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Ein Fahnenband zum Thema „Respekt“ haben die Mittelschüler gebastelt.

Aktionstag an Mittelschule

Schüler heften sich „Respekt“ auf die Fahne(n)

Vier Tage lang hat sich in der Mittelschule Peißenberg alles um das Thema „Respekt“ gedreht. Dabei wurden nicht nur Probleme aufgezeigt, sondern auch Lösungen.

Peißenberg – Na, wenn das kein Zeichen von Respekt war: Als Hans Socher am Donnerstagvormittag in der vollbesetzten Aula der Josef-Zerhoch-Schule die Eröffnungsrede zum „Mittelschultag“ hielt, war es mucksmäuschenstill. Rund 350 Schüler lauschten gebannt den Worten ihres Rektors. „Ein wunderbares Gefühl“, lobte Socher die Aufmerksamkeit seiner Schützlinge. Die hatten sich in separaten Unterrichtseinheiten schon die ganze Woche über mit dem Thema „Respekt“ beschäftigt. Die Aktion fand im Rahmen des allgemeinen, oberbayerischen Mittelschultags statt, der heuer unter dem Motto „Mittelschulen heften sich Respekt auf die Fahne(n) – Respekt kennt keine kulturellen Unterschiede“ stand. Ob im Rahmen von Workshops, Kunstprojekten und Rollenspielen oder beim Sponsorenlauf zugunsten der von Kabarettist Christian Springer ins Leben gerufenen „Orienthilfe“ und im „Café der unterschiedlichen Nationen“: Jede der 19 Mittelschulklassen setzte sich mit dem Thema „Respekt“ ganz individuell auseinander. Dabei ging es nicht nur um Toleranz zwischen unterschiedlichen Kulturen. Rücksichtnahme auf die Belange anderer sei auch im eigenen Umfeld gefragt, betonte Socher in seiner kurzen Ansprache. Gemeint sei damit zum Beispiel der Umgang von Schülern mit Erwachsenen und Lehrern – allerdings nicht nur in die eine Richtung: „Der Begriff ,Respekt‘ ist nicht einseitig zu verstehen. Er beruht auf Gegenseitigkeit“, sagte Socher – und: „Bleibt zu anderen genauso respektvoll wie zu mir.“ Gemessen an dem tosenden Applaus, der anschließend folgte, besteht Hoffnung, dass der Appell gefruchtet hat.

Nötig wäre es offenbar: Laut Gaby Zeitler ist es mit dem „Respekt“ im Schulalltag nicht zum Besten bestellt. „Der Umgangston ist rauer geworden“, sagt die Verbindungslehrerin: „Beleidigungen von Schülern gegenüber Lehrern und offen zur Schau getragenes Desinteresse sind keine Seltenheit mehr.“ Auch die politisch-gesellschaftlichen Veränderungen würden sich auf die Umgangsformen auswirken: „Das, was sich auf der großen Bühne abspielt, spüren auch wir im Kleinen. Natürlich gibt es Schüler unterschiedlicher Nationen, die sich gegenseitig beschimpfen“, berichtet Zeitler.

Die Integration von ausländischen Schülern ist für Schülersprecher Leo Schmid (10 Ma) übrigens ein gutes Beispiel für Respekt und Verantwortung: „Die Kommunikation ist schwierig. Die ausländischen Schüler stehen oft ziemlich alleine in der Pause herum. Das ist frustrierend.“ Schmid kann sich Tutoren oder Patenschaften vorstellen, die sich um eine Eingliederung bemühen: „Wir müssen uns da mehr engagieren.“

Ziel der Aktionswoche war also nicht nur, die Probleme im Zusammenhang mit respektvollem Umgangsformen zu benennen, sondern auch Alternativen und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Gut, ob die vorgeschlagenen „Benimmkurse“ wirklich gut besucht sein werden, bleibt abzuwarten. Aber die Aktionswoche hat bei der Zielgruppe durchaus Eindruck gemacht: „Ich finde es cool, dass sich so viele Schüler über das Thema Gedanken gemacht haben“, sagte Schülersprecherin Lorena Gebhard (10 Mb): „,Respekt‘ greift in ganz vielen Alltagssituationen und fängt mit Hilfsbereitschaft an.“ Und die Schüler haben auch ein sichtbares Zeichen hinterlassen. Getreu dem Aktionsmotto hatte jede Klasse ein Fahnenband mit Sprüchen und Erklärungen zum Thema „Respekt“ gebastelt. Die Einzelteile wurden aneinandergeknotet und rund ums Schulhaus aufgehängt. Der Hintergedanke: „Unsere Schule soll von Respekt umgeben sein.“

Bernhard Jepsen

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