit einem Ansatz von 927.000 Euro. Der Wert orientiert sich an der Vorjahresplanung und ist laut Grünbauer „konservativ gerechnet“ – soll heißen: Höhere Einnahmen sind durchaus möglich.

Größte Ausgabenposten sind neben der Kreisumlage sowie den Verwaltungs- und Betriebsausgaben die Aufwendungen für die Kindergärten. 2018 wird mit einem Defizit für die Kinderbetreuung in Höhe von knapp 404.000 Euro kalkuliert. Im Vorjahr lag selbiges noch bei knapp 328 000 Euro: „Diese Entwicklung belastet den Verwaltungshaushalt in sich ungemein und stellt unweigerlich eine enorme Herausforderung für dessen Ausgleich in der Zukunft dar“, heißt es im Etatvorbericht von Gemeindekämmerer Thomas Singer. Im Vermögenshaushalt stehen neben dem Rathausneubau und der Kita-Erweiterung unter anderem der Erwerb von Grundstücken und Investitionen in den Straßenbau an – wobei bei Letzterem die vorgeschriebene Abraumentsorgung auf Deponien ein zunehmendes und vor allem teures Problem darstellt: „Man bringt den Müll nahezu nirgendwo mehr unter“, erklärte Grünbauer.

Der Etat für 2018 wurde im Gemeinderat ohne große Diskussionen verabschiedet. Nur Daniel Bittscheidt sah „hinter der ein oder anderen Investition ein Fragezeichen“: „Da will ich noch nicht festgenagelt werden“, so der Gemeinderat von der Wählergemeinschaft Fischen – allerdings: „Ich habe kein grundsätzliches Problem mit dem Haushalt.“

Bernhard Jepsen

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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