Bereits im Vorfeld war Kritik an der Präsenzveranstaltung der CSU in Peißenberg laut geworden.
+
Bereits im Vorfeld war Kritik an der Präsenzveranstaltung der CSU in Peißenberg laut geworden.

Wahl des CSU-Bundestagskandidaten

96,4 Prozent für Kandidat Dobrindt - bei frostiger Atmosphäre

Alexander Dobrindt wurde von 142 Delegierten im Rahmen einer Präsenzveranstaltung in Peißenberg zum CSU-Bundestagskandidaten gewählt.

VON ALFRED SCHUBERT

Peißenberg – Eine frostige Atmosphäre – im wörtlichen Sinn – herrschte bei der Delegiertenversammlung des Wahlkreises 226, zu der am Samstag 142 Delegierte der CSU in die Peißenberger Eissporthalle gekommen waren. Wegen der Corona-Pandemie mussten alle Türen offen stehen, was für kräftigen Durchzug sorgte.

Dass die ungemütliche Eissporthalle als Versammlungsort gewählt worden war, hatte seinen Grund in den Hygienevorschriften. Damit die Veranstaltung genehmigt werden konnte, mussten große Abstände eingehalten werden. Und nur in der Eissporthalle sei dies möglich. In 15 Reihen mit je zehn Stühlen konnten ausreichend Sitzgelegenheiten für die Delegierten aufgestellt werden, von denen schließlich 142 gekommen waren.

Dobrindt erhält 96,4 Prozent

Eine halbe Stunde dauerte es, bis sich die Halle gefüllt hatte und Dobrindt pünktlich um 14 Uhr die Versammlung eröffnen konnte. Landrätin Andrea Jochner-Weiß schlug im Namen zahlreicher prominenter CSU-Mitglieder Dobrindt als Wahlkreiskandidaten für die Bundestagswahl im Herbst vor. Weitere Vorschläge aus der Versammlung gab es nicht.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt wurde mit großer Mehrheit nominiert.

In seinem politischen Bericht erwähnte Dobrindt unter anderem die Leistungen von Franz-Josef Strauß für Bayern und den „ideologischen Kampf gegen Eigentum“ des Grünen-Politikers Toni Hofreiter, wofür er Applaus bekam. Dobrindt wurde mit 134 Ja-Stimmen zum Wahlkreisbewerber gewählt. Er erhielt damit 96,4 Prozent der 139 abgegebenen gültigen Stimmen.

Als Delegierte in die Landesversammlung, die im Juni die CSU-Landesliste für die Bundestagswahl aufstellt, wurden je drei Kandidaten aus den beiden Landkreisen vorgeschlagen, die jeweils mit mindestens 139 Stimmen gewählt wurden. Für den Landkreis Weilheim Schongau sind dies Alexandra Bertl (Weilheim), Alexander Dobrindt (Peißenberg), Andrea Jochner-Weiß (Wielenbach), für die Garmischer Michael Rapp (Murnau), Harald Kühn (Murnau) und Thomas Schwarzenberger (Krün).

Bei den Ersatzdelegierten wurde ebenso verfahren. Die sechs Vorgeschlagenen wurden mit jeweils mindestens 137 Stimmen gewählt: Peter Bitzl (Oberau), Klaus Gast (Weilheim), Claus Gefrörer (Garmisch-Partenkirchen), Markus Köpf (Oberammergau), Michaela Liebhardt (Iffeldorf) und Peter Ostenrieder (Peiting).

Und am Ende gab es Weißbier - für daheim

Als Vertrauensperson für den Wahlvorschlag wurden Johann Bertl (Weilheim) und Norbert Merk (Peiting) jeweils einstimmig per Akklamation gewählt. Nach 55 Minuten wurde die Versammlung nach Feststellung des ordnungsgemäßen Verlaufs geschlossen. Auf das bei solchen Versammlungen übliche Weißbier mussten die Delegierten nicht verzichten. Zwar durften sie es wegen der Hygieneschutz-Maßnahmen nicht vor Ort trinken, sie konnten sich aber zwei Flaschen heimisches Bier in Pfandflaschen und das dazu passende Glas in wiederverwendbaren Stoffbeuteln mitnehmen – ganz nach Proporz jeweils eine Flasche aus jedem der beiden Landkreise.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare