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Abgesperrte Pähler Schlucht: Das unerlaubte Entfernen eines solchen Absperrgitters samt Warnhinweis, kosteten einen 5-Jährigen fast das Leben.  

Sperrgebiet Pähler Schlucht

Kind (5) fast erschlagen, weil Absperrzaun und Warnhinweise entfernt wurden

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Einen aufmerksamen Schutzengel hatte ein Fünfjähriger in der Pähler Schlucht: Um ein Haar wäre er von einem Geröllabbruch erschlagen worden. Die Gemeinde hatte die Schlucht aus Sicherheitsgründen gesperrt – doch die Absperrung war beseitigt worden.

Pähl – Eine gemütliche Wanderung in die malerische Pähler Schlucht hatte die Familie aus dem Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen geplant, doch diese wurde zum Schockerlebnis für die Mutter, den Vater, den 14-jährigen und den fünfjährigen Sohn. Zunächst sei alles noch schön gewesen, erzählt die Mutter. Bis die Familie gegen Mittag am Ende der Pähler Schlucht beim Wasserfall ankommt: Es ist heiß und die vier Wanderer stellen sich hinter den in die Tiefe fallenden Wasserstrahl, um sich abzukühlen. Da geschieht es: Es donnert, dröhnt und grollt. Rund fünf Kubikmeter Steine, Geröll und Erde stürzen aus der Wand in die Tiefe, wo die Familie steht. 

Pähler-Schlucht: Fünfjähriger beinahe von Steinen erschlagen

Während Mutter, Vater und der ältere Sohn nur ein wenig Dreck abbekommen, trifft es den Fünfjährigen härter: Steine und Geröll prasseln auf ihn herab. Als es vorbei ist, steckt er in der Masse fest und muss befreit werden. „Er ist mit erheblichen Schürfwunden an Rumpf, Rücken, Armen und Beinen, aber zum Glück mit dem Leben davongekommen“, sagt die Mutter. Sie ist sich dessen bewusst, wie viel Glück sie hatten: „Hätte er nur einen Meter weiter rechts gestanden, wäre es zum Schlimmsten gekommen.“

Die Verletzungen sind so massiv, dass sich die Familie am Abend entschließt, einen Arzt zu Rate zu ziehen, um Schäden an der Wirbelsäule auszuschließen. Obwohl der Schreck der Mutter noch immer in den Knochen sitzt, überwiegt inzwischen die Erleichterung: „Wenn mein Sohn nicht so einen guten Schutzengel gehabt hätte, wäre er tot gewesen. Zum Glück ist nichts passiert.“

Gesperrte Pähler Schlucht: Hinweisschilder und Absperrung böswillig entfernt?

Die Familie hat ihr Erlebnis bewusst publik gemacht. „Mir geht es darum, dass andere gewarnt werden“, sagt die Mutter. Am Sonntag seien keine Warnschilder in der Schlucht zu sehen gewesen – geschweige denn ein Absperrgitter.

Ihr Schreck-Erlebnis vom Sonntag wäre der Familie vermutlich erspart geblieben, wenn das Gitter, mit dem die Gemeinde Pähl (Landkreis Weilheim-Schongau) den Weg in die Pähler Schlucht versperrt hatte, nicht entfernt worden wäre. Bürgermeister Werner Grünbauer hatte die Schlucht Anfang April gesperrt, weil er den Weg, der zum Wasserfall führt, für zu gefährlich hielt. „Das Gitter wurde weggerissen und in die Schlucht geworfen“, sagt Grünbauer. Auch die Schilder, die auf die Sperrung hingewiesen hätten, seien beseitigt worden. „Darüber bin ich richtig sauer“, schimpft der Bürgermeister. Er hat Anzeige gegen unbekannt gestellt und überlegt, auch gegen die Regierung von Oberbayern vorzugehen.

Pähler Schlucht gesperrt: Strecke soll sicherer werden

Nach Ansicht des Bürgermeisters war ein Unfall wie dieser am Sonntag, der durchaus schlimmer hätte enden können, vorhersehbar. Deswegen hat die Gemeinde vor fünf Jahren beantragt, den Weg durch die Pähler Schlucht sicherer machen zu dürfen. „Teil unseres Wegekonzeptes war auch die Absicherung des Wasserfalls, damit die Leute da nicht so leicht hinkommen“, sagt er. Nachdem eine Entscheidung aussteht, hat sich der Bürgermeister zur Sperrung entschlossen. Ob diese rechtens war, lässt die Regierung vom Landratsamt prüfen.

Schock für junge Familie: 50 Tonnen Fels auf Haus gekracht - jetzt leben sie im Wohnwagen.

In Österreich wurden zwei Deutsche nach einer Wanderung tot geborgen. Eine Wanderin war abgerutscht. Bei dem Versuch, ihr zu helfen, stürzte auch ihr Begleiter ab.

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Endlich wieder offen: Besucheransturm auf lange gesperrte Schlucht bei Neuschwanstein

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