Nein zu Windkraft im Kerschlacher Forst: Auch die Andechser Bürgermeisterin Anna Neppel (r.) war bei der Protestaktion in Pähl anzutreffen. foto: schubert

Kein Windpark im Kerschlacher Forst

Pähl/Andechs - Die Bürger von Machtlfing können aufatmen. Ihnen werden in Zukunft keine bis zu 200 Meter hohen Windräder die Sicht nach Süden versperren.

Gut 100 Bürger, viele von ihnen aus Kerschlach und Machtlfing, hatten sich am Mittwoch vor dem Pfarr- und Gemeindezentrum in Pähl versammelt, um die Gemeinderäte vor der Sitzung gegen das Vorhaben des Raistinger Medienunternehmers Michael Ludwig einzustimmen. Dieser wollte Windkraftwerke im Kerschlacher Forst aufstellen (wir berichteten).

Die Organisatorin des Widerstands, die Machtlfingerin Gertraud Daenell, übergab Bürgermeister Klaus Pfeiffer 400 Unterschriften von Bürgern, die sich gegen das Projekt aussprechen. Sie ziehen es vor, „ohne Landschaftszerstörung nachhaltig Energie einzusparen und zu erzeugen.“ Zu einer Abstimmung im Gemeinderat kam es nicht mehr. Ludwig hatte seinen Antrag auf Errichtung einer Windmessstation im Kerschlacher Forst noch vor der Sitzung zurückgezogen. Der Unternehmer sagte auf Nachfrage, dass es nie seine Absicht gewesen sei, das Vorhaben durchzudrücken. Er wollte lediglich das Interesse der Bürger an einer solchen Anlage ermitteln. Die Rücknahme des Antrags bedeute nicht, dass er sein Engagement für die vom Landkreis Weilheim-Schongau beschlossene Energiewende aufgebe.

Unzufrieden zeigte sich der Unternehmer mit der Vorgehensweise der Gegner. Er habe immer deutlich gesagt, dass er ein Bürgerprojekt wolle, bei dem die Anwohner von den Gewinnen aus der Stromerzeugung profitierten. Dass ihm bei der Demonstration unterstellt wurde, er sei eine Heuschrecke oder der Strohmann einer solchen, sei „schlechter Stil“. Laut Ludwig gibt es auch Befürworter der Windräder: „Mehrere Leute haben mich angeschrieben, die meinen Rücktritt vom Kerschlacher Projekt bedauern.“ Allerdings hätten sie ihn bei der Demonstration nicht unterstützt. Ludwig: „Ich bin immer noch der Meinung, dass eine deutliche Mehrheit für dieses Projekt ist.“ Das Problem sei aber, dass die Windräder zu einer Polarisierung der Dorfgemeinschaft führen würden: „Das ist sicher nicht in meinem Sinne.“ Deshalb habe er bei der Demonstration den Leuten in die Hand versprochen, dass er sein Projekt im Kerschlacher Forst nicht weiter verfolgen werde, es sei denn, „dass eine repräsentative Anzahl von Anliegern käme, die dieses Projekt haben wollen“.

Wie berichtet, hatten sich vor allem die Machtlfinger vehement gegen das Projekt gewehrt. Sie fürchteten Lärm, Schattenwurf und auch Auswirkungen auf den Tourismus in der Gemeinde Andechs.

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