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Durch Zufall entdeckte Jungbauer Maximilian Popp die spitzen Nägel im Fahrsilo.

Hinweise aus der Bevölkerung erbeten

“Ein gezielter Anschlag“: Nagel-Attacke auf Bauernfamilie in Pähl - Polizei sucht nach DNA-Spuren

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Georg Popp ist wütend und fassungslos zugleich. Innerhalb von zwei Tagen wurde der 61-jährige Pähler Landwirt zwei Mal Opfer von Attacken auf den Hof. Die Polizei ermittelt nun umfangreich.

Update, 14. Dezember, 10.43 Uhr: Im Fall der Nagel-Attacke auf die Bauernfamilie in Pähl gibt es am Freitagmorgen noch keine Neuigkeiten. „Das ist ermittlungstechnisch natürlich schwierig“, sagt Harald Bauer, Leiter der Polizeiinspektion Weilheim. Zunächst werden nun die gefundenen Nägel auf DNA-Spuren untersucht. Sehr wertvoll seien vor allem Hinweise aus der Bevölkerung. Die Polizeiinspektion Weilheim nimmt diese unter der Telefonnummer 0881/6400 entgegen.

Artikel vom 13. Dezember:

Pähl– Um die 60 Stück Vieh zählt der außerhalb des Dorfes gelegene Milchviehbetrieb am Hörnbachl. Im Hof stehen derzeit Christbäume für den hofeigenen Verkauf. Zwei Hunde begrüßen bellend den Besucher. Eine bäuerliche Idylle.

Doch am Montag gegen 9 Uhr machte Sohn Maximilian Popp (31) bei Arbeiten im Fahrsilo eine schockierende Entdeckung. Als er die Folie zurückschlug, sah er die Nägel. Mindestens 500 Stück waren es. Schwarz, klein und spitz. Auch Schusternagel genannt. Kaum zu sehen im dunkelbraunen, gehäckselten Futter. „Ich bin durch Zufall darüber gestolpert“, sagt der Junior. Der Vater rief umgehend die Polizei, knapp eine Stunde später waren die Beamten da, nahmen alles auf und sicherten Nägel.

Tags darauf musste sich Georg Popp wieder bei der Weilheimer Inspektion melden. Gegen 15.30 Uhr hatte der Landwirt am Dienstag Siloballen von einem Feld nahe der Ammer holen wollen. Doch dann bemerkte er das Malheur: An gleich zehn Ballen war die Folie aufgeschnitten worden. Wohl mit einem Cuttermesser, vermutet der 61-Jährige. Denn die Schnitte sind alle sauber und tief gesetzt. Alle in gleicher Höhe, unten am Ballen.

Popp: „Das ist ein gezielter Anschlag“

Die beiden Vorfälle sind kein Zufall, sind Vater und Sohn überzeugt, und hätten sich alle erst kurz vor der Entdeckung ereignet. Wer dies getan hat, kannte sich mit den Örtlichkeiten aus, sagen die Landwirte. „Dass muss einer wissen, dass die uns gehören“, glaubt Georg Popp im Bezug auf die beschädigten Siloballen. „Das ist ein gezielter Anschlag“, sagt Maximilian Popp über die Nägel im Silofutter. Frisst eine Kuh solch einen spitzen Gegenstand, kommt es zu schweren inneren Verletzungen. „Das führt zu Totalausfällen“, sagt der 31-Jährige. „Das Tier kannst du einschläfern lassen.“ Einen Verdacht, wer dahinter steckt, wollen die Pähler nicht äußern. Es gebe keine gravierenden Probleme im Dorf, versichert Georg Popp. „Da ist überhaupt nichts.“

Bei der Weilheimer Polizei laufen die Ermittlungen. Neue Erkenntnisse liegen noch  nicht vor. Einige Nägel gingen zur kriminaltechnischen Untersuchung. Für die Ordnungshüter ist es auch Neuland: Jedenfalls sei ein solcher Fall der Polizei bislang nicht bekannt, erklärt Karsten Klement von der Inspektion. Aufgeschnittene Siloballen kämen durchaus mal vor, so der Polizeihauptkommissar, stünden aber Stand jetzt in keinen konkreten Bezug zum Pähler Fall.

Überwachungskameras installiert

Die betroffenen Bauern jedenfalls haben reagiert: Am Dienstag installierten sie Überwachungskameras auf ihrem Hof. Kontrollgänge zu machen bringe jedoch nichts, glaubt der Senior. Was bleibt, ist die Sorge, dass es wieder zu einer Attacke kommt. „Ein schlechtes Gefühl fährt immer mit“, beschreibt Maximilian Popp die Stimmungslage. Die Pähler gingen gestern mit der Heimatzeitung bewusst an die Öffentlichkeit: „Wir hoffen, dass der Täter aufgeschreckt wird“, sagt Georg Popp und hat zu dessen Vorgehen nur eine Meinung: „Das ist krank.“ Für die Ergreifung des Täters hat die Familie eine Belohnung von 2000 Euro ausgesetzt.

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