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Elfriede und Franz Bittner auf der Brücke vor ihrem Haus. 

Alarmstufe „Gelb“ in Peißenberg

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Erleichterung herrschte gestern in Peißenberg: Entgegen der Wettervorhersagen hielten sich die Niederschläge am Dienstag sehr in Grenzen. Der anhaltende Regen hatte am Montag die Bürger immer wieder bang gen Himmel blicken lassen, denn die Pegelstände stiegen bedenklich.

Peißenberg – Es ist Dienstag mittag gegen 12 Uhr. Ein Mädchen in lila Regenhose, blauer Regenjacke und Gummistiefeln, den Schulranzen auf dem Rücken, steht auf der Brücke am Wörthersbach. „Gestern war hier viel mehr Wasser“, sagt sie und zeigt mit ihrem Regenschirm auf die Stelle, an der der Michelsbach in den Wörthersbach strömt. Die Kleine kennt sich aus: Ihr Schulweg führt sie jeden Tag über den Wörthersbach. Es aber sei immer noch mehr Wasser als sonst, sagt sie, dann muss sie weiter, nach Hause. Dort seien sie vor dem Hochwasser sicher, meint sie, denn sie wohnen ein Stück den Berg hinauf.

So sicher, konnte sich das Ehepaar Bittner am Montag nicht fühlen, als der Dauerregen die Pegelstände in Peißenberg immer weiter in die Höhe trieb. Elfriede und Franz Bittner leben in einem Häuschen an der Bachstraße, das nur über eine kleine Brücke über den Wörthersbach zu erreichen ist.

Meistens ist es die pure Idylle dort direkt am Wasser zu wohnen, aber an Tagen wie vorgestern, an denen der Himmel seine Schleusen öffnet und es regnet und regnet, bedeutet dieser Wohnort Stress. Auch, wenn Franz Bittner, der schon in diesem Haus am Bach geboren ist und seit 68 Jahren dort lebt, um diese Jahreszeit eigentlich nicht fürchtet, dass der Wörthersbach über die Ufer tritt, hat er am Montag schon regelmäßig nach dem Wasserstand geschaut. „Man will ja nicht überrascht werden“, sagt er, der sich seit geraumer Zeit in der „IG Hochwasserschutz“ engagiert. Auch seine Frau war besorgt: „Man schaut schon öfter raus und denkt sich: ,Wenn es jetzt so weiter schüttet, dann geht der Bach über’“, sagt sie.

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Davon waren sie in Peißenberg am Montag gar nicht mehr so weit entfernt, wie die Diagramme der Pegelstände zeigen, die auf der Internetseite der Marktgemeinde veröffentlicht sind. Um 16 Uhr hatte die Messstelle „Am Unterbau“ den grünen Bereich verlassen und Alarmstufe „Gelb“ erreicht, wo sie bis auf eine kurze Unterbrechung bis gegen 20.30 Uhr blieb. Die Pegelstandsanzeige der Messstelle „Ammer“ blieb von etwa 18 bis circa 22.30 Uhr im gelben Bereich. Das bedeutet laut Homepage der Marktgemeinde: „Wasserstand liegt nunmehr wenige Zentimeter unterhalb der Böschungsoberkante.“ Während bei den Hochwassern im Sommer 2016 der Wörthersbach über die Ufer trat, blieb dieser am Montag immer im grünen Bereich.

Dennoch hatten sich Gemeindevertreter, die Peißenberger Feuerwehr und der Bauhof darauf verständigt, dass es regelmäßige Erkundungsfahrten geben sollte, bei denen der Wasserstand überprüft wurde. „Wir haben uns besprochen und beschlossen, dass Erkundungsfahrten reichen“, sagt der Kommandant der Feuerwehr, Philipp Reichhart. Die Niederschläge „waren schon ordentlich für die Jahreszeit“, meint er. Auch die Ammerwehr war im Einsatz.

Und wieder gibt es Ärger um den Hochwasserschutz: 

„Es war knapp“, sagt Bürgermeisterin Manuela Vanni. Dass die Entwicklung der Pegelstände inzwischen auf der Homepage verfolgt werden könne, „ist schon immer gut“, sagt Vanni.

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