Prächtig steht der Mais von Meinrad Mayr auf dem Feld in Aidenried.
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Prächtig steht der Mais von Meinrad Mayr auf dem Feld in Aidenried.

WAS WÄCHST DENN DA?

Maisanbau in Aidenried: Tausende verschiedene Sorten der gleichen Pflanze

  • Boris Forstner
    VonBoris Forstner
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Meinrad Mayr aus Aidenried ist erleichtert: Sein Mais ist von den diesjährigen Unwettern verschont geblieben. Die Pflanzen des jungen Landwirts haben inzwischen eine Höhe von mehr als drei Metern erreicht und lassen auf eine ertragreiche Ernte hoffen.

Aidenried – Aus dem großen Wintergarten im Esszimmer im ersten Stock kann Meinrad Mayr nicht nur auf seinen Mais schauen, der direkt neben dem Hof in Aidenried mehr als drei Meter hoch gewachsen ist, sondern hat auch einen herrlichen Blick in die Berge. Dort stand er dieses Jahr öfter, wenn wieder einmal ein Unwetter nahte. „Aber irgendwie teilen sich die Gewitter immer am Ammersee und ziehen rechts und links an uns vorbei“, sagt der 33-Jährige. Deshalb steht sein Mais prächtig da, während vor allem nahe Wielenbach und Pähl der Hagel großen Schaden angerichtet hat.

Mayr betreibt eine extensive Landwirtschaft, nämlich eine sogenannte Färsenmast. Er kauft junge Rinder von Freunden und Bekannten auf, lässt sie rund zwei Jahre bei sich am Hof, wo sie den ganzen Sommer auf der Weide stehen, ehe sie in die Fleischvermarktung gehen. „Ich arbeite zusätzlich noch beim Maschinenring – wenn ich morgens und abends auch noch in den Stall müsste, würde es nicht funktionieren“, sagt Mayr.

Zwischen dem Mais wachsen Luzerne

Seine 45 Hektar sind überwiegend Grünland, auf neun Hektar baut er je zur Hälfte immer abwechselnd Mais und Luzerne an. „Irgendwann werde ich wegen der Fruchtfolge sicher auch mal wieder Getreide anbauen müssen, aber derzeit funktioniert es sehr gut“, so Mayr. Die Luzerne wachsen nämlich zwischen dem Mais und sorgen so für eine geringere Erosion und einen besseren Humusaufbau.

Die regenerative Landwirtschaft ist für Mayr ein wichtiges Thema. Um den Boden zu schonen, pflügt er seine Äcker beispielsweise nicht mehr, sondern raut den Boden nur oberflächlich mit einem Grubber und einer Scheibenegge auf. Der Mais wird dann Ende April, Anfang Mai ausgesät, „und wie man sieht, klappt es hervorragend“, sagt Mayr, als er im übermannshohen Feld steht. Die Pflanze wächst schnell, und wenn sie ihre maximale Höhe erreicht hat, reifen die Kolben heran. Maximal zwei sind es pro Pflanze, „und an der Größe weiß man, ob es eine gute Ernte wird“, so Mayr.

Maissorten: „Eine Wissenschaft für sich“

Er baut derzeit den „260er-Silomais“ an. „Es gibt Tausende verschiedene Maissorten“, sagt Mayr, für den Laien sind sie kaum zu unterscheiden – „das ist eine Wissenschaft für sich“. Sein Mais, den er als Vertragsanbau für einen befreundeten Landwirt anbaut, bleibt bis zum Oktober auf dem Feld, ehe er zusammen mit Stumpf und Stiehl als Viehfutter geerntet wird. Andere Sorten wie beispielsweise Körnermais bleiben bis in den November auf dem Acker, dann ist die Pflanze schon ganz gelb, hat aber maximal ausgebildete Maiskolben. „So ein Mais wird aber ganz anders geerntet, eher wie Getreide“, sagt Mayr. Dann gibt es noch Mais, der für die Lebensmittelproduktion angebaut wird, was es aber in unserer Region nicht gibt.

Für Mayr hat der Mais seinen schlechten Ruf – Stichwort „Monokultur“ und Biogas-Pflanze – zu Unrecht. „Mais ist sehr effizient und ein hoher Energieträger, das heißt, man braucht weniger Fläche als bei anderen Pflanzen, um den erwünschten Ertrag zu erreichen.“ Man müsse nur wenig Pflanzenschutz einsetzen, zudem binde er im Wachstum CO2. „In einer guten Fruchtfolge hat sich der Mais seinen Platz schon verdient“, sagt Mayr – man müsse eben schauen, ihn nicht mehrmals hintereinander auf der selben Fläche anzubauen, um den Boden nicht auszulaugen. Ein weiterer Vorteil: „Der Mais kommt mit wenig Wasser aus.“ In den vergangenen Jahren, die in der Regel immer zu trocken waren, ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Der war dieses Jahr nicht gefragt, wird aber wieder kommen. Dann muss Mayr vielleicht nicht mehr bangend am Panoramafenster stehen.

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