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Wie geht es weiter mit der „Asinella“-Eselfarm in Pähl?

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Von: Katrin Kleinschmidt

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Anahid Klotz von der „Asinella“-Eselfarm in Pähl.
Anahid Klotz von der „Asinella“-Eselfarm in Pähl. © Ruder/Archiv

Das Ringen um die „Asinella“-Eselfarm in Pähl dauert auch im Jahr 2022 an. Weitere Gespräche stehen an, das Landratsamt erwägt eine „vergleichsweise Einigung“. Doch die Besitzer haben Bauchweh.

Pähl – Auch das Jahr 2022 beginnt für Anahid Klotz und Gerhard Gregori im Ungewissen. Seit bald zwei Jahren bangen sie um ihren Hof, die Eselfarm „Asinella“ in Pähl. Viele Rückschläge gab’s in dieser Zeit, aber auch immer wieder Hoffnungsschimmer. Das Landratsamt betrachtet alle Gebäude auf dem Hof als Schwarzbauten, eine nachträgliche Genehmigung ist nur möglich, wenn die Farm als Landwirtschaft anerkannt wird. Doch in diesem Punkt sind die Fronten verhärtet. Daran hat sich in den vergangenen Monaten nicht viel geändert – obwohl sich durchaus etwas getan hat.

Zum einen hatte sich der Bayerische Verwaltungsgerichtshof im Eilantrag damit befasst, dass das Landratsamt Klotz und Gregori die Nutzung mehrerer Anlagen auf dem Hof untersagt hatte. Fürs Wohnhaus bleibt’s auch dabei, Misthaufen und Toilettenhäuschen hingegen dürfen laut Klotz wieder genutzt werden.

Wird der Hof künftig geduldet?

Für das Landratsamt war noch ein anderer Punkt bei der Entscheidung wichtig: Das Gericht habe auch überprüft, ob eine Eselfarm privilegiert und damit im Außenbereich genehmigungsfähig ist, und dies „eindeutig verneint“, schreibt Klaus Mergel, stellvertretender Pressesprecher im Landratsamt, auf Nachfrage der Heimatzeitung. Das Hauptverfahren laufe zwar noch, allerdings: „Angesichts der klaren Aussagen des Verwaltungsgerichtshofs ist auch hier kein anderes Ergebnis zu erwarten“, schreibt Mergel.

Das Landratsamt hat den vorliegenden Bauantrag von Gregori und Klotz für Esel- und Schafstall samt Heulager trotzdem noch nicht abgelehnt, „da bislang immer noch Gespräche über eine vergleichsweise Einigung stattfinden“. Im Raum steht, dass der Hof künftig geduldet wird, das Landratsamt dann also erst einmal nicht weiter den Abriss fordert.

Für Gregori und Klotz würde das zwar erst einmal Ruhe bringen, aber eine gewisse Unsicherheit bliebe. „Ich komme mit dem Wort Duldung nicht zurecht“, gibt Klotz zu. „Sie führt ja dazu, dass trotzdem nichts genehmigt ist. Man fühlt sich wie auf dem Schleudersitz.“ Der Gedanke daran bereite ihr „Bauchweh“.

80 000 Euro kostete der Rechtsstreit bereits

Die Alternative wäre letztlich wohl nur, den Klageweg weiter zu bestreiten – der Ausgang ist ungewiss. Das finanzielle Risiko groß. Etwa 80 000 Euro habe sie der Rechtsstreit ohnehin schon gekostet, sagt Klotz. „Die bringen wir unser Leben lang mit der Landwirtschaft nicht mehr rein.“

Dass ihr Hof von der Baubehörde, die im Landratsamt sitzt, und dem Gericht nicht als Landwirtschaft betrachtet wird, betrübt Klotz. Im Rahmen ihrer Eselfarm „Asinella“ haben sie und ihr Mann zehn Tiere. Hinzu kommen auf dem Hof mehrere Bienenvölker, zwei Ziegen, 20 Schafe und sieben Rinder der Rasse „Murnau Werdenfelser“ – Schafe und Rinder züchten Klotz und Gregori. Das Paar bewirtschaftet zudem rund neun Hektar land- und etwa einen Hektar forstwirtschaftlich genutzte Fläche. Seit 1. Januar ist die „Asinella“ laut Klotz zudem ein zertifizierter Bio-Betrieb.

Aufgeben ist keine Option

Trotzdem beharrt das Landratsamt darauf, dass die Eselfarm ein Gewerbe ist, das keine Privilegierung mit sich bringt, im Außenbereich zu bauen. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weilheim (AELF) vertritt seit langem einen anderen Standpunkt. Es hat bereits zwei Stellungnahmen dazu abgegeben. Zuletzt im November bestätigte es, „dass es sich im vorliegenden Fall um einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb“ handelt. Doch die Baubehörde wischt die Stellungnahme der Fachbehörde weg, muss sie rein rechtlich auch nicht berücksichtigen.

„Wir sind unheimlich stolz, dass wir so ein Gutachten bekommen haben“, gibt Klotz zu und ergänzt enttäuscht: „Und dann soll es nichts wert sein.“ Aufgeben aber sei noch immer keine Option, zu oft würden Gruppen anfragen, die den Hof besuchen und die Therapieangebote nutzen wollen. „Wir machen hier nichts Sinnloses“, sagt sie. Die Gespräche mit den Behörden gehen weiter. Ausgang: ungewiss.

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