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Um einen Lagerplatz zu errichten, hatte ein Landwirt auf einer Fläche von rund 590 Quadratmetern den Hang abgegraben.

Peißenberg

Abtragung nachträglich abgesegnet

  • Bernhard Jepsen
    VonBernhard Jepsen
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Um einen Lager- und Abstellplatz zu errichten, hat ein Peißenberger Landwirt eine größere Geländeabtragung vorgenommen – allerdings ohne Genehmigung. Festgestellt wurde der „Schwarzbau“ im Rahmen einer Baukontrolle durch das Landratsamt.

Da war ein im Norden Peißenbergs ansässiger Landwirt wohl etwas zu eifrig. Um nordwestlich seiner Hofstelle an der Fendter Straße einen Lager- und Abstellplatz anzulegen, hat er auf einer Fläche von rund 590 Quadratmetern eine teilweise bis zu zwei Meter tiefe Geländeabtragung vorgenommen – und zwar im Bereich des Bergausläufers, auf dem im Mittelalter die Burg „St. Jais“ stand. Der Lagerplatz an sich wäre grundsätzlich ein verfahrensfreies Projekt gewesen – allerdings nicht im Zusammenhang mit der Abgrabung. Dass der Landwirt im Vorfeld keine Genehmigung eingeholt hatte, wurde vom Landratsamt bei einer Baukontrolle Anfang April ermittelt.

Nun landete der Sachverhalt auf der Tagesordnung im Peißenberger Bauausschuss. Der Landwirt, der sich gegenüber der Heimatzeitung nicht zum Fall äußern will, hatte nachträglich einen Genehmigungsantrag gestellt – erweitert um den Zusatz für die Errichtung eines Bewegungsplatzes für Pferde im südlichen Bereich seines Anwesens. Obwohl der Bauausschuss für gewöhnlich säuerlich reagiert, wenn er mit bereits vollendeten Tatsachen konfrontiert wird, erteilte das Gremium einstimmig und ohne Diskussion sein gemeindliches Einvernehmen. Im Beschluss wurde jedoch darauf hingewiesen, dass die Zulässigkeit des Projekts durch das Landratsamt zu prüfen sei. Dabei sei unter anderem die vorgesehene Nutzung ein Kriterium und der Umstand, dass die Abgrabung innerhalb der „Gefahrenhinweiskarte Alpenvorland“ vorgenommen wurde.

Bei der Gefahrenhinweis-Kartierung handelt es sich um ein auf Modellrechnungen basierendes Instrumentarium, das eine Übersicht zu möglichen Gefahren durch Massenbewegungen aufzeigt. Ob im konkreten Fall eine Gefahr gegeben ist, die einer nachträglichen Genehmigung entgegenstehen würde, darauf wollte das Landratsamt trotz Nachfrage der Heimatzeitung ebenso wenig eine Antwort geben wie auf die Frage, ob gegen den Landwirt ein Bußgeldbescheid erlassen wurde. Aus datenschutzrechtlichen Gründen, so die Pressestelle der Behörde, könne man dazu keine Auskünfte erteilen.

Bernhard Jepsen

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