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Trübe Aussichten für den Ammersee: Vogelkot sorgt für Probleme. 

Ammersee

Vogelkot verunreinigt See und Ufer

Pähl - Vogelkot wird am Ammersee zum Problem. Die Fischereigenossenschaft Ammersee sucht jetzt Unterstützung bei den Gemeinden rund um den See.

Ihr Anliegen ist es laut Anton Ernst, die Vögel am See stärker zu bejagen. Der stellvertretende Vorsitzende, der unter anderem für die Betreuung der Jagdscheininhaber unter den Fischern zuständig ist, erklärt, warum dies der Genossenschaft so wichtig ist: „Bis 2008 hatten die Fischer die Jagd“, so Ernst, „und sie haben ihre Arbeit ordentlich gemacht.“ Dann aber habe man aufgrund von unterschiedlichen Ansichten mit dem Freistaat Bayern keine Einigung mehr erzielen können.

Die Jagd wurde von der zuständigen staatlichen Schlösser- und Seenverwaltung an andere Pächter vergeben. Da diese die Vögel nicht ausreichend bejagt hätten, sei es zu erheblichen Problemen gekommen. Durch die Fischer seien bis zu 300 Vögel pro Jahr geschossen worden, danach seien es gerade noch 30 gewesen. Dies habe zu einer starken Vermehrung geführt – mit den Folgen, die vor allem Badegäste zu spüren bekommen.

Durch den Vogelkot seien Strände und Liegewiesen an vielen Stellen derart verschmutzt, dass man sie nicht mehr benutzen könne. Hinzu komme, dass das Wasser immer stärker durch Parasiten belastet werde. Ernst nennt hier als Beispiel die Zerkarien, „die die Krätze auslösen“. Weil es sich dabei nicht um ein Problem der Fischer, sondern aller Bürger handelt, holt sich die Fischereigenossenschaft laut Ernst jetzt Verstärkung. Sie habe die Bürgermeister der Ammersee-Anliegergemeinden gebeten, das Thema im Gemeinderat zu behandeln. Ernst: „Mit der Unterstützung der Gemeinden haben wir 36 000 Bürger hinter uns – und damit sind wir keine Minderheit mehr.“

Die Fischereigenossenschaft möchte laut Ernst „keinesfalls die seltenen Vögel ausrotten“. Vogelschutz sei durchaus berechtigt. Ihr gehe es nur darum, die Ausbreitung der Massenvögel durch sinnvolle Bejagung in verträglichen Grenzen zu halten. Die Genossenschaft beharrt laut Ernst auch nicht darauf, dass die Jagd wieder an die Fischer vergeben wird. Aber wenn andere das Jagdrecht bekämen, sollten diese die Missstände abstellen. Der Bestand der Vögel, vor allem der Gänse, müsse an die Situation angepasst werden.

Der Pähler Gemeinderat hatte das Anliegen der Fischer jüngst auf der Tagesordnung. Die Räte sprachen sich dafür aus, die Fischer zu unterstützen, und fordern den Freistaat als Grundeigentümer zur Vergabe des Jagdrechts an die Fischereigenossenschaft Ammersee auf.

Alfred Schubert

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