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Verabschiedet hat sich Schwester Tresa Jose unter anderem von (v.l.) Pfarrer Georg Fetsch, Pflegedienstleiterin Barbara Meyer, Pater Georgekutty Joseph, St.-Ulrich-Einrichtungsleiterin Claudia Hörbrand und Pfarrer Gerhard Schmid. 

Schwester Tresa Jose geht nach Würzburg

Abschied nach 20 Jahren

Peißenberg -  – Seit 20 Jahren arbeiten indische Klosterschwestern als Pflegekräfte im Caritas-Seniorenzentrum in Peißenberg. Schwester Tresa Jose, 54, kam als erste in den ehemaligen Bergarbeiterort. Jetzt zieht sie weiter nach Würzburg.

Am vergangenen Donnerstag hat Tresa Jose  ihren Abschied gefeiert, und der fiel schwer: Rund 80 Freunde, Kollegen und Heimbewohner kamen zum Gottesdienst in die vollbesetzte Kapelle des Altenheims und zum anschließenden Empfang. „Sie ist sehr beliebt. Bei den Gesunden genauso wie bei den Kranken und Alten“, sagt Berta Graf, eine langjährige Freundin der Ordensschwester aus Wessobrunn. Schwester Tresa zeichne eine große Barmherzigkeit und Liebe aus.

Durch ihr Wesen, ihre Art und ihr Auftreten sei sie quasi zu einer Institution geworden in Peißenberg, sagt die Leiterin des Seniorenzentrums, Claudia Hörbrand. Sowohl in ihrem Hause als auch in der Pfarrgemeinde. „Durch Schwester Tresa waren die indischen Klosterschwestern schon sehr präsent im Ort.“ Zuletzt lebten fünf von ihnen in Peißenberg, in Hochzeiten waren es acht.

Doch wie eigentlich kommen die Frauen vom indischen Orden „Töchter Mariens“ nach Peißenberg? „Vor 20 Jahren herrschte hier ein Pflegenotstand“, erzählt Schwester Tresa. „Und Pfarrer Schmid hatte durch Zufall erfahren, dass es indische Ordensschwestern gibt, die in Deutschland zu examinierten Krankenpflegerinnen ausgebildet wurden. So hat er uns hierher geholt.“ Die Schwestern arbeiten als ganz normale Pflegekräfte im Caritas-Heim. Ihr Gehalt, in diesem Fall wird es Gestellungsleistung genannt, geht an den Orden zu Hause in Indien.

Seit 29 Jahren ist Schwester Trese schon in Deutschland. Da war sie 25 Jahre alt und gerade zwei Jahre im Kloster. „Ich wurde damals nicht gefragt. Die Oberin hat bestimmt, dass ich nach Deutschland gehe.“ Ein Schock sei das gewesen, im ersten Moment. So weit weg, allein, ohne Sprachkenntnisse. „Aber ich hatte keine Angst. Es war immer die Hoffnung da, dass der Herrgott mir ein Licht gibt, das in die richtige Richtung führt“, sagt Schwester Tresa. Heute ist sie dankbar, diesen Weg gegangen zu sein. „So konnte ich sehr vielen Menschen helfen. Ihnen eine besondere Liebe und Zuwendung geben, damit sie sich zuhause und geborgen fühlen“, sagt Schwester Tresa, die ihren Schwerpunkt auf die Seelsorge und Sterbebegleitung gelegt hat.

In den kommenden zwei Jahren greift sie den Armen Schulschwestern in Würzburg unter die Arme und kümmert sich dort um organisatorische Aufgaben. „Deutschland ist meine zweite Heimat geworden“, sagt Schwester Tresa. Und doch liegt ein wenig Wehmut in ihrer Stimme. „Mein Wunsch ist es, dass ich in zwei Jahren nach Indien zurück darf“, sagt sie. Und ein strahlendes Lächeln schleicht sich in ihr Gesicht.

Juli Sextl

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