Die Kabinen des TSV könnten nun endlich erneuert werden, dank Riesenzuschuss. Foto: gronau archiv
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Die alten Kabinen hätten mit dem neuen Aktivzentrum ausgedient.

Aktivzentrum: Erstes Konzept vorgestellt

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Es soll knapp 2,5 Millionen Euro kosten und ein architektonischer Zweckbau werden – das neben dem Eisstadion auf dem ehemaligen Rollschuhplatz geplante Aktivzentrum. In der jüngsten Marktratssitzung wurden die Ergebnisse der Vorplanung präsentiert. Das Fazit: Es gibt noch viele offene Fragen.

Peißenberg – Stefan Rießenberger ist nicht nur Fraktionssprecher der Bürgervereinigung, sondern auch Präsident des TSV Peißenberg – und um dieses Amt ist der 50-Jährige momentan nicht zu beneiden. Niemand weiß, wie der Sportverein die Corona-Krise überstehen wird und inwieweit die Mitglieder den Sparten die Stange halten werden. Und dann gibt es da natürlich nach wie vor die verwaltungstechnische „Dauerbaustelle Eisstadion“. Ein kleiner Lichtblick: Der neue Erbbaurechtsvertrag mit der Gemeinde wurde inzwischen notariell fixiert. Die Laufzeit beträgt 50 Jahre. Stimmen die Vereinsdelegierten dem 73-seitigen Vertragswerk zu, bleibt der TSV-Hauptverein der Hallenbetreiber. In dem Kontrakt ist übrigens ausdrücklich von einer universal nutzbaren „Sportstätte“ die Rede – um sich für den Fall abzusichern, dass es keinen Eissport mehr in Peißenberg geben sollte.

Doch nicht nur das Eisstadion selbst, sondern auch das Projekt „Aktivzentrum“, das unter anderem einen Umkleide- und Kabinentrakt vorsieht, ist für die TSV-Führung aktuell eine fordernde Aufgabe. In der jüngsten Marktratssitzung wurde ein erstes Planungskonzept vorgestellt. Rießenberger war dabei die Anspannung anzumerken. Bei einem späteren Tagesordnungspunkt verließ er – emotional von der Debatte um das Aktivzentrum noch aufgewühlt – nach einem Disput mit Walter Wurzinger (Freie Wähler) sogar für ein paar Minuten die Tiefstollenhalle. Inzwischen haben sich die beiden aber wieder versöhnt. Rießenberger warb im Marktrat in Sachen „Aktivzentrum“ eindringlich für ein gemeinsames Vorgehen: „Es geht nicht um einen Sportverein, sondern um alle Vereine.“ Die Corona-Pandemie sei eine schwere Belastungsprobe. Aber genau in dieser „Scheiß-Zeit“, so Rießenberger, sollte man positiv an die Dinge herangehen und sagen, „das bringen wir gemeinsam hin“: „Ich habe vom Aktivzentrum keinen Vorteil, nur einen Haufen Arbeit“, konstatierte der TSV-Präsident.

Rießenberger, der im Marktrat von „schlaflosen Nächten“ berichtete, steht unter Druck. Die Eishockey-Lobby fordert einen neuen Kabinentrakt. Allerdings muss der TSV-Präsident die Investitionen auch gegenüber den anderen Sparten rechtfertigen. Der Umstand, dass inzwischen weit über ein Dutzend Peißenberger Kinder zum Eishockeyspielen nach Peiting fahren und die Abteilung schon bessere Tage erlebt hat, macht das nicht einfacher. Die Kabinen, so die Intention, sollen nicht nur von der Eishockey-Sparte, sondern auch von anderen Abteilungen wie Fußballern oder Leichtathleten genutzt werden. Außerdem betonte Rießenberger im Marktrat, dass keine Mitgliedsbeiträge zur Finanzierung verwendet werden.

Aber wie soll das Aktivzentrum denn nun konkret aussehen? Laut Georg Kreutterer, der im Auftrag des TSV die Vorplanung übernommen hat, wird es einen „architektonischen Zweckbau“ geben, der auf einer Grundfläche von 650 Quadratmetern im Erdgeschoss mehrere Kabinenräume, ein Eismeisterbüro, eine Teeküche sowie Trainer-, Schiedsrichter- und Krankenzimmer umfassen soll. Dieser Bauabschnitt wird vom TSV finanziert. Darüber sollen dann Bewegungs-, Mehrzweck-, Büro- und Sanitärräume entstehen. Das ist der Teil des Aktivzentrums, für den die Gemeinde bereits einen staatlichen Zuschuss von 900 000 Euro erhalten hat. Geplant ist eine Bauherrengemeinschaft zwischen TSV und Gemeinde mit einer Kostenaufteilung von 40:60. Der TSV will seinen Anteil über BLSV-Zuschüsse, Darlehensaufnahmen und dem bereits vor einem Jahr von der Gemeinde in Aussicht gestellten 200 000-Euro-Zuschuss stemmen.

Doch sind noch viele Fragen offen. Da geht es einmal um eventuelle baurechtliche Probleme: Die Gemeindewerke wollen ihr ambulantes Rehazentrum im unmittelbar angrenzenden Rigi-Rutsch’n-Betriebsgebäude ausbauen. Die Emissionskontingente sind aber begrenzt. Auch muss geklärt werden, wer als Betreiber für das Aktivzentrum auftritt. Der TSV möchte gerne das gesamte Gebäude verwalten. Dem Vernehmen nach soll sich aber auch der Faschingsverein „Frohsinn 2000“ um eine Erbpacht von Büro-, Besprechungs- und Lagerräumen beworben haben. Inwieweit das mit förderrechtlichen Kriterien und der beabsichtigten Öffnung für die Allgemeinheit vereinbar wäre, ist unklar. Und wie sieht der Zeitplan aus? Laut Rießenberger soll im Frühjahr 2022 mit dem Bau begonnen werden: „Das ist ein sportlicher Zeitrahmen, aber wir sind ein Sportverein – und wir schaffen das“, so Rießenberger.

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