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Präsentierten die Brief-Aktion: Initiatorin Rita Wiedmann, Heimleiter Stephan Schmidt und stellvertretende Pflegedienstleiterin Marisa Uttner (v.l.).

Religionslehrerin startete Aktion

In Zeiten von Corona: Briefe von Schülern sollen Senioren Freude machen

Seniorenheim-Bewohnern aus Peißenberg, die wegen der Corona-Krise keinen Besuch bekommen dürfen, soll eine Briefaktion Freude bereiten. Bei dem Projekt wurden Montessori-Schüler kreativ.

Peißenberg – Für die 115 Senioren, die in den beiden Häusern der „Caritas Augsburg Betriebsträger-Gesellschaft“ leben, ist die Corona-Krise laut Einrichtungsleiter Stephan Schmidt besonders schlimm. Gitter um den Freibereich des Speisesaals sowie ein Stoppschild und ein Hinweistext an der verschlossenen Eingangstür des Neubaus nahe der St.-Barbara-Kirche machen unmissverständlich klar, dass Besucher draußen bleiben müssen. Schmidt bedauert dies, aber die Gesundheit der Bewohner gehe vor. Alte Menschen seinen besonders gefährdet und müssten daher besonders geschützt werden.

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Damit die Bewohner des Seniorenheims, die sonst nur mit Angehörigen telefonieren oder ihnen aus dem Fenster zuwinken können, wieder etwas mehr Kontakt zu anderen Menschen haben, hat Rita Wiedmann zu Ostern eine Aktion für Schüler gestartet. Die Religionslehrerin der Montessori-Schule, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft des Seniorenheims befindet, hat die Schüler und Schülerinnen der Unterstufe und der Mittelstufe dazu aufgerufen, den alten Menschen Briefe zu schreiben. In diesen erzählen sie, was sie jetzt machen, während sie zu Hause sind, oder malen Bilder für die Senioren.

Joshua hat einen Regenbogen gemalt und wünscht den Senioren, dass „alles wieder gut wird“. Den beiden Schriften und der phonetischen Schreibweise nach zu urteilen stammt eine andere Karte von zwei ganz jungen Schülern. „Liebe Bewona, frohe Ostern, bleiben Sie gesund“ ist auf dem grünen Papier zu lesen. Die 15-jährige Katarina schreibt in einer Designerschrift, dass sie schon einmal im Seniorenheim war, um zu musizieren, und dass es ihr dort gefallen hat. Ein anderer Schreiber schließt seinen Brief mit: „Ich habe auf der Vorderseite 16 Eier versteckt. Finden Sie die?“ Und als Muster ist ein kleines buntes Osterei abgebildet.

Wiedmann hofft, dass sich weiterhin Schüler finden, die solche Briefe schreiben, da noch nicht abzusehen ist, wie lange die Corona-Krise noch dauert. In einem Rundbrief an die Schüler hat sie beschrieben, was die Schreiber beachten müssen, und dass sie die Sache mit ihren Eltern besprechen sollen.

Ein weiteres Projekt der Montessori-Schule, das schon länger läuft, ist das Vorlesen durch ältere Schüler. Da diese jetzt nicht zu den Senioren kommen können, ist laut Wiedmann geplant, das Vorlesen aufzuzeichnen und die Datei ins Seniorenheim zu schicken, wo sie für die Bewohner abgespielt wird.

Alfred Schubert

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