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Beim High Diving ist Mut und vor allem Können gefragt: Das Foto zeigt die Pählerin Iris Schmidbauer bei einem Sprung, den sie im vergangenen Sommer beim beim Highjump-Festival in Tschechien aus 20 Metern zeigte. 

Wasserspringen

Schmidbauer debütiert beim World-Cup

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Pähl - Großer Erfolg für Iris Schmidbauer. Die Pählerin (20) wurde vom Weltschwimmverband zum High-Diving nach Abu Dhabi eingeladen.

Als Iris Schmidbauer ihr E-Mail-Postfach öffnete und dort die Nachricht des Weltschwimmverbandes FINA erblickte und anklickte, musste die 20-Jährige erst einmal tief durchatmen. „Man denkt sich: Oh, jetzt musst du da tatsächlich runterspringen“, berichtet die Pählerin. Im nächsten Moment freute sich Schmidbauer unbändig, denn sie hatte soeben eine offizielle Einladung für den High-Diving-World-Cup in Abu Dhabi bekommen. Vom 27. bis 29. Februar sind bei dem Wettbewerb in den Vereinigten Arabischen Emiraten mehrere der weltbesten Cliff-Diver am Start. Pro Jahr findet nur ein World-Cup statt. Bislang gab es derlei Wettkämpfe in Kasan (Russland/2014) und Cozumel (Mexico/2015). Die Männer springen dabei aus 27 Metern Höhe, die Frauen aus 20 Metern Höhe ins Wasser.

„Ich bin natürlich aufgeregt, es wird bestimmt eine tolle Erfahrung“, sagt Schmidbauer. Zugleich habe sie bei dem Auftritt „schon eine Verantwortung“, so die Pählerin. Immerhin vertritt die 20-Jährige bei dem Wettkampf auch den Deutschen Schwimmverband (DSV). „Da möchte ich sicher und gut springen.“ Neben ihr haben aus Deutschland nur noch Anna Bader (Freiburg) – die 32-Jährige hat schon WM-Bronze im Klippenspringen gewonnen – und Jan Wilko Heinzel (Köln) eine Einladung erhalten. Letzterer springt – ebenso wie Schmidbauer – zum ersten Mal beim World-Cup. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird die Pählerin die jüngste Teilnehmerin sein. Gern wäre sie schon im vergangenen Jahr in Cozumel gestartet, doch die Zeit war zu knapp. Um bei einem internationalen FINA-Wettkampf dabeizusein, muss ein Athlet in einem offiziellen Doping-Test-Programm aufgenommen sein. Die Formalitäten sind für Schmidbauer mittlerweile erledigt, jüngst wurde sie auch in den High-Diving-Kader des DSV aufgenommen, wie sie berichtet. Da die Disziplin aber (noch) nicht olympisch ist, hat der Verband „eigentlich keine finanziellen Mittel, um uns zu unterstützen. Sie bemühen sich, aber es sind ihnen in vielerlei Hinsicht noch die Hände gebunden“, berichtete Schmidbauer. Immerhin: Die FINA bezahlt den eingeladenen Athleten die Kosten für die Reise zum World-Cup. „Allerdings sind wir dort auf uns allein gestellt. Der DSV bezahlt keinen Trainer, der uns begleitet“, so Schmidbauer.

Der Wettkampf in Abu Dhabi ist für die Pählerin vor allem sportlich eine Herausforderung. Seit ihrem Auftritt im August in der Schweiz, als sie in Ponte Brolla gewann (wir berichteten), ist Schmidbauer nicht mehr aus 20 Metern Höhe gesprungen. Das ist eben nur im Sommer möglich, Hallen mit 20-Meter-Sprungtürmen gibt es nicht. Im Training üben die Athleten ohnehin meist „nur“ aus 7,5 Metern oder 10 Metern Höhe. Da werden einzelne Teile der Sprünge einstudiert und ständig wiederholt. Aus 20 Metern und höher wird im Training selten gesprungen, da das körperlich und auch psychisch sehr fordernd ist. Die Eintauchgeschwindigkeit aus solchen Höhen beträgt immerhin zwischen 75 und 100 km/h.

Seit vergangenem September studiert Schmidbauer Sporttherapie in Plymouth, in England die Hochburg des Wasserspringens. „So wie es aussieht, war das die beste Entscheidung. Ich werde toll gefördert“, sagt Schmidbauer. So gut wie jeden Tag ist sie im Schwimmbad, lediglich der Samstag ist trainingsfrei. Hinzu kommt das Studium, dort stehen im Januar nun drei Wochen lang Prüfungen auf dem Programm. „Ich bin schön beschäftigt“, sagt Schmidbauer lachend.

In Abu Dhabi wird die Pählerin auf die Sprünge zurückgreifen, die sie bei ihren bisherigen Auftritten gezeigt hat. Das sind ein Delfin-Doppelsalto mit halber Schraube gehechtet, ein Vorwärts-Dreifachsalto mit halber Schraube gehechtet und ein Rückwärts-Doppelsalto mit halber Schraube. An neuen Sprüngen und Elementen arbeitet die Studentin natürlich, doch beim High-Diving planen die Athleten längerfristig: „Man muss sehr viel an der Technik und am Absprung arbeiten, um mehr Salti einbauen zu können.“ Neue Sprünge im Wettkampf „kann ich mir 2017 vorstellen“, sagt sie.

Mit guten Sprüngen in Abu Dhabi will sich Schmidbauer auch für die „Red Bull Cliff Diving“-Serie empfehlen. Das Starterfeld dort ist – wie beim World-Cup – erlesen: Bei der acht Stationen umfassenden weltweiten „Red Bull“-Tour waren 2015 auch die High-Diving-Weltmeister Gary Hunt (Großbritannien) und Rachelle Simpson (USA) dabei. Die Teilnahme an der Schwimm-WM 2017 in Budapest „ist freilich auch ein Ziel“, sagt Schmidbauer.

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