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Mit Roten Karten und einer Kanone protestierten die „Strebs“-Gegner in Fischen. 

„Straße ist eine Uralt-Straße“

„Strebs“-Gegner gehen in Fischen auf die Barrikaden

„Einen fairen Kompromiss“ forderten die Straßenerschließungs-Gegner bei einer Demonstration in Fischen von der Gemeinde. Rund 50 Teilnehmer waren vor Ort. 

Fischen – Die Anwohner der Straße „Am Weißbach“ in Fischen gingen am Samstagabend symbolisch, nach historischem Vorbild, auf die Barrikaden. Hintergrund der Aktion der Bürgerinitiative „Gegen ,Strebs’ in Pähl und Fischen“ war die Bürgerversammlung, bei der es der Pähler Bürgermeister Grünbauer kategorisch abgelehnt hatte, über die Straßenerschließung zu sprechen.

Die Erschließungsmaßnahme erachten die betroffenen Bürger als gesetzlich fragwürdig und existenziell bedrohlich. Hoch auf einer alten Kutsche formierten sich daher die „Strebs-Gegner“ in Fischen. Ausgerüstet mit Mistgabeln, Sensen, Transparenten und einer alten Kanone, versammelten sich rund 50 Teilnehmer – sowohl Pähler als auch die Anwohner am Fischener „Weißbach“.

„Witzige, hintersinnige Barrikade“

Punkt 18.30 Uhr machten sich die Teilnehmer, groß und klein, alt und jung, auf den Weg. „Wir wollen nicht drohen, wir wollen nicht militant sein, sondern es soll eine witzige, hintersinnige Barrikade sein. Wir wehren uns dagegen, kurz vor der Verjährung im Jahr 2021 in einen Prozess hinein gezogen zu werden. Wir wollen von der Gemeinde einen fairen Kompromiss“, so Torsten Blaich.

Er sieht in der „Strebs“ keine sachliche Notwendigkeit. „Wir sind erschlossen. Die Straße ist eine Uralt-Straße. Hier von einer Ersterschließung zu sprechen, ist widersinnig. Daher ist es keine Erschließungsmaßnahme, sondern eine Bau-Maßnahme, die nicht umlagefähig ist“, sagte Blaich weiter. Für ihn und seine Mitstreiter sei das Vorgehen ein Trick, um die Kosten auf die Bürger abzuwälzen. „Was wir wollen, ist der Erlass möglicher Kosten. Die Gesetzeslagen ändern sich zum Vorteil der Bürger. Es war ein jahrelanges Versäumnis de Gemeinde“, erklärte er.

Mehr zum Thema: Bürgerproteste bereits im Mai: „Hier stehen wir und können nicht anders“. 

Manöver, mit dem Kosten umgelegt werden sollen

Nach Ansicht der Anlieger versucht die Gemeinde und ihr Bürgermeister, einen nicht mehr abrechnungsfähigen Straßenausbau („Strabs“) als Erschließung („Strebs“) zu deklarieren. Ein Manöver, das es erlaubt, die Kosten umzulegen. Daher will die Initiative weiter kämpfen und sich gegen die teure Erschließung wehren.

Von Inge Beutler

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