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Belebungsversuche für das Bürgerhaus in Peißenberg

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Von: Bernhard Jepsen

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Im September 2019 wurde das Bürgerhaus Peißenberg eingeweiht. © EMANUEL GRONAU/Archiv

Die Räumlichkeiten im neuen Bürgerhaus sollen weiterhin nicht an Privatpersonen vermietet werden. Darauf hat sich der Marktrat nach kontroverser Diskussion mit knapper Mehrheit geeinigt – und damit einen bereits im Dezember 2019 getroffenen Beschluss bestätigt. Komplett ad acta gelegt ist das Thema aber noch nicht.

Peißenberg – Für die knapp drei Millionen Euro teure Errichtung des Kombinationsbaus „Jugendzentrum/Bürgerhaus“, der inzwischen den Namen „Flöz“ trägt, hat die Marktgemeinde ordentlich Fördergelder abgegriffen. Der Bau im Zwickel zwischen Schongauer- und Bergwerkstraße wurde mit 80 Prozent der förderfähigen Kosten von der Regierung von Oberbayern unterstützt. Ein Jugendzentrum alleine wäre über die Städtebauförderung nicht bezuschusst worden. Erst durch den „Bürgerhaus-Zusatz“ konnten für das Gesamtprojekt Fördergelder angezapft werden. Doch wie soll der Bürgertreff belebt werden? Während sich das Juze guter Resonanz erfreut, tut sich die Gemeinde mit der Belebung des Bürgerhauses teils schwer. 

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Neujahrsempfänge, eine Energiemesse und eine AWO-Preisverleihung – recht viel mehr fand seit der „Flöz“-Eröffnung im September 2019 in den Räumen nicht statt. Im Zuge der Corona-Pandemie kam der Betrieb völlig zum Erliegen. Also was tun? In der jüngsten Marktratssitzung forderte Matthias Reichhart (Bürgervereinigung), die Veranstaltungsräume im Bürgertreff auch für private Geburtstagsfeiern und Festivitäten von Jugendlichen zu vermieten. „Für die Jugend schaut es in Peißenberg nicht gut aus“, konstatierte Reichhart. Der Veranstaltungsraum im Bürgerhaus sei eine gute Möglichkeit, eine entsprechende Location zu schaffen – noch dazu, weil selbiger ohnehin hauptsächlich für Festivitäten des Juzes konzipiert worden sei.

Dem widersprach Sandra Rößle (CSU/Parteilose). Der Bürgertreff sei vorwiegend für soziale Büros und Aktivitäten von Senioren und Vereinen gedacht gewesen: „Das war der Duktus.“ Ähnlich wie Vize-Rathauschef Robert Halbritter sprach sich Rößle dafür aus, den Belebungsversuchen für das Bürgerhaus die notwendige Zeit zu geben. Erst nach der Corona-Krise könne man ein belastbares Urteil über die Auslastung fällen. Halbritter warnte davor, dass bei einer Öffnung für private Zwecke auch professionelle Veranstalter auf der Matte stehen würden: „Das wäre die Kehrseite.“

Jürgen Forstner: „Das Bürgerhaus ist mit Bürgergeld gebaut worden“

Anders sahen es Jürgen Forstner (Freie Wähler) und Matthias Bichlmayr (Bündnis 90/Die Grünen). Die Gemeinde könne demnach klare Regelungen für Nutzergruppen sowie Haftungs- und Gebührenfragen aufstellen: „Aber es kann nicht sein, dass es einen Leerstand gibt“, betonte Bichlmayr. Forstner verwies auf die Bezeichnung „Bürgerhaus“ und die Finanzierung aus Steuermitteln: „Der Name steht für sich. Das Bürgerhaus ist mit Bürgergeld gebaut worden, deshalb sollte man es auch für jeden öffnen.“

Wie schon der vorberatende Haupt- und Finanzausschuss sprach sich der Marktrat aber mit 13:11-Stimmen vorläufig gegen eine Vermietung an Privatpersonen aus. Die Auslastung soll laut Beschlussfassung Anfang 2021 erneut evaluiert werden. Bis dahin soll die Verwaltung bei öffentlichen Institutionen und Vereinen den Bedarf abklären. Ideen für die Nutzung der Bürgertreff-Räumlichkeiten gibt es durchaus: „Ich würde die Einrichtung eines Repair-Cafès anregen. Das hat gleichzeitig etwas Nachhaltiges“, so Altbürgermeisterin Manuela Vanni (Peißenberger Liste).

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