+
Inzwischen hat die Friedenskirche noch ein Gemeindehaus an die Seite gestellt bekommen. Das Foto entstand im Sommer vergangenen Jahres.

Mit Familien-Gottesdienst und Brunch wird gefeiert

Friedenskirche in Peißenberg wird 90

Am 9. Dezember 1928 wurde die evangelische Friedenskirche in Peißenberg eingeweiht. Dieses Ereignis wird auf den Tag genau 90 Jahre später mit einem Familien-Gottesdienst und anschließenden Brunch im Gemeindesaal gefeiert.

Peißenberg – Damals ging es alles ganz schnell: Bald nachdem der Grundstein für den Bau der evangelischen Kirche in Peißenberg gelegt war, wurde am 9. Dezember 1928 die Friedenskirche eingeweiht. Dass sie den Meilenstein des Baus einer eigenen Kirche schafften, war dem großen Einsatz der 200 evangelischen Peißenberger zu verdanken. Vor allem Bergarbeiterfamilien, die wegen der Arbeit im Bergwerk nach Peißenberg gekommen waren, gehörten zur Gemeinde. An einem Sonntag des Jahres 1928 war in allen evangelischen Gottesdiensten in Bayern Geld für den Kirchenbau in Peißenberg gesammelt worden. Pfarrer Rainer Mogk hat die Ereignisse vor 90 Jahren im aktuellen Gemeindebrief zusammengefasst.

Auch, wenn die evangelische Gemeinde 1928 klein war, sollte es ein Fest für die ganze Marktgemeinde sein, deswegen wurden auch alle Peißenberger in der Anzeige zur Einweihung im „Weilheimer Tagblatt“ um „Beflaggung ihrer Häuser“ gebeten. Das Einweihungsfest startete vor 90 Jahren nämlich mit einem Festzug, der vom Schulhaus über die Hauptstraße bis hin zur evangelischen Friedenskirche führte.

Weil die Verantwortlichen damals mit großem Andrang rechneten, konnten offensichtlich Eintrittskarten für den Einweihungsgottesdienst bestellt werden. Nach dem Gottesdienst waren alle zum gemeinsamen Mittagessen und zum Gemeindenachmittag ins Gasthaus „Zur Sonne eingeladen. Zudem wurde die Kirche eine Woche nach der Einweihung noch einmal geöffnet, damit alle, die sie noch besichtigen wollten, Gelegenheit dazu hatten.

 So berichtete das „Weilheimer Tagblatt“ 1928

Vor der Einweihung berichtete das „Weilheimer Tagblatt“ ausführlich über das Ereignis, zu dem unter anderem auch unter den evangelischen Christen in Franken eingeladen worden waren. „Am Fuße des Hohenpeißenbergs im Ortsteil Sulz erhebt sich in aller Schlichtheit nach außen, dem anmutigen Hintergrund sich trefflich anpassend, die neue Kirche“, beginnt der Zeitungsbericht. Es folgt eine detaillierte Beschreibung der neuen Kirche, deren Bau laut Bericht rund 60 000 Reichsmark kostete. Rund 40 000 Euro der Kosten waren durch eine Leihgaben des Gustav-Adolf-Vereins und durch die Kollekte gedeckt.

Die Einweihung der Friedenskirche am 9. Dezember 1928 war ein großes Fest.

Der Name der Kirche zeugte zehn Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges von der großen Hoffnung auf Frieden. Dieser Wunsch hat sich zunächst nicht erfüllt: Ungefähr elf Jahre nach der Einweihung der Friedenskirche brach der Zweite Weltkrieg aus. Die Friedenskirche mahnt nach wie vor zum Frieden.

Heute ist die Kirche unter der Woche tagsüber immer geöffnet. Seit der Eröffnung wird jedes Jahr am zweiten Advent ein Kirchweihfest gefeiert. Heuer, zum 90-Jährigen, wird dieses Kirchweihfest noch ein bisschen größer gefeiert als sonst. Wie die evangelische Gemeinde ankündigt, wird eine Kirchenführungen mit Turmbesteigung angeboten, und im Gemeindehaus gibt es Fotos und Dokumente von damals anzuschauen. Und natürlich wird auch ein Familiengottesdienst gefeiert – am zweiten Advent – genau wie vor 90 Jahren.

Das 90-Jährige wird am Sonntag, 9. Dezember, gefeiert. Die Feierlichkeiten beginnen mit einem Familiengottesdienst, der um 10.15 Uhr in der Friedenskirche startet. Anschließend wird zu einem Brunch in den Gemeindesaal eingeladen. Dort gibt es unter anderem Musik vom Posaunenchor, der Jugendband „Time to pray“ und des Lobpreischores zu hören.

Kathrin Hauser

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Real-Madrid-Star kauft Luxus-Auto in Schongau - und bekommt in Spanien deshalb richtig Ärger
Real Madrid-Spieler Mariano Diaz hat einen neuen Rolls Royce - und zwar aus Schongau. Was dort für Begeisterung sorgte, handelte dem Kicker daheim einen Haufen Ärger ein.
Real-Madrid-Star kauft Luxus-Auto in Schongau - und bekommt in Spanien deshalb richtig Ärger
HAP: Zukunft des Betriebs in Penzberg weiter ungewiss
Die Hoffnung war groß. Und sie wurde enttäuscht: Bei der für Donnerstag geplanten Betriebsversammlung bei HAP legte der Konzern nicht das versprochene Zukunftskonzept …
HAP: Zukunft des Betriebs in Penzberg weiter ungewiss
Autoverkauf: Auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an
Jedes Jahr wechseln in Deutschland zehn Millionen Pkw den Besitzer. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, sich von seinem Wagen zu trennen?
Autoverkauf: Auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an
Aus Zigeunerbraten wird Pusztabraten: Metzgerei muss Schinken umbenennen - weil Kunden meckern
Wer neuerdings in die Auslagen der Filialen der Metzgerei Boneberger aus Schongau schaut, wundert sich: Der Schinken „Zigeunerbraten“ heißt jetzt „Pusztabraten“ - weil …
Aus Zigeunerbraten wird Pusztabraten: Metzgerei muss Schinken umbenennen - weil Kunden meckern

Kommentare