Die Gemeinde Pähl ist bei einem Geschichtsprojekt dabei.
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Pähl - hier vom Hirschberg aus fotografiert - ist bei einem Geschichtsprojekt dabei.

Pähl ist bei Geschichtsprojekt dabei

Wenn Häuser Geschichte(n) erzählen

Das Geschichtsbewusstsein soll mit einem Projekt gefördert werden, in dem es um Häusernamen geht. Auch Pähl ist mit dabei.

Pähl – Die „Lokale Aktionsgruppe (LAG) Ammersee“ bekommt für ihre Geschichtsforschung Geld aus dem europäischen „Leader“-Programm. Damit sollen in den Mitgliedsgemeinden, zu denen auch Pähl gehört, Hausnamen erforscht und dokumentiert werden. Die Ergebnisse sollen allen Bürgern zugänglich gemacht werden, um so das Geschichtsbewusstsein zu fördern. Neben Veröffentlichungen in traditionellen Druckwerken sollen die Forschungsergebnisse auch im Internet präsentiert werden und in Form von Tafeln an den Häusern in den Dörfern sichtbar gemacht werden.

Für das Projekt, das unter dem Namen „Hausnamen – Häuser erzählen Geschichte(n)“ läuft, ist laut Hans-Peter Sander, der im Vorstand der „LAG Ammersee“ für Kommunikation zuständig ist, ist in einer Online-Sitzung „grünes Licht“ für den Antrag gegeben worden. Es können jetzt Förderanträge mit einer Gesamtsumme von 85 000 für zwei Projekte gestellt werden. Das andere Projekt ist ein Bikepark in Egling.

Es geht um Sammlung von historischen Hausnamen

„Historisches bewahren und Identifikation stärken“ ist laut Klaus Horney vom Verein „Kulturlandschaft Ammersee-Lech“, der das Projekt vorgeschlagen hat, Ziel desselben. Es gehe dabei um die ortsweise Sammlung von historischen Hausnamen und von den dazugehörigen Daten. Geschichtsträchtige Häuser sollen in ihrem früheren so wie im gegenwärtigen Zustand abgebildet werden. Dazu soll der Hausname erklärt und sollen möglichst auch die Erbauer und Bewohner dokumentiert werden.

Laut dem stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins, Herwig Stuckenberger, wird dabei nicht bei Null begonnen. In vielen Orten seien schon Dokumentationen, vorhanden. Der Verein übernehme dann nur die Koordination und die einheitliche Präsentation.

In Pähl hat der „Freundeskreis Ortsgeschichte Pähl-Fischen“ schon Vorarbeit geleistet. Dessen Vorsitzender, Leonhard Bartl, will auf jeden Fall bei dem Projekt mitarbeiten.

Für seinen Ort gibt es bereits die „Pfarr- und Häuserchronik der Pfarrei Pähl“. Außerdem hat der Verein erst vor kurzem eine wissenschaftliche Arbeit bekommen, die den „Wirtschaftsraum Pähl“ in den Jahren 1937 bis 1942 beschreibt. Ob das Werk Informationen zu den Häusern enthält, wusste Bartl noch nicht. „Ich muss das umfangreiche Material erst sichten“, so der Geschichtsforscher.

Förderperiode wegen Corona verlängert

Die Kosten für das Projekt sind mit 70 000 Euro veranschlagt. Damit kann der Förderantrag mit einer maximalen Summe von 35 000 Euro gestellt werden. Die anderen 50 000 Euro Fördervolumen stehen damit für den Bikepark und gegebenenfalls für weitere Projekte zur Verfügung. Fördermöglichkeiten gibt es laut LAG-Manager Detlef Däke noch zwei weitere Jahre, da die aktuelle Förderperiode wegen der Corona-Pandemie um zwei Jahre bis Ende 2022 verlängert worden ist. Die nächste Förderperiode läuft von 2023 bis 2027. Däke: „Die Botschaft lautet: Weitere Projektinitiativen sind willkommen.“

Die „LAG Ammersee“ wurde am 18. Juli 2009 in Pähl als eingetragener Verein von den Gemeinden Andechs, Pähl, Dießen, Utting, Schondorf, Eching, Kottgeisering, Grafrath, Inning und Herrsching gegründet. Später sind noch weitere Gemeinden aufgenommen worden. Auch Einzelpersonen und Vereinigungen aus den Bereichen Landwirtschaft, Bildung, Heimatkunde, Tourismus und Energie sowie mehrere Unternehmen sind Mitglieder.

VON ALFRED SCHUBERT

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