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Die Gemeinde Pähl will das Grundstück zurück bekommen, das Michael Kuriat für den Neubau der „Seewirtschaft“ gepachtet hat.

Neuer Ärger droht

„Seewirtschaft“ in Pähl: Gemeinde will Grundstück zurück

Was 2013 hoffnungsvoll begonnen hatte, ist ins Stocken geraten: der Neubau der „Seewirtschaft“ am Ammersee in Aidenried. Jetzt will der Gemeinderat einen Schlussstrich unter die Angelegenheit ziehen und fordert das Grundstück zurück, das Michael Kuriat in Erbpacht bekommen hatte.

Pähl – In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats teilte Bürgermeister Werner Grünbauer mit, dass gegen Kuriat der Heimfall-Anspruch beim Landgericht München angemeldet und Klage eingereicht wurde. Grund dafür sei, so Grünbauer auf telefonische Nachfrage, dass die Vertragsbedingungen nicht eingehalten worden seien.

Kuriat habe den Erbpachtvertrag für das Gelände von der Gemeinde mit der Auflage bekommen, dort eine Bewirtung anzubieten. Dies habe er nicht erfüllt. Er sei „mehrfach aufgefordert worden, zu bauen“, so Grünbauer. Kuriat sieht die Sache anders. Er sei daran gehindert worden, das Bauvorhaben schnell umzusetzen, wie er auf Nachfrage sagte.

Es sei klar ersichtlich, dass er den Bau ernsthaft vorhat. Wenn dem nicht so wäre, hätte er nicht „eine sehr hohe Summe in den Abbruch des alten Gebäudes“ gesteckt. Allerdings sei in der Angelegenheit „viel schiefgegangen“. Auch sei er „nicht immer mit dem Gemeinderat ‘d’accord’“. Dieser hätte ihm nicht die notwendigen Genehmigungen gegeben, daher sei das Vorhaben ins Stocken geraten.

Zuletzt sei ihm der Bau von Wohnungen für Mitarbeiter nicht genehmigt worden. „Das ärgert mich sehr“, so Kuriat, weil er in dieser Region keine Möglichkeit habe, Mitarbeiter für die Gastronomie zu finden, wenn er ihnen keine Wohnungen anbieten kann. Kuriat betont, dass er einen „konstruktiven Dialog mit der Gemeinde“ wolle. Bei diesem müsste aber auch seine Situation berücksichtigt werden.

Karibik-Bar längst wieder abgerissen

Überhaupt kein Verständnis hat Kuriat dafür, dass die Gemeinde jetzt selbst einen Kiosk gebaut hat (wir berichteten). Darin sieht er einen Verstoß gegen den Vertrag, den er mit der Gemeinde geschlossen hat. Hintergrund ist, dass sich der Betrieb einer Wirtschaft an dieser Stelle nur lohnt, wenn es nicht unmittelbar daneben eine zweite Bewirtung gibt.

Kuriat hatte die Gaststätte, die der Gemeinde Pähl gehört, übernommen, nachdem sein Vorgänger aufgehört hatte. Doch er hatte von Anfang an ein Problem: Das Haus war in schlechtem baulichen Zustand. Das Dach war schadhaft und die Installation war veraltet. Die Seewirtschaft war so nicht mehr lange zu betreiben.

Es war abzusehen, dass selbst eine grundlegende Sanierung keine Lösung darstellen würde. Also entschloss sich Kuriat zum Neubau. Um während der Bauzeit die Gäste am See bewirten zu können, baute er am Ufer eine einfache Bar im Karibik-Stil auf, für die er eine vorübergehende Betriebserlaubnis hatte. Nachdem diese wieder abgebaut war gab es am Pähler Ammerseeufer keine Bewirtung mehr, bis die Gemeinde heuer zum Beginn der Badesaison einen Kiosk errichtete. VON ALFRED SCHUBERT

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