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Benedikt Heiß hatte Interessierten bereits vor einigen Monaten gezeigt, wie Discgolf funktioniert.

15:7 für Discgolf-Parcours

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Peißenberg - Es ist entschieden. Ein Discgolf-Parcours in Peißenberg kann gebaut werden. Auch, wenn nicht jeder einverstanden ist.

Peißenberg – Irgendwann, da muss einfach Schluss sein mit einer Diskussion. Da sind die Fronten klar, da wiederholen sich die Argumente. So war’s am Mittwoch im Marktgemeinderat Peißenberg. Stefan Barnsteiner (CSU/Parteilose) wurde es zu bunt, er stellte den Antrag zur Geschäftsordnung, die Diskussion zum Discgolf-Parcours zu beenden und sofort abzustimmen. Wenige Sekunden später entschied sich das Gremium mit 15:7 für den Bau der Anlage. Einzig die SPD-Vertreter und Thomas Bader (CSU/Parteilose) waren dagegen.

Die Anlage wird voraussichtlich rund 16 200 Euro kosten. Das Geld für das Material – rund 9050 Euro – soll über Sponsoren aufgebracht werden. Der Arbeitsaufwand, den die Gemeinde zahlt, wurde auf 7200 Euro geschätzt – diese Kosten wollen Discgolf-Spieler Benedikt Heiß und Mitstreiter durch Eigenleistung aber noch senken.

Seitdem Ernst Frohnheiser (CSU/Parteilose) das Thema „Discgolf-Parcours“ erstmals im Marktrat ansprach, sind 14 Monate vergangen. Immer wieder wurde diskutiert – am Mittwoch wurde es nochmal emotional. Die rund 50 Besucher lauschten gespannt. Sie hörten, wie sich Bürgermeisterin Manuela Vanni für den Parcours aussprach: „Ich habe mich lange damit auseinandergesetzt, und befürworte ihn.“ Bei der Anlage handele es sich um „ein neues Freizeitangebot, das jeder unentgeltlich und ohne in einem Verein zu sein, nutzen kann“. Vanni betonte, dass nur „ein unheimlich kleiner Teil der Bergehalde“ für den Parcours genutzt wird. Wer zum Beispiel auf dem Meditationsweg oder an der Knappenkapelle unterwegs ist, „ist nicht betroffen“.

Am Montag war der Rathauschefin eine Liste mit 870 Unterschriften von Parcours-Gegnern übergeben worden. Da die Initiatoren des Protestes beim Sammeln allerdings von Baumfällungen und Naturzerstörung sprachen, sei es schwierig, die Bedeutung der Unterschriften einzuordnen, sagte Vanni.

Die SPD nahm die Aktion sehr ernst. „Ich werde eine Liste mit 870 Gegenstimmen nicht ignorieren“, sagte Robert Halbritter. Er hatte zuvor schwere Vorwürfe in den Raum gestellt. „Das ist ein Politikum geworden, es geht nicht mehr um den Discgolf-Parcours“, schimpfte er. „Es geht darum, jemanden einen reinzuwürgen, der sich vehement für den Erhalt der Bergehalde einsetzt.“ Er meinte Bergehalden-Referent Georg Karl (SPD), der der Anlage immer kritisch gegenüberstand. Vanni reagierte verärgert: Halbritter habe „die Ebene der Sachlichkeit verlassen“, entgegnete sie. „Ich will niemandem einen reinwürgen.“ Karl sagte zu all dem nichts. Er überließ seinen Fraktionskollegen das Reden.

SPD-Kollege Dr. Klaus Geldsetzer meldete sich mit einem Zahlenspiel zu Wort. 3000 Discgolfer seien laut seinen Recherchen beim deutschen Dachverband dabei. „Runtergerechnet für Peißenberg wäre das einer“, sagte er. „Wir haben es keinesfalls mit einer Trendsportart zu tun.“

Aber mit einer, die zumindest Jugendliche gern im Ort sehen würde, sagte Stefan Rießenberger (Peißenberger Bürgervereinigung). Die Arbeitsgruppe „Freizeitpark“, die aus der Zukunftswerkstatt im vergangenen Jahr hervorgegangen war, „befürwortet diese Art von Freizeitsport“.

Für die SPD aber galten die Unterschriften. „Ich bin verwundert, wie hartnäckig die Meinung der Peißenberger ignoriert werden soll“, sagte Halbritter. Barnsteiner warf ein: „870 ist nicht die Mehrheit der Bevölkerung. Das kann sogar ich ausrechnen.“ Dann folgten sein Antrag – und die Entscheidung.

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