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Stolz waren die Schüler der 10c der Peißenberger Realschule, als sie ihre Berlin-Reisetagebücher präsentierten, in die sie viel Zeit investiert hatten. Rechts zu sehen ist die Lehrerin Stefanie Englmeier.

10 c der Realschule Peißenberg erstellte Reisetagebücher

Klassenfahrt in Wort und Bild

Peißenberg - Berlin war Ziel der Klassenfahrt  der Klasse 10 c der Realschule Peißenberg. Ihre Erfahrungen in der Hauptstadt verarbeiteten sie in Reisetagebüchern.

 Wenn man verreist, erlebt man oft wunderbare Momente, schießt ohne Ende Fotos, und hebt sich Erinnerungsstücke wie Eintrittskarten auf. Doch oft ist es so, dass die Erinnerungen an das Erlebte schnell verblassen, die Fotos in einem von vielen Ordnern auf dem Computer oder auf der Speicher-Karte landen, und die Eintrittskarte kommt beim nächsten Mal Ausmisten dann doch in den Müll, weil sie irgendwo lose herumliegt und inzwischen etwas mitgenommen aussieht. Zuletzt hatte die Lehrerin Stefanie Englmeier, die an der Staatlichen Realschule in Peißenberg Deutsch und Kunst unterrichtet, mit Zehntklässlern eine solche Erfahrung gemacht. Die Schüler hatten sich ein Jahr später an ihre Klassenfahrt nach Berlin im Detail kaum noch erinnern können. Das ist schade, fand Englmeier, und gab der derzeitigen 10c der Realschule daraufhin den Auftrag, nach ihrem Berlin-Besuch ein Reisetagebuch anzulegen, in dem die Erinnerungen gut aufgehoben sind und sich jederzeit abrufen lassen.

Die Klassenfahrt der 10c fand Ende Oktober statt, sie gehört an der Schule seit vielen Jahren dazu. Auch die Klassen 10a, 10b und 10d erlebten in Berlin ereignisreiche Wochen.

Um die Schüler zu motivieren, sollten die Tagebücher hinterher von Englmeier benotet werden. Es rieselte vor allem gute Noten. Es sei schade, dass die Schüler inzwischen das Fach „Kunst“ nicht mehr hätten, denn Potenzial sei in jedem Fall da, sagte Englmeier zu dem Ergebnis.

Eine Woche bekamen die Schüler Zeit, um Fotos zu drucken, zu kleben, zu malen, und das Erlebte in schöne Worte zu fassen. Sie opferten die Woche Schulferien um Allerheiligen dafür. Auch Referate, die sie vor der Fahrt hatten vorbereiten müssen, wurden integriert – die Themen gingen von Shopping-Möglichkeiten über Zoos bis hin zu Potsdam & Sanssouci. In Berlin selbst besuchten die Schüler auch das Stasi-Gefängnis, wo sie vom ehemaligen Häftling Mischa Naue herumgeführt wurden, besuchten das Improvisations-Theater „Pater noster“ und natürlich auch das Holocaust-Mahnmal, das Brandenburger Tor, den Checkpoint-Charlie und den Reichstag.

Das Ergebnis dieser Reise kann sich sehen lassen: Wirft man einen Blick in die Hefte, entdeckt man aufwändige Gedichte, Landkarten mit eingekreisten Orten, eine gezeichnete Skala, die die Stimmung einer Schülerin während der Reise beschreibt, das Etikett eines Tees, Visitenkarten und die Rechnung für das W-Lan im Hostel, Fahrkarten, Geheimfächer und viele Details mehr. „Eine wundervolle Stadt, voller Leben und Kunst, in der man es wagen darf, zu träumen“, schrieb eine Schülerin in ihr Tagebuch.

Für viele Schüler war es das das erste Mal, dass sie ein Tagebuch verfassten – nur eine Schülerin sagte, dass sie auch sonst in ein Tagebuch schreibt. Hat es sich denn gelohnt? Es war zwar zeitaufwändig, aber es ist eine schöne Erinnerung, sind sich die Schüler einig. Eine, die hoffentlich nicht verloren geht...

Luca von Prittwitz

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