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Aufklärung vor Ort: Revierförsterin Silvia Thien erklärt anhand von Bildern, wie ein Borkenkäferbefall aussieht. 

AELF schlägt Alarm:  Borkenkäferplage ist angekommen

Für Kachelofenbesitzer eine Freude, für Forstbesitzer eine Katastrophe: Der Borkenkäferbefall. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten informierte.

Peißenberg –Viele Fichten sind von Borkenkäfern befallen. Um den Befall zu erkennen, veranstaltete die Waldbesitzervereinigung (WBV) und die Behörde einen informativen Spaziergang durch ein Waldstück in Peißenberg. Anhand von Bildern wurde gezeigt, welche Ausmaße ein Borkenkäferbefall annehmen kann. Einer der Teilnehmer wurde von seinem Grundstücksnachbarn auf den Befall aufmerksam gemacht und war bei der Informationsveranstaltung, um einen Befall kennenzulernen.

Es gibt zwei Arten von Borkenkäfern: den Buchdrucker und den Kupferstecher. Wie Revierförsterin Silvia Thien erklärte, weisen beide überwiegend die gleichen Anzeichen auf. Sie hinterlassen sowohl an der Rinde als auch auf den Pflanzen, die unten am Stamm wachsen, das sogenannte rote Bohrmehl, das eine Ähnlichkeit mit Schnupftabak hat. Sollten die Forstbesitzer dieses gefunden haben, können sie mit einem Schäleisen oder Messer die Rinde abschaben und dahinterschauen. „Der Buchdrucker frisst sich parallel zum Stamm in den Baum und hinterlässt viele lange Gänge, in denen er die Eier ablegt“, sagte Thien. Der Kupferstecher hingegen grabe sternförmige Gebilde in den Stamm.

Wenn eine Fichte befallen ist, verliert sie die grünen Nadeln. Das sei ein eindeutiges Zeichen, so Marc Euer von der WBV. Man solle zudem bei befallenen Bäumen suchen und dann die umstehenden Bäume untersuchen, da die Borkenkäfer faule Tiere seien und „keine 300 Meter bis zum nächsten Baum fliegen“, so Euer.

Die Bekämpfung ist schwierig

Die Bekämpfung der Insekten sei allgemein ziemlich schwierig, aber nicht unmöglich. Das „Schepsen“, also das Schälen der gefällten Fichten, bringe nur etwas, solange sich die Käfer im Larvenstadium befinden. Der Käfer hat auch Fressfeinde wie den Ameisenkäfer und den Specht. Jedoch können diese nicht den ganzen Befall eindämmen. Die Lösung sei der Umstieg von reinen Fichtenwäldern auf Mischwälder, sagte Euer. „Wenn man nichts macht, bleibt alles gleich, und der Käfer bleibt auch.“ Waldbesitzer erhielten Fördermittel, wenn sie einen Laub- oder Mischwald pflanzten. Um die richtigen Baumarten für den jeweiligen Boden zu finden, gibt es bei der Forstverwaltung Karten, in denen der Boden genau analysiert ist.

Holzpreise sinken weiter

Derzeit sei der Holzmarkt überlaufen und die eh schon niedrigen Preise würden durch den Borkenkäferbefall weiter sinken, hieß es. Für den Festmeter Frischholz bekommen Waldbesitzer 60 Euro. Sollte aber ein geringer Befall vorhanden sein, wirke der Käferabschlag und der Preis liege nur noch bei der Hälfte. Deshalb erhalten Waldbesitzer für das Suchen und Auszeichnen eines befallenen Baumes eine Förderung: „Das sind fünf Euro pro Festmeter und noch mal fünf Euro, wenn man das Holz auf einen anerkannten Platz fährt“, sagte Euer. Als so einen Platz wolle man den Wanderparkplatz bei Fendt anerkennen lassen. Das ginge aber erst nächstes Jahr, wenn die Baustelle weg ist, so Thien.

Das Wichtigste sei, dass die Waldbesitzer zusammenhalten: „Der Käfer kennt keine Grundstücksgrenzen. Man kann den Befall nur in den Griff kriegen, wenn man es rechtzeitig merkt und dagegen vorgeht“, so Thien.

Franziska Florian

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