Abgesperrte Pähler Schlucht: Das unerlaubte Entfernen eines solchen Absperrgitters samt Warnhinweis, kosteten einen 5-Jährigen fast das Leben.  
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Abgesperrte Pähler Schlucht: Das unerlaubte Entfernen eines solchen Absperrgitters samt Warnhinweis, kosteten einen 5-Jährigen fast das Leben.  

Schon einmal Kind von Fels getroffen

Pähler Schlucht gesperrt: Nach Unwetter drohen Felsstürze - „Da besteht Lebensgefahr“

  • Katrin Kleinschmidt
    VonKatrin Kleinschmidt
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Der starke Regen hat der Pähler Schlucht schwer zugesetzt. Der Bürgermeister hat die deshalb Schlucht sperren lassen. Schon einmal führte ein Felssturz beinahe zum Tod eines Kindes.

Pähl – Werner Grünbauer ist entsetzt über das Bild, das sich ihm am Freitag in der Pähler Schlucht geboten hat. „Das sind massive Veränderungen“, sagt der Pähler Bürgermeister. „Da ist nichts mehr so, wie es mal war.“ Er ließ Bauzäune errichten, Schilder aufstellen. Die Schlucht ist nun komplett gesperrt. „Da besteht Lebensgefahr.“

Pähler Schlucht: Bürgermeister entdeckt Risse - Schäden durch Hochwasser

Die Wanderwege seien wegen des starken Regens in dieser Woche an zahlreichen Stellen schwer beschädigt. Für „komplett irreparabel“ hält Grünbauer mehrere Bereiche. Innerhalb der ganzen Schlucht gebe es zahlreiche Rutschungen. „Je weiter man nach hinten kommt, desto schlimmer ist es.“ Zudem sah der Rathauschef bei einer Ortsbegehung Risse, „die waren vier Wochen vorher noch nicht da“. Es drohen Felsstürze. Grünbauer kann sich an keine vergleichbaren Schäden durch Unwetter oder Hochwasser in der Schlucht erinnern.

Bereits im Jahr 2019 hatte die Gemeinde die Schlucht aus Sicherheitsgründen gesperrt – doch die Absperrung war beseitigt worden. Dies führte dazu, dass ein fünfjähriges Kind bei einem Felssturz beinahe erschlagen wurde.

An mehreren Stellen kam es in der Pähler Schlucht zu Rutschungen. Es drohen Felsstürze.

Der Rathauschef war am Freitag mit Vertretern der Naturschutzbehörde eigentlich in die Schlucht gegangen, um über die Herstellung der Wege zu sprechen. Die beschäftigt alle Beteiligten schon seit langem. Im vergangenen Jahr gab es zahlreiche Rettungseinsätze in der Schlucht, weil Wanderer stürzten. Mehrere Verletzte mussten mit dem Hubschrauber herausgeholt werden. Zudem gingen die Menschen zunehmend kreuz und quer durch das Naturschutz- und Natura-2000-Gebiet. Grünbauer beklagte im Dezember im Gespräch mit der Heimatzeitung, dass das „ein massiver Eingriff in die Natur sei“, wenn die Menschen fernab offizieller Wege unterwegs sind. Mit instandgesetzten Pfaden sollten die Besuchermassen künftig durch die Schlucht gelenkt werden. Die konkreten Pläne wollte Grünbauer nun vor Ort besprechen.

Pähler Schlucht: Wann wieder geöffnet werden kann ist unklar

Doch die Beteiligten fanden bei der Begehung Wege vor, bei denen kleine Eingriffe nicht mehr reichen. Das ursprüngliche Vorhaben hat sich erledigt, nun ist die Frage, wie die Schlucht künftig aussehen soll. Ob und wann sie wieder begehbar sein wird, vermag Grünbauer derzeit nicht zu sagen. Er plant, einen Geologen zu Rate zu ziehen, der die konkreten Gefahren einschätzen soll. „Es ist wichtig, dass da hinten keinem etwas passiert.“

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